Call of Duty 2: Big Red One
Sie waren der FC Bayern München der U.S.-Army, das A-Team im Zweiten Weltkrieg: die erste Infanteriedivision. Wann immer es irgendwo besonders brenzlig wurde, traten die beinharten Ballermänner auf den Plan und sorgten für Ruhe. Von 1942 bis 1945 klärten sie Gebiete in Afrika und Europa und machten sogar dem Wüstenfuchs Rommel den Garaus. Dabei waren sie stets als erste Einheit vor Ort und mussten sich deshalb mit dem größten Widerstand herumplagen. Grund genug, die so genannte Big Red One im neuesten Teil der "Call of Duty"-Serie in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken.
Mir nach, Kameraden!
Erstmals macht ihr euren Job nicht nur an wahllos aneinander gereihten Kriegsschauplätzen, sondern kämpft euch auch durch eine drei virtuelle Jahre dauernde Kampagne. "Call of Duty 2: Big Red One" führt euch durch Tunesien, Libyen und schließlich Richtung Mitteleuropa nach Frankreich, Belgien und Deutschland. Ähnlich wie in "Brothers in Arms" steht in den Zwischensequenzen die Kameradschaft unter den Soldaten im Vordergrund. Jeder Haudegen verfügt über individuelle Eigenschaften, eine eigene Persönlichkeit und eine charakteristische Stimme, die ihr während der Missionen oft zu hören bekommen werdet.
Man kontrolliert seine Waffenbrüder nicht direkt, vielmehr reagieren diese auf das Vorgehen des Spielers und orientieren sich an dessen Laufwegen. Während wir etwa durch die zerstörten Straßenzüge eines französischen Dorfes schleichen, gehen unsere Kollegen schon beim ersten Schuss recht geschickt in Deckung. Dabei nutzen sie Häusereingänge und zerstörte Fahrzeuge, um durch die Luft sausendem Blei zu entkommen. Während des Gefechtes plärren sie immer wieder in unsere Richtung, verlangen Verstärkung oder warnen uns vor feindlichen Scharfschützen auf den Dächern gegenüber.
Nach einigen Missionen entsteht somit tatsächlich eine fast schon persönliche Bindung -- die allerdings auch jäh wieder unterbrochenen werden kann. Fällt ein Kamerad in der Schlacht, ist er für künftige Aufträge nicht mehr verfügbar. Klingt logisch, ist aber nicht in jedem Shooter üblich! Wer allzu schonungslos mit seinem Personal umgeht, sieht sich folglich bald chancenlos einer riesigen Übermacht gegenüberstehen.
Einstürzende Neubauten
Die "Call of Duty"-Serie steht wie kaum eine andere Reihe für nervenzerreißende Kriegsaction und spannende Häuserschlachten. Damit ihr während der vielen getriggerten Sequenzen bloß nichts verpasst, haben die findigen Entwickler von Treyarch eine ganz besondere Finesse eingebaut: Die so genannten "Look at"-Routinen sorgen dafür, dass dramatische Momente, in denen etwa ein Panzer durch die Wand bricht oder ein Gebäude in sich zusammenstürzt, erst dann aktiviert werden, wenn ihr den betreffenden Bereich anschaut. Auf diese Weise entgeht euch nichts und auf dem Bildschirm ist ständig was los! Über den Köpfen der ersten Infanterieeinheit schwirren Bomber umher. Bodeneinheiten stürmen am Horizont mit aller Gewalt entfernte Bunker. Dabei scheinen wirklich Dutzende von Männern über den Screen zu wuseln. "Call of Duty 2: Big Red One" gelingt es eindrucksvoll, hektisch-dramatische Kriegsatmosphäre nachzuahmen. Für ein zusätzliches Quäntchen Authentizität sorgen rund 40 Waffen, die von den Designern haarklein den realen Vorbildern entsprechend umgesetzt wurden. Von der Grafik bis zum Sound scheint der Treyarch-Titel eine runde Sache zu werden: Gelungene WWII-Action steht ins Haus. Neben der umfangreichen Solo-Kampagne schickt euch "Call of Duty 2: Big Red One" auch in Multiplayer-Schlachten mit bis zu 16 Spielern. Macht euch auf knackige Deathmatch- und Capture-the-Flag-Gefechte gefasst!