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  • Call of Duty 2

    Der Zweite Weltkrieg tobt noch immer -- zumindest virtuell: Der Einberufungsbefehl für Call of Duty 2 liegt bereits parat! Wir konnten jetzt selbst die Flinte in die Hand nehmen.

    Spiele-Redakteure fürchten weder Tod noch Teufel, dafür geraten sie aber bei Abgabeterminen und dem plötzlichen Anruf des Chefs ins Zittern. Abenteuerlustig wie wir nun mal sind, reisten wir in einem alten russischen Rumpelbomber in die polnische Pampa, wo Activision seine Shooter-Hoffnung Call of Duty 2 vorstellte. Bei Wodka, Grillgut und abenteuerlich-waghalsigen Exkursionen gab es nicht nur Opfer zu beklagen, sondern auch etliche Levels zum Probeballern. Zwar fehlten in der spielbaren Beta-Version im Story-Modus noch die Zusammenhänge, dafür kämpften wir uns durch drei sehr abwechslungsreiche neue Szenarien. Dabei schlüpften wir in die schnieken Uniformen der Alliierten und der Roten Armee. Eins vorweg: An dem gnadenlos packenden Spielprinzip des heldenhaften Vorgängers hat sich nichts geändert.

    An der Ostfront

    »Vassili, geh und repariere das Funkkabel«, knarzt es mit russischen Akzent aus den Lautsprechern unseres Kopfhörers. Richtig geraten! Wir befinden uns in Stalingrad. Mit einem kleinen Trupp wackerer Männer schleichen wir uns durch eingerissene Häuserschluchten der einstigen Metropole. Wenn Zerstörung »schön« sein kann, dann muss sie aussehen wie in diesem Abschnitt: Schnee rieselt vom russischen Mittagshimmel, leicht eingepuderte Autowracks qualmen fröhlich vor sich hin und dienen Freund und Feind als Deckung.

    Während wir uns in einem Eingang in Sicherheit bringen und um die Ecke lugen, stürmen die KI-Kameraden leichtsinnig voran und werden prompt von den clever verschanzten Deutschen aufgerieben. Kein Problem: Flugs eine Rauchgranate direkt vor die lauernden Gegner geworfen, im Schweinsgalopp um ihre Stellung gerannt, und nach einigen Salven aus der kurzläufigen Maschinenpistole fressen die Burschen Schnee! Von einem Ragdoll-System bei den Figuren haben die Designer abgesehen, das Risiko der möglichen Indizierung war wohl zu groß.

    Als Otto-Normal-Soldat haben Sie im Halfter lediglich Platz für zwei größere Projektilwaffen, sowie eine Pistole und zwei Granatentypen. Wollen Sie eine verlorene Wumme des Feindes aufnehmen, müssen Sie eine andere dafür ablegen. Generell ließen die Entwickler beim Design der über 30 Waffen höchste Sorgfalt walten. Die Schussgeräusche klingen absolut realistisch, Magazingrößen und Reichweite sollen den metallischen Vorbildern entsprechen. Trotzdem bleibt Call of Duty 2 wie Teil 1 sehr geradlinig und bietet vor allem schnelle Action an vorderster Front.

    Bemerkenswert: Die eigene Spielfigur steckt kleinere Verletzungen an Extremitäten relativ locker weg. Eine kurze Pause genügt, und wir sind wieder einsatzbereit. Nur wirklich ernste Treffer schicken den Helden vorübergehend ins Reich der Träume. Das Bild verschwimmt, die Ansicht färbt sich rötlich. Wer diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht versteht, muss bald auf die Quick-Load-Funktion zurückgreifen.

    Wo ist die Kabeltrommel?

    Ein kleiner Radar am unteren linken Bildschirmrand zeigt uns mit Sternchen an, wo sich die zu flickenden Kabel verstecken. Ein Zielpunkt befindet sich in der zweiten Etage eines zerbombten Hauses. Unsere Gegner sind bereits in Stellung gegangen, leisten erbitterten Widerstand und schleudern unserem Sturmtrupp eine Splittergranate entgegen. »Bombe! Vorsicht«, schreit einer unserer Mitstreiter. Doch zu spät, nach zwei Schritten Richtung Ausgang katapultiert uns die Explosion im hohen Bogen zurück in den Hof. Ein kurzer Blick auf die Anzeige: Glück gehabt, alles noch dran! Mit der rechten Maustaste visieren wir über Kimme und Korn unserer zuvor gemopsten Mauser und verpassen den Helmen der Deutschen Soldaten einige Luftlöcher.

    Anschließend legen wir einen kleinen Zwischensprint ins zweite Stockwerk ein. Von draußen dröhnt bereits das Rattern eines MG-Postens in die Ruine. Schnell das Kabel verpflastert, den feindlichen Vorposten aufgemischt, ein langer Sprung nach unten -- es knirscht vernehmlich. Wieder haben wir Glück -- die Entwickler haben zwar an ein fieses Aufprallgeräusch gedacht, größeren Schaden richtet der Vier-Meter-Sturz aber nicht an.

    Der große Durchbruch

    Kaum um die nächste Ecke gebogen, taucht der Schrecken jedes Soldaten auf: Ein mächtiger deutscher Panzer fräst sich durch die engen Gassen auf eine Kreuzung. Das Maschinengewehr an der Frontseite knattert laut und schickt die ersten Waffenbrüder in die ewigen Jagdgründe. Erneut nebeln wir das gesamte Areal mit Rauchgranaten ein und flüchten panisch in einen Unterschlupf.

    Wie die Entwickler uns bestätigten, spielt der geschickte Einsatz der Nebelfelder eine entscheidende Rolle. Der Dunst verflüchtigt sich auch nicht sofort, sondern hängt für einige Minuten wie ein grauer Schleier über dem Zielgebiet. Dabei zeigt sich die grafische Qualität von Call of Duty 2: Selbst die unscheinbaren Rauchgranaten verursachen realistische Effekte, die ihresgleichen suchen. Der ausströmende Qualm sieht voluminös und ungeheuer plastisch aus. Laufen Sie hinein, beträgt die Sichtweite nicht mehr als zwei Meter. Plötzlich auftauchende Gegner reagieren zunächst ein wenig verwirrt, setzen aber bei Kontakt flott zum Gegenangriff mit dem Gewehrkolben an.

    Zurück zur Panzerattacke: Da in dieser Mission leider keine Bazookas zur Verfügung stehen, greifen wir auf die patentierten Haftminen zurück. Ähnlich wie beim Flicken der zerfetzten Kabel, zeigt uns eine gelbe Zielmarkierung an dem mechanischen Monstrum an, wo die Ladung platziert werden muss. Halb geduckt spurten wir zum Tank, drücken die Eingabetaste, und mit einem »Pling« ist der Sprengkörper angebracht. Nach einigen Sekunden geht das Biest zuerst in Rauch auf, danach fliegt es in einer finalen Explosion auseinander -- Mission bestanden!

    Panik und Pyramiden

    Der nächste spielbare Abschnitt führt uns an die Küstenregionen Ägyptens, wo wir per Jeep in ein von Deutschen belagertes Fischerdorf gebracht werden. Kaum dass die Fahrzeuge die Dorfmauern durchquert haben, wird der Konvoi auch schon von ersten Widersachern umringt. Die Vehikel gehen in Flammen auf, wir und einige weitere britische Soldaten erwidern das Feuer. Ähnlich wie bei den späteren Aufträgen gehen unsere Jungs relativ schnell drauf, werden aber flott durch neue Rekruten ersetzt.

    Erster Höhepunkt: Nachdem wir eine kleine Basis der Deutschen mit wenigen Kameraden erobert haben, setzen die Gegner zur Gegenoffensive an. Mit dem Scharfschützengewehr platzieren wir uns auf dem Dach, halten ein wenig vor und wehren die erste Welle ab. Den als finales Monster eingetroffenen Panzer setzen wir mit einem seitlich angesetzten Bazooka-Treffer schachmatt: Wie in beinahe jedem Shooter haben Kettenfahrzeuge in Call of Duty 2 verschieden gepanzerte Trefferzonen.

    Eigentliches Ziel dieser Mission: Wir sollen Leuchtsignale an vier Flak-Geschützen anbringen. Vorsichtigerweise fallen wir allerdings nicht mit der Tür ins Haus, sondern suchen uns einen alternativen Weg. Auffällig: Sehr viele Gebäude in Call of Duty 2 sind begehbar und bieten Schutz. Einige Seitenstraßen und höhere Stockwerke dienen zudem als Schleichwege, um unentdeckt hinter die feindlichen Linien zu gelangen. Bei den Geschützen angelangt, schlagen wir im Nahkampf mit dem Maschinengewehr eine Schneise in die feindliche Defensive. Die Verteidiger stemmen sich zwar verzweifelt gegen unsere Angriffswelle, können aber der Übermacht nicht entkommen. Wir setzen die Markierungen, wenige Sekunden später kreuzen mächtige Schlachtpötte vor der Küste. Auch hier lässt die Grafik-Engine die Funken fliegen: Mit gewaltigem Wumpern feuern die Kriegsschiffe auf die Flakgeschütze. Im roten Rauch der Signalfackeln schlagen die ersten Treffer ein, Flammen stieben Richtung Himmel. Wirklich beeindruckend!

    Vive la résistance!

    Dreiauge Sam Fisher hätte an der der Mission in St. Louet, Frankreich, seine helle Freude. Tageszeit: Nacht. Lichtverhältnisse: dunkel. Lediglich einige Straßenlaternen und die Mündungsfeuer der Gewehre tauchen die Straßen des französischen Provinznests in Schummerlicht. Nachdem einige Vorposten das Zeitliche segnen, folgt ein beeindruckendes Gefecht vor der örtlichen Kirche. Ein weiteres Beispiel für die exzellent geskripteten Ereignisse: Die Glocke schlägt Zwölf, dutzende pünktliche deutsche Soldaten stürmen aus dem Gotteshaus, gehen hinter den schmalen Mauern in Stellung, bemannen ein Geschütz.

    Eine Granate unsererseits hält den Nachschub auf. Gezieltes Werfen fällt dabei relativ leicht und richtet sich nach gängigen Genre-Standards; Wind oder andere Einflüsse müssen wir nicht mitberechnen. Wir hüpfen schnell über die Mauer und klemmen uns hinter das stationäre MG. Mit präzisen Salven dezimieren wir die Übermacht. Immer schön langsam, sonst überhitzt die Knarre. Für den finalen Sturm arbeiten wir uns in die kleine Kathedrale vor. Durch die Mosaikfenster fällt buntes Licht ins Innere, Kugeln schießen durch die Luft, schlagen in Bänke ein. Die Physik-Engine hält sich dabei vornehm zurück: Abgesehen von Fässern oder Krügen bleibt das Inventar weitestgehend verschont. Allerdings können Sie mit großkalibrigen Schießprügeln dünne Holzplatten durchschlagen. Sekunden später haben wir die dritte Mission erfolgreich beendet.

    Rüdiger Steidle

  • Call of Duty 2
    Call of Duty 2
    Developer
    Infinity Ward
    Release
    15.02.2008
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http://www.gamesaktuell.de/Call-of-Duty-2-Spiel-19642/News/Call-of-Duty-2-717411/
01.10.2005
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