Ärger im Hause Infinity Ward: Activision feuert leitende Mitarbeiter - Update: Treyarch bezeichnet Situation als unglücklich
Update vom 27.05.2010: Nun meldet sich auch Call of Duty: Black Ops-Entwickler Treyarch zu der aktuellen Situation von Infinity Ward zu Wort. In einem neuen Interview mit dem britischen Industriemagazin MCV, bezeichnet Josh Olin von Treyarch die Situation als unglücklich. Allerdings verspricht er auch, dass die Situation das Studio nicht von der Entwicklung von Call of Duty: Black Ops ablenken würde.
"Die Situation bei Infinity Ward ist unglücklich. Es ist nicht etwas, wovon wir uns ablenken lassen oder worüber wir zu sehr nachdenken möchten. Wir sind immer noch auf unser primäres Ziel fokussiert - das bestmöglichste Spiel zu schaffen das wir können - also halten wir unsere Köpfe unten und konzentrieren uns weiterhin darauf", so Josh Olin im Interview.
Quelle: CVG
Update vom 15.03.2010: Vince Zampella und Jason West - ehemals führende Köpfe aus dem Hause Infinity Ward unter Activision - haben nun ein neues Betätigungsfeld gefunden: Sie werden in Zukunft die Creative Artists Agency (CAA) repräsentieren. Die CAA ist eine der größten Talent-Agenturen für Hollywood.
Vince Zampella und Jason West haben noch nicht ganz mit ihrem alten Leben abgeschlossen: Mit ihrem alten Arbeitgeber ist noch ein Gerichtsverfahren über 36 Millionen US-Dollar anhängig, da die beiden Entwickler Activision Vertragsbruch vorwerfen.
Quelle: LATimes
Update vom 03.03.2010: Mittlerweile wurde Licht in die Streitigkeiten zwischen Activision und Infinity Ward gebracht: Activision hat die Entlassung von Jason West (IW-Präsident) und Vince Zampella (Studio-Chef) bestätigt. Das bedeutet aber keinesfalls das Ende für Infinity Ward und Call of Duty. Activision nun ganz neue strategische Pläne für das Call of Duty-Franchise. Ein eigenes Call of Duty-Business wird gebildet, ähnlich wie bei Blizzard Entertainment. Die Studios Treyarch und Sledgehammer arbeiten an zwei neuen Titeln, während sich Infinity Ward um Zusatzinhalte für Modern Warfare 2 kümmert.
Leiter des Call of Duty-Geschäftsbereich wird Philip Earl, der derzeit im asiatisch-pazifischen Bereich von Activision arbeitet. Steve Pearce (chief technology officer) und Steve Ackrich (Produktions-Chef) werden fürs erste die Leitung von Infinity Ward übernehmen.
Außerdem schmiedet Activision ganz neue Pläne für den nächsten Call of Duty-Titel.
Original vom 02.03.2010:
Die Zukunft von Infinity Ward (Modern Warfare 2) scheint nicht gerade unter dem besten Stern zu stehen: Nach den Problemen mit dem Online-Modus und den Vorwürfen gegen einen Moderator steht das Studio jetzt vor noch größeren Herausforderungen.
Jason West
Wie G4TV berichtet, sind heute morgen Sicherheitsleute vor dem Studio von Infinity Ward aufgetaucht, die anscheinend wegen Streitigkeiten mit Publisher Activision dort postiert wurden. Heute morgen soll ein Treffen zwischen Vertretern von Activision und den beiden Chefs der Spieleschmiede stattgefunden haben, allerdings seien weder Jason West (IW-Präsident), noch Vince Zampella (Studio-Chef) seitdem von den Mitarbeitern gesehen worden. Die Angestellten des Studios seien im Moment "verrückt" und "verwirrt".
Mittlerweile hat Jason West auf Facebook und über sein LinkedIn-Profil verkündet, dass er nicht länger bei Infinity Ward angestellt sei, die Situation ist aber nach wie vor unklar. Auch Robert Bowling, Creative Strategist und Community Manager bei Infinty Ward, hat keine weiteren Informationen: "Ich freue mich zwar über Anrufe, Tweets und Nachrichten, sie sind aber vergebens - ich habe keine Infos."
Die einzigen offiziellen Infos stammen derzeit aus einem Börsen-Bericht von Activision: Demzufolge gab es bei Infinity Ward einen "Vertragsbruch und Ungehorsamkeit zweier führender Mitarbeiter", was dazu führen würde, dass Kündigungen und ein Rechtsstreit unausweichlich seien. Finanziell solle das aber keinen Einfluss auf die Firma haben.
Eine weitere Größe in der Spieleindustrie hat sich nun auch eingeschalten. Tim Schafer, Gründer von Double Fine Productions (Brütal Legend, Psychonauts) gießt Öl ins Feuer über seinen Twitter-Account: "Auf Activision wegen so einer Sache böse zu sein, ist, als ob man auf einen Affen böse ist, der mit Fäkalien wirft. So kommuniziert das Biest nun mal." Schafer hatte selbst Probleme mit Activision gehabt, wegen eines Rechtsstreits rund um den Release von Brütal Legend Ende letzten Jahres.
Wir werden diese News updaten, sobald es Neuigkeiten aus dem "Krisengebiet" gibt - Stay tuned!
Damit haben sie doch gar nichts am Hut.