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  • Mach schneller: Pentium4-Tuning

    Bei Spielen hat der Pentium 4 einen spürbaren Leistungsrückstand auf seinen großen Rivalen Athlon 64. Wie Sie den Abstand verkürzen, zeigt unser Übertaktratgeber.

    Das Tuning eines Sockel775-Prozessors unterscheidet sich wesentlich von dem eines Athlon-64-Systems. Der Pentium 4 hat keinen integrierten Speichercontroller, das ganze System vertraut noch auf den klassischen Front Side Bus (FSB). Der FSB ist so etwas wie der Motor des ganzen Rechners. Er bestimmt, wie schnell Daten zwischen Prozessor, Arbeitsspeicher und dem Rest des Systems hin- und hergeschickt werden. Zusammen mit dem fixen CPU-Multiplikator bestimmt er außerdem die Taktrate des Prozessors.

    P4-Basiswissen


    Der FSB ist entscheidend


    Im Gegensatz zum A64-Tuning mit seinen Referenztakten, Speicherteilern und HT-Multiplikatoren muss man beim Pentium 4-Tuning kein Mathegenie sein, um das Ganze zu kapieren. Allerdings sollten Sie sich ein paar Grundlagen aneignen, die das erfolgreiche Übertakten erleichtern. Und gerade wegen des recht empfindlichen P4 gilt natürlich auch hier grundsätzlich: Wir können keine Gewähr für den Erfolg der Maßnahmen geben, Sie unternehmen alles auf eigene Gefahr!

    Die vier Grundfragen


    Bevor Sie sich nun fröhlich ans Werk machen -- oder gar den Kauf neuer Pentium-Hardware von der Übertaktbarkeit abhängig machen wollen -- sollten Sie sich über ein paar grundsätzliche Dinge zum Thema Pentium 4-Tuning Gedanken machen.

    1.Habe ich überhaupt den richtigen Prozessor?


    Vom Pentium 4 gibt inzwischen eine Unzahl an Serien, Spezialversionen und dazu passenden Chipsätzen. Selbst wenn wir uns auf den Sockel 775 beschränken, sind massig Kombinationen aus Mainboard und Prozessor denkbar. Die Vorgehensweise ist zwar tendenziell immer die gleiche, die Erfolgsaussichten können jedoch stark schwanken. Prinzipiell lässt sich jeder P4 übertakten. Wie gut die Erfolgsaussichten bei welcher Konfiguration im Einzelnen sind, können wir nicht detailliert ausführen. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

    2.Ist das verwendete Mainboard tatsächlich Overclocking-geeignet?


    Klar, zwar wollen wir eigentlich den Prozessor (und eventuell den Speicher) übertakten. Das unabdingbare Hilfsmittel dazu ist aber das Mainboard bzw. das darauf befindliche Bios. Und gerade im P4-Bereich gibt es viele Platinen, die erst gar nicht die nötigen Funktionen zum Prozessortuning bereithalten.

    3.Ist meine restliche PC-Hardware dem Tuning gewachsen?


    Ein durchschnittlicher Pentium arbeitet weitaus weniger effektiv als sein Athlon-Pendant. Das heißt: Die Leistungsaufnahme ist sehr hoch, die Verlustabwärme ebenfalls. Das bedeutet, dass Intel-Rechner grundsätzlich sehr stabile Netzteile sowie einen wirksam arbeitenden CPU-Lüfter benötigen. Diese Notwendigkeit wird durch das Übertakten nochmals klar erhöht. Wenn bei Ihnen Netzteil und Lüfter schon aus dem letzten Loch pfeifen, sollten Sie das Tuning lieber sein lassen beziehungsweise erst mal für besseren Ersatz sorgen.

    4. Ist mein Speicher gut genug?


    Zwar lässt sich der Speicher bei vielen Mainboards inzwischen separat in seiner Taktrate justieren. Dennoch kann minderwertiges No-Name-RAM ambitionierte Tuning-Versuche schon im Keim ersticken.

    P4-Tuning in der Praxis


    Multiplikator-Frust


    Sind die grundsätzlichen Voraussetzungen gegeben, geht es nach dem Booten erstmal (meist über V oder 2) rein ins Bios. Wo sich die benötigten Übertaktoptionen befinden, ist von Mainboard zu Mainboard ziemlich unterschiedlich. Meist werden sie inzwischen in ein eigenes Untermenü ausgelagert; am besten schlagen Sie dazu im Handbuch nach.

    Der entscheidende Faktor für das Übertakten ist wie gesagt der Front Side Bus. Zum einen ist er die bestimmende Größe für die Geschwindigkeit des Gesamtsystems. Zum anderen haben Pentium 4-Prozessoren einen fixen, unveränderbaren Multiplikator. Das heißt, über diese Stellgröße lässt sich die Geschwindigkeit der CPU nicht ändern.

    Ausnahmen gibt es nur wenige: Der aktuelle Highend-Prozessor Extreme Edition 955 hat zum Beispiel einen frei wählbaren Multiplikator. Und moderne P4-Baureihen lassen sich in vielen Bios-Versionen immerhin auch auf den Multiplikator 14 festsetzen. Das liegt daran, dass Intels Energiesparfunktion »Speed Step« den Prozessor bei Leerlauf auf 2,8 GHz drosselt -- und dafür eben den Multiplikator 14 benutzt. Der kleinere Multiplikator verbessert die Leistung: Bei einem gleichen oder sehr ähnlichen Gesamttakt ist die Variante mit dem höheren FSB normalerweise etwas schneller.

    Vierfachpumpe


    Bei Intels Prozessoren für den Sockel 775 unterscheiden wir zwischen drei Basis-FSBs: Die Celeron kommen auf 133 MHz, die Pentium 4 auf 200 MHz und manche der bereits erwähnten Extreme Editions auf satte 266 MHz. Ihnen kommen diese Zahlen unbekannt vor? Kein Wunder: Intel nimmt den effektiven FSB und bläst ihn mit seiner »Quadpumped«-Technologie auf das beeindruckend klingende Vierfache auf. Die nominellen Taktraten wären also FSB533 (Celeron), FSB800 (Pentium 4) und FSB1.066 (Extreme Edition). Eine andere Bezeichnung für Quadpumped ist übrigens Quadruple Data Rate (QDR). Das ist insofern wichtig zu erwähnen, als viele Bios-Varianten mit dem Begriff QDR arbeiten.

    Langsam schneller werden


    Kommen wir nun zum eigentlichen Übertaktungsvorgang. Der ist eigentlich simpel, denn Sie suchen sich schlicht die Option für den FSB-Takt aus und erhöhen diesen langsam. Zwei, den Mainboardherstellern anzulastende, Problemchen können dabei stören: Erstens wechseln viele Biosse ohne große Logik munter zwischen den einfachen und den Quadpumped-Werten hin und her. Manchmal heißt es 200 MHz und dann auf einmal wieder 800 MHz. Lassen Sie sich davon nicht verwirren.

    Und zweitens heißt die eigentliche Funktion zur FSB-Erhöhung nur selten bei zwei Mainboards gleich. Ein Beispiel: Asus nennt sie beim P5WD2 schlicht »CPU Frequency«, bei Epox heißt der Punkt wiederum »New FSB Speed«. Oft haben Sie die Wahl, sich in einer Liste den Wert auszusuchen oder ihn direkt per Tastatur einzugeben. Erhöhen Sie den FSB-Wert am besten in Fünferschritten, also etwa von 200 auf 205 bzw. von 800 auf 820 MHz. Speichern Sie den Wert ab, booten Sie neu und testen Sie anschließend mit einem anspruchsvollen Spiel oder einem 3DMark-Loop die Stabilität des Systems. So können Sie nach und nach die Grenzen Ihres Prozessors ausloten.

    Problemfall Speicher


    Auch bei der S775-Plattform ist mit dem CPU-Übertakten untrennbar die Speicherproblematik verbunden. Zwar ist es nicht ganz so schlimm wie beim Athlon 64, doch auch hier taucht der unliebsame Begriff »RAM-Teiler« auf. Und zwar ist die Geschwindigkeit des Speichers über einen Faktor direkt an den anliegenden FSB gekoppelt. Bei DDR2-RAM mit 667 MHz wäre es zum Beispiel bei einem Front Side Bus von 200 MHz der Faktor 3,33. Erhöhen Sie den FSB, geht automatisch auch der Speichertakt im gleichen Verhältnis nach oben, da der Teiler immer gleich bleibt.

    Wenn Ihr Speicher das ohne Murren mitmacht, ist alles okay. Wenn nicht, haben Sie mehrere Möglichkeiten zur Abhilfe. Die teuerste: Sie kaufen sich einfach schnelleren Speicher. Die einfachste: Sie stellen im Bios den gewünschten (Maximal-)Wert ein, den Ihr Speicher erreichen darf. Das handhaben die Boardhersteller leider wieder völlig unterschiedlich. Manche geben abhängig vom aktuellen FSB automatisch sinnvolle bzw. machbare Werte zur Auswahl vor, bei anderen können sie den RAM-Takt komplett händisch eingeben.

    Bei den meisten Modellen ist es auch möglich, den Speicher ohne vorheriges Heraufsetzen des FSBs zu übertakten. Performancetechnisch macht das wenig Sinn: Schneller Speicher profitiert erst dann von seinem erhöhten Datendurchsatz, wenn er die Daten auch entsprechend flott zur CPU schicken kann.

    Begleitende Massnahmen


    Immer kontrollieren!


    Im Prinzip war es das auch schon mit dem grundlegenden Pentium-Tuning. Eine ordentliche Kontrolle aller Funktionen ist nach dem erfolgten Tuning allererste Übertakter-Pflicht! Den meisten Boards liegen dazu inzwischen brauchbare Tools bei, ergänzend dazu empfehlen sich Klassiker wie CPU-Z, Speedfan oder Everest Home Edition.

    Unter Strom


    Besonders bei größeren Übertaktungsmaßnahmen neigen Prozessor und Speicher, manchmal auch der Chipsatz, zu Instabilitäten. Mit einer erhöhten Spannungszufuhr lässt sich das ausgleichen. Erhöhen Sie aber den Wert immer nur um den kleinstmöglichen Schritt, da gerade beim Pentium 4 die erhöhte Abwärme sonst schnell ein kritisches, wenn nicht gar lebensgefährliches Stadium erreichen kann.

    Als allerletztes müssen dann eventuell nur noch die Taktraten für AGP-, PCI- und PCIe-Steckplätze angepasst werden, da auch sie bei der je nach Board automatischen Mitübertaktung zu Instabilitäten neigen können.

    Sollte ein Tuning-Versuch dennoch mal komplett in die Hose gehen, verhalten sich moderne Mainboards leider recht unterschiedlich. Manche starten nach einem missglückten Bootversuch automatisch nochmals mit den Default-Bioswerten, was sehr angenehm ist. Andere können Sie immerhin per Tastendruck dazu veranlassen. Bei vielen ist aber ein umständliches Herausnehmen des CMOS-Jumpers oder gar der Batterie auf dem Mainboard nötig. Das schmälert das Vergnügen am Leistungsfeinschliff doch erheblich.

    Es kann sich lohnen


    Soweit zu unserem kleinen S775-Tuningratgeber, der großteils so auch für den älteren Sockel 478 gilt. Unserer Erfahrung nach machen die allermeisten CPU-Mainboard-Kombis zumindest moderate FSB-Erhöhungen ohne Zicken mit und laufen damit dauerhaft stabil. Für den Fall, dass Ihnen das alles trotzdem noch zu kompliziert ist: Immer mehr Boardhersteller sorgen vor und integrieren automatische Übertaktroutinen ins Bios, die Sie per simplen Tastendruck aktivieren. So flexibel und fein an die Umstände angepasst wie manuelles Tuning sind sie aber nicht.

    Mikkl Galuschka

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Mach schneller: Pentium4-Tuning
Bei Spielen hat der Pentium 4 einen spürbaren Leistungsrückstand auf seinen großen Rivalen Athlon 64. Wie Sie den Abstand verkürzen, zeigt unser Übertaktratgeber.
http://www.gamesaktuell.de/CPU-Hardware-154106/Specials/Mach-schneller-Pentium4-Tuning-717340/
01.04.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/hw_inteltuning_p4_04eps.jpg
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