Civilization 4

Test Frank Emmerling

Sid Meier's vierte Zeitreise führt durch 6.000 Jahre Menschheitsgeschichte -- forschen, handeln und kämpfen inklusive.

Sid Meier ist eine lebende Legende. Immerhin hat der amerikanische Programmierer einige der wegweisendsten Simulationen, etwa "F-15 Strike Eagle" oder "Railroad Tycoon" erschaffen. Seine langlebige "Civilization"-Serie wird nun um eine vierte Episode erweitert.

STORY: Wie in den Vorgängern führen Sie ein Volk -- von Anbeginn der Zeit, oder besser gesagt der Zivilisation, bis in die Zukunft. Was wird am Ende über Ihre Kultur in den Geschichtsbüchern stehen? Werden Sie als eine Nation pazifistischer Freidenker oder als kriegstreiberische Eroberer gelten? Das entscheiden Sie selbst!

SPIEL: Auf den ersten Blick scheint alles beim Alten zu sein. Meier folgt nicht dem Trend hin zur Echtzeittaktik, sondern vertraut weiterhin auf die altbewährte Rundenstrategie. Sie beginnen das Spiel wieder im Jahre 4.000 vor Christus als Chef eines Nomadenstammes. Durch geschicktes Austarieren der Verantwortungsbereiche Aufbau, Forschung und Kampf formen Sie langsam Ihr Reich.

Natürlich müssen Sie sich in Diplomatie mit den Nachbarländern üben. Bald schon bestimmen Handel, Bündnisse und Kriege Ihr außenpolitisches Tun, während Sie innenpolitisch die Forschung vorantreiben, Transportsysteme ausbauen und die schönen Künste fördern.

"Civilization 4" kommt mit einigen Verbesserungen. So wurde beispielsweise das Kampfsystem überarbeitet. Durch Kombination von Einheiten erhöht sich jetzt deren Effizienz. Die Diplomatie verlangt mehr Fingerspitzengefühl als bisher, jeder Landesführer weist nun nämlich individuelle Charakterzüge auf.

Ganz neu ist der Faktor Religion. Die Wahl Ihrer Staatskirche wirkt sich maßgeblich auf Ihre diplomatischen Bemühungen aus. Ebenfalls eine unverbrauchte Idee: Durch Förderung von Kunst, Religion oder Wissenschaft bringen Sie große Persönlichkeiten wie Leonardo Da Vinci, William Shakespeare und Elvis Presley hervor, die Ihrem Volk ein goldenes Zeitalter bescheren.

FAZIT: Eine würdige Fortsetzung. Mit Detailverbesserungen, vereinfachter Handhabung und frischen Ideen macht es noch mehr Spaß, sich als Lenker und Denker eines Volkes zu versuchen. Vor allem die erweiterten Einflussmöglichkeiten auf die kulturelle Entwicklung sind ein großer Schritt nach vorne. Die kleineren Mängel, etwa eine im Vergleich zu aktuellen PC-Konkurrenten doch sehr spartanische Grafik, ein veraltetes Kampfsystem sowie das nervige Micromanagement fallen dagegen kaum ins Gewicht.

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