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  • Call of Duty 2

    Infinity Ward legt unser aller Lieblings-Weltkrieg neu auf. Mit Amerikanern, Sowjets und Briten geht's rund an der Shooter-Front. Veteranen leiden unter Déjà-vus.

    Gleißendes Licht, dann Dunkelheit, endlich Ruhe. Fast möchte Bill Taylor liegen bleiben. Doch die Bilder und Geräusche, die sich unerbittlich wieder in sein Bewusstsein fräsen, belehren ihn eines besseren. Vor seinen Augen werden seine Kameraden von Gewehrkugeln niedergemäht, einer torkelt aus dem brennenden Landungsboot, eine menschliche Fackel. Tod, Verwüstung überall.

    Wir schreiben den 6. Juni 1944, die Alliierten landen in der Normandie. Wir spielen Call of Duty 2, den lang erwarteten Nachfolger des Shooter-Hits von 2004. Derart dramatisch wurde der Kampf um Europa noch nirgendwo aufgeführt.

    Ein kurzes Vergnügen

    Die Szenen am Strand liegen bei Spielbeginn allerdings noch in weiter Ferne. Zumindest historisch gesehen, denn Call of Duty 2 fängt 1941 mit dem Vorstoß der Deutschen auf Moskau an. Im Spiel liegen zwischen Russland und Frankreich allerdings nur rund fünf Stunden. Wie der Vorgänger ist Call of Duty 2 ein eindringliches, aber mit etwa sieben Stunden Dauer auch kurzes Erlebnis.

    Doch zurück nach Moskau. Dort bekommt Schütze Vasili Iwanowitsch gerade in aller Eile seine Grundausbildung eingebläut. Mehr Zeit bleibt nicht, denn der Feind steht bereits vor den Toren. Auch der Nachschub ist knapp, und so müssen Kartoffeln als Ersatz beim Handgranaten-Wurftraining herhalten. Ein paar Schuss mit dem Karabiner, ein Dauerlauf, ein paar Meter durch den Dreck robben -- Unterricht beendet, auf zum Angriff!

    Keiner hört auf mein Kommando

    Keine Sorge, das knappe Tutorial reicht vollkommen aus. Denn Call of Duty 2 hält sich an Steuerungs-Standards und belästigt Sie auch nie mit komplizierteren Aufgaben als »Schießen Sie auf jeden, der die falsche Uniform trägt!« Zwar kämpfen Sie Seite an Seite mit Dutzenden KI-Kameraden, müssen diesen aber nicht wie bei Brothers in Arms ständig sagen, was sie zu tun haben.

    Einerseits folgen die Jungs genau dem Drehbuch. Wenn Sie etwa mit Vasili und einer Handvoll tapferer Mitstreiter auf der Suche nach deutschen Raketenwerfern durch die Vororte Moskaus hasten, kennen die Kollegen exakt den Weg. Trotzdem bleibt Raum für Improvisationen. Ob sich etwa Freund Iwan hinter eine Mauer duckt oder todesmutig über das Hindernis hinwegsetzt, ob er dann die Gegner mit seiner Maschinenpistole eindeckt oder selbst von einer MG-Garbe erwischt wird, ist nicht vorherbestimmt. So kaschieren die Leveldesigner geschickt die überall verbauten Skript-Aktionen.

    Unterstützung von Kollege Computer

    Natürlich gewinnen Ihre Kameraden nicht den Krieg für Sie. Die gefährlichsten Aufgaben überlässt man netterweise immer noch Ihnen. Aber ohne Unterstützung hätten Sie's doch ungleich schwerer. Immer wieder wird Ihnen ein Computersoldat den Polygonhintern retten. Etwa indem er eine gegnerische Granate schnurstracks wieder zum Absender zurückbefördert oder Ihnen beim Vorrücken Feuerschutz gibt. Sie selbst müssen sich um die Teamkameraden allerdings nicht kümmern. Sollte mal einer unter die Räder kommen, nimmt sofort ein anderer seinen Platz ein.

    Action nach Drehbuch

    Nachdem Sie Moskau vor den deutschen Invasoren gerettet haben, schickt Sie das Oberkommando der Roten Armee nach Stalingrad, wo Sie die Wehrmacht Haus für Haus, Keller für Keller und Straße für Straße vertreiben. Mal heißt es »Sprung auf, Marsch!« zum Angriff, und Sie stürmen mit zig anderen Sowjetsoldaten unter Hurra-Gebrüll eine Fabrikanlage. Nur um wenige Minuten später ebenjenes Gebäude gegen eine Attacke der Deutschen zu halten, abwechselnd durchs Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs oder über Kimme und Korn eines fest montierten Maschinengewehrs linsend.

    Immer wieder heizen die Entwickler die Scharmützel durch besonders dramatische Skript-Sequenzen an. Etwa wenn einer aus Ihrer Truppe den Köder für einen deutschen Heckenschützen spielt, und Ihnen nur zwei Sekunden bleiben, um den Fiesling aufzuspüren und zum Schweigen zu bringen. Oder wenn plötzlich ein Wehrmachtspanzer durch die Wand bricht, und Sie und Ihre Kameraden durch die Straßen jagt. Bis Sie endlich eine Haftladung ausfindig machen und das Ding in die Luft jagen.

    Brennpunkt Afrika

    Nach den drei Episoden in Stalingrad wechselt Call of Duty 2 die Fronten. Von den eisigen Ruinen an der Wolga geht's in das Sandmeer um die ägyptische Stadt El Alamein. Den dicken Rotarmistenmantel tauschen Sie gegen die Wüstentracht des britischen Sergeanten John Davis. In Nordafrika läuft der Shooter zur Bestform auf. Da brettern Sie an Bord eines Panzerwagens durch die Straßen der Wüstenstadt Toujane und liefern sich eine Verfolgungsjagd mit deutschen Panzern. Später zahlen sie es den Stahlmonstern heim, indem Sie selbst in einen Crusader-Tank klettern. Dann wieder klemmen Sie sich hinter ein Flugabwehrgeschütz und holen Welle um Welle anfliegender Stukas vom Himmel.

    Das Tempo kann Call of Duty 2 nicht bis zum Ende halten. Die späteren Einsätze in der Normandie und an der Reichsgrenze beschränken sich weitgehend auf konventionelle Infanteriegefechte, in der zwar die Zahl der Gegner, nicht aber der Spielspaß immer weiter ansteigt. Nur die Landung selbst glänzt noch einmal mit Kinoqualitäten.

    Wiederholungsgefahr

    Wer bereits den Vorgänger gespielt hat, wird sich mittlerweile wahrscheinlich wundern: Das klingt alles so vertraut. In der Tat ähnelt Call of Duty 2 dem Vorgänger wie ein Zwilling. Teilweise zitieren die Designer detailgetreu Levels des ersten Teils. Was schwerer wiegt: Manche Abschnitte wiederholen sich auch im Nachfolger mehrmals. Das Schema Attacke und Gegenangriff ist in Stalingrad noch ganz witzig, wenn es aber in Afrika, Frankreich und Deutschland wieder und wieder auftaucht, ist irgendwann die Luft raus.

    Beinahe unsterblich

    Spielerische Neuerungen muss man mit der Lupe suchen. Die wohl einflussreichste ist das überarbeitete Gesundheitssystem. Die üblichen Trefferpunkte und Medikits sucht man in Call of Duty 2 vergebens. Vasili, John und Bill (der eingangs erwähnte amerikanische Held der dritten Kampagne) stecken theoretisch unendlich viele Kugeln weg -- nur zu viele auf einmal sind tödlich. Im Klartext: Wenn das Alter Ego eins auf die Mütze bekommt, heißt es nur kurz Deckung nehmen, und schon ist er wieder fit wie ein Turnschuh. Nur wer sich bei einer Verwundung nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, riskiert den Bildschirmtod. Der tritt bei Call of Duty 2 selbst im dritten der vier Schwierigkeitsstufen recht selten ein, vorsichtiges Vorrücken vorausgesetzt. Eine Speicherfunktion gibt's zwar nicht, doch sichert das Programm den Spielstand regelmäßig und häufig selbstständig, sodass kaum Frust droht.

    Ein Fest für Augen und Ohren

    Die technischen Fortschritte sind dafür umso größer. In der höchsten Detailstufe sieht Call of Duty 2 einfach fantastisch aus. Keine Spur mehr von der kantigen Quake 3-Vergangenheit des Vorgängers. Eine Grafikkarte mit Unterstützung für Shader 3.0 vorausgesetzt (etwa Nvidia 6000er-Serie, Ati X1000er-Serie), kann man beinahe die Bartstoppeln der Kameraden erkennen. Auch die Effekte, allen voran die der Rauchgranaten, die bei Sturmangriffen enorme Vorteile bringen, gehören optisch zum Besten, was der Shooter-Markt zu bieten hat. Allerdings: Selbst Highend-Systeme kommen stellenweise ins Stottern. Zur Not hilft ein Rückfall auf (nicht viel hässlichere) DirectX-7-Effekte.

    Ebenso überzeugend die Klangkulisse: bombastische Surround-Effekte und ein Soundtrack, der einem Leinwandepos würdig wäre. Nur die teils bescheuerten Sprüche von Freund und Feind sorgen gelegentlich für Stirnrunzeln. Warum brüllen die Soldaten des Afrikakorps »Achtung, Kommunisten!«, wenn die Engländer anrücken?

    Rüdiger Steidle

  • Call of Duty 2
    Call of Duty 2
    Developer
    Infinity Ward
    Release
    15.02.2008

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Call of Duty 2
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http://www.gamesaktuell.de/Call-of-Duty-2-Spiel-19642/Tests/Call-of-Duty-2-717388/
01.12.2005
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