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  • Schatten der Vergangenheit

    Jeder von uns hat seine persönlichen Spiele-Klassiker. Doch welche Titel waren so herausragend, dass sie ihr jeweiliges Genres bis heute spürbar beeinflusst haben?Kommen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit!

    Wer kennt dieses Gefühl nicht: Man kämpft sich gerade durch eine Horde von finsteren Höllenwesen in Doom 3, setzt zum finalen Schuss an, und schon liegt auch die letzte Kreatur vor dem Space Marine am Boden. Beim Anblick des leblosen Körpers schweifen plötzlich die Gedanken in die Vergangenheit. Bilder von den beiden Vorgängern des id-Shooters ziehen am geistigen Auge vorbei. Ein wohliges Gefühl der Nostalgie vermischt sich mit überschwänglichen Glücksgefühlen.

    »Hach, damals, das waren noch Zeiten« -- Sätze wie diese schießen uns gestandenen Spielern des Öfteren durch den Kopf, wenn wir an die Spieleperlen der vergangenen zehn bis 15 Jahre denken. Nicht selten trüben die etwas verklärten Erinnerungen das Urteilsvermögen ein wenig, denn viele lieb gewonnene Titel aus Kindes- und Jugendjahren entpuppen sich beim Wiedersehen als ziemlich seichtes und unspektakuläres Stück Software. Doch es gibt tatsächlich einige Spiele, die ein bestimmtes Genre oder sogar die komplette Branche bis zum heutigen Tag beeinflussten. Spuren davon sind mehr oder weniger deutlich erkennbar. Man sollte eigentlich vor den beteiligten Entwicklern huldigend auf die Knie fallen. Wir wollen uns an dieser Stelle einige der Titel ins Gedächtnis rufen, ohne die es heute so manches Highlight gar nicht geben würde.

    Point&Click

    In den letzten Monaten erlebt ein ehemals großes Genre eine Art kleines Revival -- die Point&Click-Adventures. Vor allem Publisher dtp hat die Zeichen der Zeit erkannt und versorgt die Fangemeinde aktuell mit zahlreichen Abenteuern der alten Schule. Spiele wie Runaway, Tony Tough oder jüngst Nibiru verbinden zeitgemäße Optik mit schmackhafter Rätselkost und der beliebten Maussteuerung. Objekte, mit denen Sie interagieren möchten, werden einfach angeklickt, und selbst die Fortbewegung der Hauptfigur vollzieht sich nach diesem Simpelmuster. Doch wo genau hat diese viel gepriesene Art der Interaktion eigentlich ihren Ursprung? Die Antwort darauf liegt weit in der Vergangenheit. Im Jahr 1987 veröffentlichte die damals noch recht unbekannte Softwareschmiede Lucasfilm Games das Adventure Maniac Mansion. Im Gegensatz zur damaligen Genrekonkurrenz durften wir Aktionen erstmals über eine grafische Oberfläche aktivieren oder ausführen. Mittels einfacher Mausklicks kombinierten wir verschiedene Verben (öffnen, ziehen etc.) mit den Objekten in der Spielwelt. Ein ebenso komfortables wie revolutionäres System mit einem merkwürdigen Namen: SCUMM (Scripting Creation Utility for Maniac Mansion).

    Die Begeisterung der Fangemeinde war enorm und auch die Branche horchte interessiert auf. Was folgte war eine wahre Flut an Spielen mit ähnlicher Oberfläche -- das Genre der Point&Click- Adventures war geboren. Ende der 90er-Jahre ebbte die Begeisterung allerdings langsam aber sicher wieder ab und die Entwickler experimentierten mit anderen Steuerungsmethoden. Allerdings ohne großen Erfolg und mit viel Widerstand aus den Reihen der Community. Erst Jahre später tauchten wieder die ersten Adventures mit Maussteuerung auf und wurden mit offenen Armen empfangen. Ob es nochmals einen ähnlichen Höhenflug gibt, bleibt abzuwarten, doch die Spuren von Maniac Mansion sind auch heute noch deutlich zu erkennen.

    Befehlen und erobern

    Wir schreiben das Jahr 2005. Die Sparte der Echtzeit-Strategiespiele gehört zu den beliebtesten Genres überhaupt. Es gibt kaum ein Entwicklerstudio, das nicht bereits die eine oder andere Einheit auf das virtuelle Schlachtfeld geschickt hat. Thematisch wurde dabei in den letzten zehn Jahren eigentlich so gut wie alles abgegrast: Zweiter Weltkrieg, Science Fiction, Fantasy, Altertum etc. Die RTS-Szene (RTS: Real Time Strategy) brachte einige Meilensteine der PC-Geschichte hervor, die jedem halbwegs versierten Spieler ein Begriff sind. Wer kennt nicht die packenden Gefechte aus Command & Conquer und die perfekte Spielbalance eines StarCraft samt dessen Addon Brood War? Letzteres hat bereits sieben Lenze auf dem Buckel, ist jedoch noch immer ein fester Bestandteil vieler LAN-Sessions und der florierenden eSports-Szene. Ein Wurzelspiel dieses Genres ausfindig zu machen, ist schwer, denn viele Aspekte gab es vereinzelt in verschiedenen Titeln.

    Wenn man sich jedoch einen konkreten Vertreter rauspicken müsste, fiele die Wahl ziemlich sicher auf Dune 2 aus den Händen der Westwood Studios. Bereits 1992 schickten diese drei verschiedene Fraktionen mit individuellen Fähigkeiten in den Echtzeitkampf. Die Gruppenselektion mit Hilfe eines Auswahlkastens sowie der Rohstoffabbau mit Sammeleinheiten waren schon damals vorhanden; Aspekte, die als Grundstein für jedes aktuelle RTS gelten. Natürlich hat sich seit dieser Zeit einiges verbessert. KI und Wegfindung erreichen mittlerweile ein ebenso hohes Niveau wie die optische Präsentation. Der Verdienst von Dune 2 für das Genre ist jedoch unbestritten. Immerhin gilt es als der inoffizielle Vorgänger des späteren Command & Conquer -- ebenfalls von Westwood.

    Geballte Action aus Texas

    Wer könnte sich die heutige Branche noch ohne First Person Shooter à la Doom 3, Half-Life 2 oder Far Cry vorstellen? Actionspiele aus der Ego-Perspektive sind ebenso populär wie in den öffentlichen Medien umstritten. Der Erfolg gibt den Entwicklern allerdings Recht. Vom dramatischen Weltkriegs-Szenario in Call of Duty bis hin zu Ausflügen in den Science-Fiction-Bereich wurde wohl schon in jedem erdenklichen Schauplatz geballert, was die Waffen hergeben. Doch wann begann dieser Reigen actionreicher Feuergefechte aus der Sicht des Helden? Einige Vorreiter tauchten schon in den 80er-Jahren auf, doch den wirklichen Grundstein für den Erfolgszug der Ego-Shooter legten die texanischen Jungs von id Software 1993 mit einem mittlerweile indizierten Spiel rund um die Invasion von Höllenmonstern auf dem Mars. Erstmals erzeugte die Grafik eine beängstigend intensive Atmosphäre. Die damals bahnbrechende Optik war zwar nicht mal richtiges 3D, ließ aber Doom zusammen mit dem genialen Multiplayer-Part schnell zum Kult werden. In gewisser Weise brachte Doom die Welt der Netzwerkpartien, wie wir sie heute kennen, erst richtig ins Rollen. Der entsprechende Programmcode gilt bis heute als richtungsweisend und ermöglichte bereits 1993 rasante Deathmatch-Partien mit bis zu vier Leuten gleichzeitig.

    Schicke Bilderrätsel

    Neben den bereits erwähnten Point&Click-Adventures brachte das Genre für Rätselknacker noch eine andere interessante Unterform an Spielen hervor, die vor allem beim Massenmarkt der Gelegenheitszocker ebenso beliebt wie erfolgreich waren (bzw. noch immer sind). 1995 veröffentlichten die Jungs von Cyan World das Adventure Myst. Die Besonderheit: Statt gezeichneter Schauplätze und Figuren wanderte man selbst in der Egoperspektive durch aufwändig vorberechnete Renderszenarien. Das Ergebnis war zumindest optisch ein echtes Erlebnis, denn bisher kannte man solch hochwertigen Bilder nur aus wenigen Zwischensequenzen, die dazu meist noch recht kurz gehalten waren. Spielerisch beschränkten sich die Entwickler auf einen Mix aus Logikrätseln und simpler Schalterdrückerei. Doch die Atmosphäre war einmalig und begeisterte zahlreiche Fans.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: von Myst und dem Nachfolger Riven wanderten insgesamt mehr als 12 Millionen Exemplare über die Ladentheke. Davon können andere Studios nur träumen. In den Folgejahren gab es zahlreiche Nachahmer, die sich das erfolgreiche Rezept zu Nutze machen wollten. Erwähnenswert sind dabei unter anderem die Schizm-Reihe, die unter dem Banner der Adventure Company erschien und von der Qualität her recht ordentlich waren. Die Klasse von Myst erreichte jedoch keiner der Konkurrenten. Aktuell arbeitet Cyan übrigens am fünften Teil der Serie mit dem Untertitel End of Ages, der im dritten Quartal diesen Jahres erscheinen soll.

    Aufbruch in Online-Welten

    Nicht zuletzt dank des großen Erfolgs von World of WarCraft sind die früher oft belächelten Online-Rollenspiele endlich salonfähig. Bis dahin war es jedoch ein langer und vor allem steiniger Weg, der erst durch mutige Pioniere geebnet werden musste. Diese waren durchaus zahlreich, doch der erste Titel, der spielerischen mit kommerziellen Erfolg richtig miteinander verband, war eindeutig Ultima Online aus den Händer der Designer- Legende Richard Garriott. Dieser rief immerhin die Rollenspiel-Serie Ultima ins Leben, die noch immer als beste ihrer Art gilt. Dann aber wollte sich Richard samt seiner Firma Origin einer neuen Herausforderung stellen und entwickelte eine Online-Variante der bekannten Fantasy-Welt. Mehrere hundert Spieler zogen gemeinsam ins Abenteuer, kämpften gegen Monster, bauten sich prächtige Häuser und übten nebenbei alltägliche Berufe wie Schreiner oder Rüstungsschmied aus.

    Dieses Miteinander im großen Stil und im schicken Grafikgewand war bahnbrechend und läutete eine neue Ära bzw. ein neues Genre ein. Es folgten weitere Spiele wie Everquest oder Asheron's Call, deren Erfolge auch die letzten Zweifel in der Branche beseitigten. Der Weg für neue Projekte war also frei. An dieser Stelle muss man aber eigentlich auch das noch sehr junge World of WarCraft in die Riege der Wegbereiter aufnehmen. Ein hohes Maß an Zugänglichkeit und viel Spaß für Gelegenheitsspieler führte die Online-Rollenspiele auch erfolgreich in den Massenmarkt ein. Wer weiß, in zehn Jahren gibt es vielleicht einen ähnlichen Artikel und Blizzards jüngstes Projekt taucht dann eventuell erneut auf -- berechtigt wäre es jedenfalls.

    Sportlicher Wettkampf

    Im Bereich der Sportspiele ist eigentlich so gut wie unmöglich, eine Art Urvater zu präsentieren, da die Untergenres ebenso zahlreich wie vielfältig sind. Nimmt man es ganz genau, müsste an dieser Stelle ein Bild des guten alten Pong stehen, denn immerhin war dies der erste Titel, bei dem man einen virtuellen Ball auf dem heimischen Bildschirm hin- und herschubsen konnte. Auch Perlen wie International Superstar Soccer oder das brillante Sensible Soccer kämen durchaus in Frage, begrenzen sich aber zu stark auf eine Sportart. Wir wollen den Fokus allerdings erweitern. Daher werfen wir doch mal einen Blick auf die großen Serien und deren Vermarktung -- diese ist in kaum einem Genre so wichtig wie hier.

    Spricht man von Sportspielen, fällt fast schon zwangsläufig der Name Electronic Arts bzw. EA Sports. Auch wenn man nicht jedes ihrer Produkte mag und es in bestimmten Sparten bessere Vertreter (zum Beispiel Pro Evolution Soccer) gibt, muss man diesem Publisher-Entwickler- Gespann Lob für ihre Vorarbeit zollen. Ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Sportserie ist ganz klar NHL Hockey. Der erste Teil erschien im Jahre 1992 für das Sega Mega Drive und bestach durch hervorragende Spielbarkeit und eine schicke Präsentation. Die Reaktionen waren dermaßen positiv, dass schon bald ein Nachfolger erschien und kurzum eine jährliche Neuauflage in die Regale der Händler wanderte. Zwar gab es immer wieder Episoden, die sich inhaltlich kaum von den Vorgängern unterschieden, doch die wenigen Meilensteine machen diese und andere Serien von EA Sports zum Aushängeschild des gesamten Genres.

    Taktische Gefechte

    Obwohl das Action-Genre bereits abgehandelt wurde, widmen wir einem bestimmten Teilbereich zusätzliche Aufmerksamkeit -- den Taktik- Shootern. Stumpfe Ballerei ohne Sinn und Verstand führt bei ihnen selten zum Erfolg. Vielmehr ist geschicktes Vorgehen und vor allem Teamwork von entscheidender Bedeutung. Ein gewisses Spiel an dieser Stelle nicht zu nennen, obwohl es nicht das erste seiner Art war, würde fast schon an Ketzerei grenzen -- Counter-Strike. Anfangen als ambitionierte Modifikation für den Ego-Shooter Half-Life mauserte es sich dank toller Community und enormen Spielspaß schnell zu einem eigenständigen Spiel. Beinahe täglich tauchten neue Server auf und die Anzahl an frisch gegründeten Clans schoss in die Höhe. Die packenden Partien im Netzwerk oder via Internet waren sehr beliebt und aufgrund der gut designten Maps gingen Taktik und Action Hand in Hand. Des Weiteren steht wohl kein anderes Spiel so sehr für die junge eSports-Szene wie Counter-Strike. Titel wie Battlefield 1942 bauen auf diesem Erfolg auf und brachten es in der Gunst der Fangemeinde ebenfalls ganz nach oben. Zwar verbindet man Counter-Strike noch immer gerne mit unan- genehmen Themen wie Cheats und Hackern, doch die Auswirkungen der ehemaligen Modifikation auf die gesamte Branche sind unbestritten.

    Wie sieht die Zukunft aus?

    Schaut man sich die aktuellen Veröffentlichungen an, glaubt man fast, es mittlerweile nur noch mit Sequels und aufgewärmten Ideen zu tun zu haben. Die erfolgreichsten Spiele der letzten Monate tragen tatsächlich meist eine Episodenzahl hinter dem Namen und zehren von einem der eben aufgeführten Urväter. Die großen Publisher setzen verstärkt auf kommerziell lukrative Nachfolger, statt Geld in riskante Produktionen zu stecken. Gibt es sie denn noch? Innovative Wegbereiter, die komplett neue Genres einläuten oder Mechanismen ans Tageslicht bringen, die noch in zehn Jahren zu erkennen sind? Die Chancen stehen jedenfalls besser als man zunächst denken mag. Das spielerisch etwas verkümmerte Black & White brachte den Anteil der künstlichen Intelligenz am Spieldesign einen ordentliches Stück nach vorne. Ebenfalls aus der Hand von Peter Molyneux stamm die Hollywood-Simulation The Movies, das zwar noch immer auf sich warten lässt, aber allem Anschein nach mit einer viel versprechenden Benutzeroberfläche aufwartet. Es sind wohl eher die kleinen Studios, die für die wirklich großen Überraschungen sorgen werden, doch von denen gibt es mittlerweile immer weniger.

    Andre Linken

  • Command & Conquer: Generäle
    Command & Conquer: Generäle
    Publisher
    Electronic Arts
    Release
    19.05.2004

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

    Cover Packshot von Rollercoaster Tycoon World Release: Rollercoaster Tycoon World Atari , Pipeworks Software
    Cover Packshot von Transport Fever Release: Transport Fever
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Command & Conquer: Generäle
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http://www.gamesaktuell.de/Command-und-Conquer-Generaele-Spiel-56230/Specials/Schatten-der-Vergangenheit-717466/
01.06.2005
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