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Bis das Blut gefriert - Survival-Horror-Games

GenX3601966

Verfasst am: 19.01.2011, 19:26h


Blog-Bild 1
Alma aus F.E.A.R.
Ich bin ein großer Liebhaber von Survival- und Horror-Games. Meine Leidenschaft wurde wahrscheinlich durch Filme aus meiner Kindheit geweckt, die da hießen: „Das Ding aus dem Sumpf“, „Der weiße Hai“ oder „Die Nacht der reitenden Leichen“. Diese Filme schwankten, je nach Qualität, zwischen Trash und Psycho-Horror, der mich nächtelang unruhig schlafen ließ.
Anfang der 80'er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es dann auch die ersten Horror-Games auf dem C64, die da hießen „Friday the 13th“, „Aztec Challenge“ oder „Forbidden Forest“ und in denen auch reichlich grobes Pixelblut floß. Im Falle von „Forbidden Forest“ wurde das Spiel auch damals schon auf den Index gesetzt. Es wurden unverblümt Tötungsszenen gezeigt, die uns heute aufgrund der damaligen Bildauflösung von 160x200 Pixeln nur noch ein müdes Lächeln abgewinnen können. Auch der krächzende Synthi-Sound des legendären SID-Prozessors erzeugt heute keinerlei Gruselatmosphäre mehr. Bei „Friday the 13th“ gab es wenigstens einen markerschütternen digitalisierten Schrei, wenn Jason den ersten Teenager erwischt hatte. Diese Spiele von damals waren für die meisten uninteressant, da aufgrund fehlender Hardwarepower keine richtige Atmosphäre erzeugt werden konnte.
Heutige Gruselshocker wie Dead Space 2 oder F.E.A.R. 3 haben es allerdings nicht mehr schwer, eine grundsolide Fangemeinde zu finden. Dank der großen Vorreiter erfolgreicher Survival-Horror-Games wie der Silent Hill Reihe, Resident Evil und nicht zuletzt auch Doom, konnte das Genre ausgebaut werden und ist heute auch wieder auf dem PC weit verbreitet. Besonders durch die modernen, ambitionierten und subtilen Gruselschocker „Amnesia – The Dark Decent“, Penumbra - Requiem“ und Penumbra - Black Pleague“.

Doch was macht die Faszination an diesen Spielen aus? Möglichst viel Blut und Brutalität kann durchaus für so manchen hartgesottenen Gamer ein Anreiz zum spielen sein. Man taucht in Welten ein, einem Horrorfilm gleich, denen man nicht im Alltag begegnen möchte, kann aber trotzdem Albträume durchleben: Bei „Condemned 2: Bloodshot“ findet man sich als Protagonist in einer kaputten Umwelt wieder. Die Stadtbevölkerung scheint außer Kontrolle geraten zu sein, es herrscht Chaos. Alle Wesen scheinen wie verwandelt, verroht und wahnsinnig zu sein. Gebäude sind voller Leichen und abgetrennter Gleidmaßen, Räume sind mit grauenhaften Altären geschmückt und abstrakte Graffiti aus Blut haben die Wände beschmiert, die man im fahlen Licht der Taschenlampe erkennen kann.

Blog-Bild 2
Szene aus Condemned 2
Das Szenario ist im großen und ganzen auf das gesamte Genre übertragbar. Auch anno 1982 gab es in „Aztec Challenge“ blutbeschmierte Altäre. Doom 3, F.E.A.R., Resident Evil 4, Dead Space, Silent Hill 3, überall scheint es diese Altäre zu geben. Eine große Ausnahme macht hier jedoch grundsätzlich die bereits erwähnte Silent Hill Reihe.
Die Atmosphäre trägt viel zum Spielerlebnis bei. Während bei Spielen wie Resident Evil der Horror durch viel Blut und Gore-Effekte erzeugt wird, geht man beim ersten Silent Hill von 1999 sehr viel subtiler vor. Die Welt ist umrundet von dichtem Nebel und man kann nie erahnen, was sich ein paar Meter weiter verbirgt. Darüber hinaus hört man sehr viele Soundsamples, wie von Monstern etc., aber oft ist es so, dass man nie in direkten Kontakt mit ihnen tritt. So ist man ständig unter Druck und weiß nicht, was als nächstes passiert. Eine nette Art von Horrorelementen, die auch Dead Space im ersten Drittel des Spiels aufgreift: Horror erzeugt durch Abwesenheit der Feinde. Hier kommt auch die Soundkulisse voll zur Geltung.
Man merkt schon, dass eine gute Soundkulisse für ein Horrorspiel unabdingbar ist. Nur Blut und Gore zu sehen, während dazu im Hintergrund der „Blitzkrieg Bop“ von den RAMONES ertönt, bringt sicher niemanden zum zusammenzucken. Wenn aber plötzlich Stille herrscht, es hier ein wenig knarzt, dort weint leise ein Kind, wo anders tropft eine Flüssigkeit leise in eine Pfütze (Blut?)... Der Sound ist das A und O an einem guten Horrorspiel. Wenn es leise ist, wirken auch die lauten Schockmomente umso heftiger und die Panik im Spieler ist sofort da.

Blog-Bild 3
Krankenschwestern aus Silent Hill
Schock und Grusel sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die aber dennoch gut zueinander passen. Ein gutes Horrorspiel ist eine Symphonie des Grauens, ein Meisterwerk wie es nur wenige Entwickler zu erzeugen wissen. Denn nicht lange jedes Spiel, das gruselig sein soll, ist es das auch. Die „Alone in the Dark“-Serie ist ein gutes Beispiel. Wussten die ersten Teile noch mit einer subtilen Art und Weise den Spieler in ihren Bann zu ziehen, zeigte der letzte Teil Schwächen im Gameplay. Der Spielfluß geriet oftmals ins stocken, was der Grusel-Atmosphäre nicht dienlich war. Auch das abdriften der Story ins Fantastische erzielte bei den meisten Spielern nicht den gewünschten Effekt. Letzteres mag auch dem letzen Silent-Hill-Ableger nicht bekommen sein. Viele Entwickler greifen dann einfach zur Brechstange und füllen das Spielerlebnis mit Blut und Gore auf, wobei sie nicht merken, das manchmal weniger mehr sein kann. Ohne die berühmte Gänsehaut funktionieren solche Spiele einfach nicht.
Man nuss es zugeben, die gruseligsten Momente in einem Surviva-Horror-Game waren doch immer die Passagen, in denen nichts geschah, man aber wußte, dass es jeden Moment passieren könnte. Der Grusel liegt in uns vergraben, in unserem tieferen Ich. Durch Spannung wird Grusel erzeugt, durch Ungewißheit Horror.

Blog-Bild 4
Licker aus Resident Evil
Nicht zuletzt ist es auch die Art und Weise, mit denen wir uns gegen die finsteren Mächte zur Wehr setzen können. Wie groß ist mein Waffenarsenal? Habe ich überhaupt eine Waffe? So ist der Spieler oft auch gezwungen, einfach nur zu fliehen oder den Monstern möglichst aus dem Weg zu gehen. Oft stehen dem Spieler lange Zeit auch nur notdürftige Waffen zur Verfügung, wie beispielsweise ein altes Heizungsrohr oder ein Holzknüppel. In einigen Vertretern des Survival-Horror-Genres kann sich der Spieler auch überhaupt nicht mittels Waffengewalt wehren, so dass es nur möglich ist, durch Flucht, das Aufsuchen von Verstecken oder durch die Manipulation der Umgebung den Angriffen der Monster zu entgehen. All das verstärkt die Panik im Spieler und schürt die Angst.
Etwas anders verhält es sich mit Spielen aus der Ego-Perspektive. Bei F.E.A.R. Liegt der Schwerpunkt im Kampf. Die Horror-Elemente dienen zur Erzeugung der Atmosphäre im Hintergrund, bildet aber dennoch einen Kern im Spiel.
Reine Adventures wie Sanitarium (1998) oder Scratches (2006) erzeugen zwar auch eine Gruselstimmung, zu den Survival-Horrorgames gehören sie aber nicht.
Das Jahr 2011 wird einige neue Schocker, Dead Space 2 macht den Anfang, mit sich bringen. Ich freue mich auf tolle Survival-Horror-Games und erwarte selbstverständlich die berühmte Gänsehaut im Nacken. Bis das Blut gefriert!








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Kommentare
TrakLL

Kommentar

TrakLL

Verfasst am: 24.02.2011, 15:50h

dein Blog weiss inhaltlich, als auch sprachlich zu überzeugen und lässt den Verfasser sympathisch wirken.

Das Ding aus dem Sumpf habe ich in den 80igern auch gerne geguckt ...auch das Ding aus einer anderen Welt (die Neuverfilmung aus den 80igern) hatte es in sich.

Call of Cthulhu Dark Corners of the Earth ...ein Ego-Horror-Adventure, welches im Cthulhu-Mythus-Universum von H.P. Lovecraft spielt, ist immer noch einen Blick wert. Das Ding Horror-Adventure oder Cold - Fear waren auch sehr gut Horror-Adventures.

Silent Hill 2 war das erste Horror-Adventure, welches ich gespielt habe (das mit einer tollen Story glänzte), nach Teil 4 hatte ich aber kein Interesse mehr, die Serie weiterzuspielen, da es weder eine zusammenhängende Story gab, noch das Monsterdesign mich gänzlich zu überzeugen wusste, geschweige denn das stagnierende Gamplay. Gruss TrakLL
NanoSuitExpert

Nice

NanoSuitExpert

Verfasst am: 09.02.2011, 22:19h

Bin auch Horror Sruvival Fan, hab zwar nicht die C64 Titel mittbekommen, doch meine Game Karriere;D hat mit Amiga und Super Nintendo begonnen!
Hast hier paar schöne Titel aufgelistet, vorallem "Condemned"
hast gut beschrieben!
Cloud-Strife

Cloud-Strife

Verfasst am: 07.02.2011, 09:27h

Top!
Du hast den Nagel mit der Brechstange auf den Kopf getroffen, sehr gut!
Skeletor242

Guter Blog!

Skeletor242

Verfasst am: 29.01.2011, 17:48h

Wirklich sehr gut geschrieben!
Eines meiner (Horror)Lieblingsspiele aus der guten alten C64-Zeit ist "Lords of Doom"...gab's,soweit ich weiß,auch für A500 und Atari ST!
Da würde ich mir ein zeitgemäßes Remake wünschen!
GenX3601966

GenX3601966

Verfasst am: 27.01.2011, 11:58h

@Turrican: Ja, ein paar Amiga-Klassiker hätte ich auch noch mit reinnehmen sollen. Insbesondere Elvira fand ich saugut!^^ Allerdings kann meine Vernachlässigung auch daran liegen, dass ich in den 90'ern fast keine Videogames gespielt habe, sondern meine verspätete Jugend fett ausgelebt habe. xD
Matthias-Brueckle

Wow

Matthias-Brueckle

Verfasst am: 24.01.2011, 12:13h

Wirklich ein toller Blog, Gen :)
Du triffst mit deinen Worten den Nagel auf den Kopf! Ich persönlich spiele gerade Dead Space 1 und achte wegen dem Blog noch viel mehr als vorher auf die einzelnen Aspekte, die dazu beitragen, dass es ein gutes Survival-Horror-Spiel ist. Hut ab!
Turrican

Gut geschrieben

Turrican

Verfasst am: 23.01.2011, 00:38h

Aber was mir etwas fehlt ist das du nur so wenig über die alten Spiele geschrieben hast.
Da gab es ja doch noch ein paar mehr als Friday the 13th“, „Aztec Challenge“ und „Forbidden Forest“.
Gerade zu Amiga zeiten gab es ein paar echt gute Spiele aus dem bereich Horror wie „Waxworks" „Dark Seed" oder „Elvira".
Aber man kann es ja nie allen recht machen, trozdem 5 Sterne von mir.

PS Friday the 13th hab ich vor ein jahr mal wieder gespielt, und was soll ich sagen auser das es schlecht ist.
leander96ps

Hallo

leander96ps

Verfasst am: 22.01.2011, 13:38h

Das bisher beste veröffentlichte Horro-Game ist für mich: Resident Evil 5. Die Zombies sind einfach widerlich und nerven.

Guter Blog, nur weiter so.
Wuestennomade

Wuestennomade

Verfasst am: 21.01.2011, 00:09h

Herausragendes Game der Grusel-Sparte ist unter anderem, finde ich, Alan Wake. Der Horror- und Schockfaktor ist zwar geringer als bei beispielsweise Dead Space, doch umgibt einem während des gesamten Spielverlaufs die genial inszenierte Finsternis. Und das ohne literweise Blut zu verschütten. Echt n gutes Spiel, hätte ich nicht erwartet.
Ich steh auf Horror Games, wobei es nur wenige Spiele gibt, die mir wirklich die Haare zu Berge stehen ließen: Doom1, Resi 1 und Dead Space. OK, Bioshock war auch ziemlich crank.
Interessanter Blog. Hat Spaß gemacht zu lesen.
Mal gespannt, ob DS2 unsre Erwartungen erfüllt...
d.night

Top-Blog

d.night

Verfasst am: 20.01.2011, 21:32h

Könnte man so auch gleich als Special in der GA bringen.

Mr. Rotfuchs: Ab damit in die Highlights ;D

Ach ja, falls jemand einen funktionierenden "Brotkasten" samt Laufwerk und dem Spiel Friday the 13th sein Eigen nennt...ich würde mich freuen wenn mir das jemand zuschicken will :D
[zen]

Flashlight oder Waffe?

[zen]

Verfasst am: 19.01.2011, 22:42h

Sehr guter Blog!
Horror Games sind überhaupt nichts für mich. Das habe ich zuletzt wieder gemerkt, als ich mir im A+V Doom 3 gekauft, nachdem ich deinen Blog "Meine liebsten Videogames Teil 5: Doom 3" gelesen habe. Ich musste eine Woche mit Nachtlich schlafen und hab mich nicht mehr alleine auf die Toilette getraut...
Na ok, hab vielleicht doch ein wenig übertrieben. ;)

Sehr guter Blog, weiter so!