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Call of Duty 3 (PS3)

Release:
25.09.2008
Genre:
Action
Publisher:
k.A.

Review: Call of Duty 3

01.04.2007 00:00 Uhr
|
Neu
|
Vom Westen Frankreichs nach Berlin: Die alliierten Divisionen schicken die deutschen Truppen zurück in die Heimat. Und ihr seid an der Front live dabei.

Review: Call of Duty 3 Die Luft scheint rein zu sein. Ah, so kann man sich täuschen! Plötzlich taucht hinter einer Mauer ein deutscher Soldat auf, der uns seinen Gewehrkolben ins Gesicht knallt. Wir sinken leicht benommen zu Boden. Schon kniet der Feind über uns. Er versucht, uns sein Gewehr an die Kehle zu drücken. Wir halten dagegen und müssen dazu mit dem Sixaxis-Controller wild in der Luft herumfuchteln -- so, als würden wir uns tatsächlich unter einem bulligen Soldaten winden.

Das neue Nahkampf-Feature in "Call of Duty 3” ("CoD 3”) zeigt nicht nur, was man mit dem bewegungsempfindlichen PS3-Joypad alles anstellen kann, es unterstreicht auch den cineastischen Charakter der Weltkriegsballerei. "CoD 3” läuft ab wie ein Film. Nichts überlassen die Entwickler dem Zufall. Alles ist perfekt inszeniert und von Anfang bis Ende durchgescriptet.

Drehen und Neigen


Review: Call of Duty 3 Der eingangs beschriebene Nahkampf ist natürlich auch ein Teil des Drehbuchs. Nur an bestimmten Stellen im Spiel kommt es zu Show-Kämpfen. Im gewöhnlichen Nahangriff haut ihr eurem Gegenüber den Kolben vor die Birne und der Kampf ist vorbei. Auch hier kommen die Bewegungssensoren im Pad zum Einsatz. Ihr bewegt das rechte Griffhörnchen dazu ruckartig nach vorne und schon holt euer Alter Ego zum tödlichen Schlag aus. Super!

Es gibt aber auch Momente, in denen das Sixaxis-Feature weniger gut funktioniert beziehungsweise aufgesetzt wirkt. Hockt ihr beispielsweise am Lenkrad eines Jeeps, steuert ihr das Fahrzeug, indem ihr den Geber nach rechts und links neigt. Die Bewegung simuliert den Fahrvorgang zwar recht gut, doch sind die Kontrollen ein wenig übergenau. Kippt ihr das Eingabegerät zu weit, bricht die Karre sofort aus und ihr heizt an einen Baum oder landet im Graben.

Richtig doof sind 360-Grad-Drehungen. Soll Sprengstoff scharf gemacht oder an einem Ventil geschraubt werden, dreht ihr den Controller einmal um die eigene Achse. Zum Glück ist der Einsatz des Sixaxis-Geräts kein Muss, denn ausnahmslos alle Bewegungen könnt ihr auch mit den Analog-Sticks ausführen.

Die Bude bebt


Review: Call of Duty 3 Abgesehen von der Sixaxis-Steuerung und den Nahkämpfen steht leider nicht viel Neues auf dem Einsatzplan. Hügel stürmen, Gebäude säubern, Flaks sprengen und mit der Bazooka Panzer stoppen -- solche Aufgaben kennen wir aus den Vorgängern zur Genüge. Für Abwechslung sorgen die gelegentlichen Ausflüge mit Jeep, Boot und Stahlkoloss.

Review: Call of Duty 3 Dass Teil drei aber weitaus mehr Spaß macht als sein PS2-Pendant, liegt vor allem an der bombastischen Präsentation. Das erste der insgesamt 14 Kapitel hat uns audiovisuell am tiefsten beeindruckt: Ihr müsst eine Kirche stürmen, die auf einem kleinen Hügel steht. Der Weg zum Ziel führt über einen Friedhof, auf dem sprichwörtlich die Hölle los ist. Die Deutschen wollen die Kapelle mit allen Mitteln halten und feuern aus allen Rohren. Im Sekundentakt schlagen Mörsergranaten neben euch ein und Kugeln zischen an euch vorbei.

Der erstklassige Dolby-Digital-5.1-Sound macht die Kriegseröffnung zu einem echten Erlebnis. Wenn der Subwoofer beim Granateneinschlag die heimischen Wände zum Beben bringt, fühlt man sich wie live dabei. Die authentischen Rauch-, Dreck- und Partikeleffekte runden den filmreifen Auftritt von "CoD 3” ab.

Nicht ohne Schwächen


Review: Call of Duty 3 Auf einem HD-TV kommen Gesichter und Hände der Figuren von der PlayStation3 plastischer an als von der Xbox360. Dafür wirken die Farben auf der Microsoft-Konsole kraftvoller, außerdem ruckelt es nicht. Auf der PS3 gerät die Edel-Optik hin und wieder arg ins Stottern. Umgebungstexturen dagegen sehen bei genauerer Betrachtung auf beiden Next-Gen-Konsolen gleichermaßen verwaschen und trist aus.

Gleiches gilt für die Künstliche Intelligenz. Egal ob PS2, Xbox360 oder PS3 -- die Treyarch-Coder haben es nicht geschafft, die Feinde klüger zu machen, was der ansonsten erstklassigen Kriegsatmosphäre ein wenig Glaubwürdigkeit nimmt. Im Vergleich zu den pfiffigen "Resistance”-Aliens verhält sich der "CoD 3”-Feindeskader stümperhaft. Raus aus der Deckung, ballern, in Deckung gehen, ballern und ab und zu eine Granate werfen... viel mehr hat die Wehrmacht nicht drauf.

Review: Call of Duty 3 Die auf der Packung angepriesene Zerstörbarkeit der Umgebung stellt sich bei gezieltem Herumschießen als Mogelpackung heraus. Zwar hinterlassen Kugeln Löcher in Mauern und Wänden, aber nur Flaschen, Fenster, bestimmte Holzkisten und explosive Fässer können zerstört werden. Einige Gegenstände, beispielsweise Blumenvasen, lassen sich von Tischen und Schränken feuern, gehen aber nicht kaputt. An Fensterläden, Regalen oder Petroleumlampen prallen die Geschosse einfach ab.

Auf das Spielspaßbarometer wirken sich diese Macken aber nur marginal aus. Die packende Atmosphäre und die filmreife Inszenierung der Einzelspieler-Kampagne machen so manche Mängel vergessen und fesseln für gute zwölf Stunden an den Bildschirm. Der Online-Modus ist ebenfalls gelungen und bietet zahlreiche Maps, auf denen sich bis zu 24 Spieler bekriegen dürfen. Bei maximaler Spielerzahl kam es bei unseren Tests zu störenden Lags. Selbst mit einer 6-Mbit-Leitung wollen die Massenschlachten nicht ohne Unterbrechungen laufen.

GamesAktuell.de-
Spielspaß-Wertung:
8,5 /10
Leserwertung
(104 Votes):
80 %
Fazit
bombastische Atmosphäre
stellenweise ruckelt’s
cineastische Präsentation
schwache KI
extrem lange Levels...
...die alle sehr linear ausfallen
   
Redaktion Cynamite
"Call of Duty 3” ist perfekt inszeniert und zeigt den Zweiten Weltkrieg so "echt” wie noch nie. Die filmreife Präsentation und vor allem der fette Digital-Sound bauen eine derart intensive Atmosphäre auf -- das habe ich seit "Medal of Honor: Frontline” nicht mehr erlebt. Dass die Levels superlinear sind, fällt bei der Nonstop-Action kaum auf. Die blöden Gegner und das Ruckeln stören da schon etwas mehr, der Spielspaß leidet darunter aber nur minimal. Die Lags beim Onlinespielen sind deutlich schlimmer und kosten Nerven und zugleich Abschüsse. Offline muss man diesen Shotter mindestens einmal gezockt haben. Onliner greifen zu Sonys "Resistance".
   
Heiko Strobel
Gast

01.04.2007 00:00 Uhr
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