Tim Schafer: "Bobby Kotick verhält sich wie ein Vollidiot." - Update: Activision reagiert auf Kritik - Schafer: "Ich sollte den Mund halten"
Update vom 15.07.2010, 15:34 Uhr: Tim Schafer rudert zurück: "Das war ein Versehen, ich wollte den Titel meiner Rede in 'Wie man Interviews gibt und überprüfen sollte, dass das Mikrofon aus ist' ändern." "Ich muss meinen Mund halten", so Schafer. "Es ist schockierend, wie man in der Industrie wirklich keine Brücken hinter sich abreißen kann. Man startet seine eigene Firma und muss nicht mehr länger für diesen blöden Boss arbeiten. Ich nenne keine Namen."
"Dann wiederum ist es wie in 'Das Imperium schlägt zurück'. Man geht in den Raum und denkt sich: 'Oh verdammt, Darth Vader sitzt am Tisch'. Es ist solch eine kleine Industrie, man sieht die gleichen Leute immer und immer wieder. Niemand verschwindet jemals."
"Ich werde definitiv nichts über Bobby sagen", erklärt er. "Nach dieser Eurogamer-Sache habe ich erkannt, dass ich ein wenig nervös bin, wenn es darum geht, was ich sagen sollte."
Quelle: Eurogamer
Update vom 15.07.2010, 10:32 Uhr: Tim Schafer hat gestern durch harte Worte gegen Activisions Präsident Bobby Kotick für Aufsehen gesorgt. Unter anderem bezeichnete er Kotick als "totalen Vollidioten". Nun hat Activision reagiert.
"Tim Schafers Kommentar, dass Bobby Kotick 'immer wieder betont, Spiele nicht zu mögen', ist einfach nicht wahr", sagte Maryanne Lataif, Senior Vice President of Corporate Communications bei Activision Blizzard. "Bobby war immer leidenschaftlich an Spielen interessiert, und er liebt die Videospielindustrie. Aber als CEO eines Unternehmens, das Spiele herstellt, die von Millionen Menschen weltweit geliebt werden, ist es für ihn zeitlich schwierig, Spiele so oft zu spielen wie er möchte oder wie er es einst getan hat."
Activision reagiert also besonnen auf die Kritik von Schafer. Zu einer Schlammschlacht kommt es (bisher) nicht.
Quelle: Kotaku
Originalmeldung vom 14.07.2010: Tim Schafer, Schöpfer von Psychonauts und Adventure-Klassikern wie Grim Fandango und Leiter des Entwicklerstudios Double Fine, hat sich im Interview mit Eurogamer ausführlich über Bobby Kotick, den Chef von Activision Blizzard, ausgelassen.
Zur Erinnerung: Activision Blizzard wollte zuerst als Publisher von Double Fines Brütal Legend fungieren. Nach einigen Schwierigkeiten übernahm schließlich Electronic Arts diese Rolle.
Dieser Umstand machte sich bei folgenden Aussagen bemerkbar:
"Er fühlt sich seinen Aktieninhabern gegenüber verpflichtet. Nun, er muss sich deswegen nicht wie ein Arschloch verhalten, oder? Ich denke, es gibt einen Weg, wie er diesen Standpunkt vertreten könnte, ohne sich wie ein Vollidiot zu verhalten. Es scheint zumindest möglich zu sein. Aber das interessiert ihn nicht.
Kotick betont immer wieder, Spiele nicht zu mögen und ich denke, dass diese Einstellung nicht gut für Spiele im Allgemeinen ist. Ich denke einfach nicht, dass wir in einer Maschinen-Industrie arbeiten.
Wir könnten die Sache angehen, als würden wir Seife herstellen, sodass es nur darum geht, das günstigste Stück Seife herzustellen. Kotick hat definitiv diese Einstellung. Ich denke nicht, dass er insgesamt gut für die Industrie ist. Man kann einfach nicht auf irgend etwas anspringen, solange es beliebt, jegliches Leben aus dieser Sache quetschen und anschließend mit dem nächsten Objekt weitermachen. Du musst irgendwann etwas erschaffen, etwas erbauen.
Hoffentlich wird sich Kotick einer anderen Industrie zuwenden. Er könnte in eine Industrie gehen, die mehr Geld abwirft. Eine, die besser zu seinen Leidenschaften passt. Vielleicht Waffenherstellung?"
Harte Worte, die Schafer da in den Mund nimmt. Stimmt ihr ihm zu?
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das interview von shafer find ich klasse. das spiegelt genau meine…