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  • Call of Duty 2: Big Red One

    So weit die Füße tragen: Erlebt als Frontsoldat einer U.S.-Infanteriedivision ein abwechslungsreiches WWII-Ego-Shooter-Abenteuer.

    Zurück an der Front! In diesem Jahr erscheint der WWII-Ego-Shooter "Call of Duty 2" erstmals fast gleichzeitig für PC und alle Konsolen. Trotz der Namensgleichheit unterscheiden sich die Versionen erheblich. Die PC- und Xbox-360-Scharmützel wurden von Infinity Ward programmiert, den Erfindern dieser Spielreihe. Die Entwickler halten nach wie vor an ihrem erfolgreichen Spielkonzept fest, das inzwischen mit über 80 "Game of the Year"-Awards ausgezeichnet wurde: Abschnittsweise kämpft man als britischer, amerikanischer und russischer Soldat an bekannten historischen Schauplätzen.

    Beim Konsolendebüt "Call of Duty: Finest Hour" ging diese Rechnung im letzten Jahr nicht auf. Die Macher von Sparks Unlimited -- das sind die ehemaligen "Medal of Honor: Frontline"-Leute -- hatten ein unfertiges Produkt abgeliefert. Weder das Leveldesign noch die audiovisuelle Präsentation reichten an das Computer-Original heran. Deshalb wurde der Nachfolger in die Hände eines anderen Software-Studios gelegt. Die Wahl fiel auf Treyarch. Kennern der PlayStation2-Szene ist die Firma nach "Spider-Man 2", "Ultimate Spider-Man" oder "Kelly Slater's Pro Surfer" ein Begriff.

    Geschichtsstunde zum Nachspielen

    Den Spezialisten von Treyarch standen die First-Person-Shooter-Spezialisten von Grey Matter zur Seite. Diese kennen sich im Zweiter-Weltkrieg-Milieu aus wie in ihrer eigenen Westentasche. Schließlich gehen "Return to Castle Wolfenstein" und das "Call of Duty"-PC-Add-on "United Offense" auf ihr Konto. Dieses verheißungsvolle Gespann hat in den zurückliegenden Monaten ein WWII-Spektakel mit einem eigenständigen, konsolenoptimierten Spielkonzept erarbeitet.

    Anders als beim großen PC-Bruder dreht sich die Geschichte um sieben Charakterköpfe. Der TV-Zehnteiler "Band of Brothers" und Ubisofts Taktikballerei "Brothers in Arms" haben hier Spuren hinterlassen! Geschickt haben die Drehbuchautoren dabei die Geschichte der Soldaten mit der ihrer Einheit, der ersten U.S. Infanteriedivision, verknüpft. Man erlebt einerseits, wie sich die Figuren im Laufe der Zeit weiterentwickeln, andererseits wechseln in regelmäßigen Abständen und in historisch korrekter Reihenfolge die Schauplätze.

    Die Big Red One -- so die Bezeichnung im Militärjargon -- wird überall dort eingesetzt, wo es brennt. So stehen in den Kriegsjahren 1943 bis 1945 neben der Jagd nach Wüstenfuchs Rommel in Nordafrika auch die Invasionen von Sizilien und der Normandie, die Schlacht in den Ardennen sowie die Überschreitung der stark befestigten Siegfriedlinie auf dem Plan.

    Achtung, Stukas greifen an!

    Den Leveldesignern ist es dabei gelungen, aus jedem der 13 Abschnitte ein kurzweiliges wie auch spielerisch spektakuläres Meisterwerk zu formen. Das "Call of Duty"-PC-Erfolgsrezept, dem Spieler keine Verschnaufpause zu gönnen, wird beim zweiten PS2-Ableger erstmals gekonnt in die Tat umgesetzt. Folglich werden die klassischen Ego-Shooter-Passagen immer wieder von ebenso ballerlastigen Fahrzeug- oder Geschütz-Intermezzi unterbrochen.

    Ein Paradebeispiel ist das Level Piano Lupo. Gleich zu Beginn müsst ihr euch hinter eine Vierlings-Flak klemmen und eine Rotte Ju-87 Sturzkampfbomber vom Himmel holen, die das Treibstofflager und die Haubitzen-Stellungen in die Luft jagen wollen. Im Anschluss geht's zu Fuß weiter. Nach unzähligen Feuergefechten und jeder Menge aufregender Momente bekommt man letztlich den Befehl, sich hinter einem Hügel zu verschanzen, mit einem Fernglas die Positionen feindlicher Panzer auszukundschaften und diese an den Artillerie-Leitstand im Hinterland zu funken.

    Typisch "Call of Duty": Als richtiges Schmankerl entpuppen sich wieder einmal die wenigen reinen Vehikel-Missionen. Diesmal hilft man als Panzerkommandant und Schütze, aber auch als MG- und Bombenschütze an Bord eines U.S.-Flugzeugs aus.

    Einer für alle, alle für einen

    Hinzu kommt, dass "Call of Duty 2: Big Red One" zu keiner Zeit das Gefühl vermittelt, man würde sich in einem schlauchartigen Gebilde fortbewegen -- das war die große Schwäche früherer "Medal of Honor"-Spiele. Diese positive Entwicklung liegt wohl am ständigen Wechsel aus engen Passagen und großflächigen Arealen. Leider wurden hier viel zu viele unsichtbare Wände eingebaut, an denen man im Eifer des Gefechts gelegentlich hängen bleibt.

    Auf einem ganz anderen Blatt steht die Künstliche Intelligenz. Bis auf wenige Ausnahmen kämpft ihr zusammen mit euren Kameraden. Im Gegensatz zu den "Brothers in Arms"-Titeln oder zu "Medal of Honor: European Assault" aber erteilt ihr hier mit dem digitalen Steuerkreuz keine Teambefehle. Stattdessen empfängt man klar formulierte Anweisungen vom Vorgesetzten Sergeant Hawkins. Diese liefern in manchen Situationen hilfreiche oder gar überlebensnotwendige Spieltipps. Allerdings rennen die CPU-gesteuerten Mitstreiter auffallend oft ins gegnerische Feuer oder versperren in brenzligen Situationen den Rückweg. Ein ähnliches Bild ergibt sich auf der gegnerischen Seite -- zu stereotyp und zu leicht durchschaubar fallen die Bewegungs- und Verhaltensmuster der Deutschen, Italiener und Vichy-Franzosen aus.

    Der Haken an der Sache

    Im Endeffekt hätte das zweite Konsolen-Gastspiel von "Call of Duty" das Zeug gehabt, auf einer Stufe mit dem nunmehr dreieinhalb Jahre alten "Medal of Honor: Frontline" und dem Kino-Meilenstein "Der Soldat James Ryan" zu stehen. Aus irgendeinem Grund jedoch haben es die Entwickler von Treyarch und Gray Matter versäumt, dem WWII-Epos einen anständigen Showdown mitzugeben. Nach rund zehn Stunden endet das ansonsten so gelungene Abenteuer schlagartig -- ganz ohne Glanz und Gloria. Spötter reden hier von einem Zockerus interruptus.

    Generell wäre eine Story wünschenswert gewesen, die die einzelnen Kapitel stärker zusammengeschweißt hätte. Zwar liefern In-Game-Cutscenes ständig neue Zusatzinformationen, doch identifiziert sich der Spieler nicht wirklich mit den Charakteren. Die großen emotionalen wie auch dramaturgischen Momente wurden nicht richtig in Szene gesetzt. Umso mehr geht der Soundtrack von Graeme Revell unter die Haut. Der U.S.-Komponist war mit seinen Musikstücken maßgeblich am Erfolg von Box-Office-Erfolgen wie "The Crow", "Sin City" oder "The Chronicles of Riddick" beteiligt. Genau wie sein Vorgänger Michael Giacchino (u.a. "Secret Weapons over Normandy") dirigierte Revell ein renommiertes Symphonie-Orchester, um dem Spiel mit der Hintergrundmusik die nötige Tiefe zu verleihen.

    The Sound of War

    Last but not least kommt die besagt dichte Atmosphäre durch den bombastischen Waffensound zustande. Besonders die großkalibrigen Waffen bringen mit ihren dumpfen Schlägen und satten Bässen die Zockerbude zum Beben. Gleiches gilt übrigens für die wuchtigen Granaten- und Bombeneinschläge. Ferner ist es Publisher Activision gelungen, eine Palette hochkarätiger deutscher Synchronsprecher an Land zu ziehen, deren Stimmen in allen Situationen äußerst glaubwürdig rüberkommen. Daher bekommt "Call of Duty 2: Big Red One" einen play-Orden ans Revers geheftet -- und das trotz der harsch kritisierten "So lala"-Story...

    Call of Duty 2: Big Red One (PS2)

    Spielspaß
    8,5 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    abwechslungsreiches Leveldesign
    atemberaubende Grafik
    spannungsgeladene Atmosphäre
    ruckelige Framerate
    fehlender Showdown
    zusammenhanglose Story
  • Call of Duty 2: Big Red One
    Call of Duty 2: Big Red One
    Developer
    Treyarch Corporation
    Release
    16.11.2005

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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Call of Duty 2: Big Red One
Call of Duty 2: Big Red One
So weit die Füße tragen: Erlebt als Frontsoldat einer U.S.-Infanteriedivision ein abwechslungsreiches WWII-Ego-Shooter-Abenteuer.
http://www.gamesaktuell.de/Call-of-Duty-2-Big-Red-One-Spiel-19643/Tests/Call-of-Duty-2-Big-Red-One-720127/
01.01.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/cod_04eps.jpg
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