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  • Breath of Fire: Dragon Quarter - Das unrühmliche Ende der Serie? - Leser-Special von A[noob]iz

    Breath of Fire ist eine dieser Spieleserien, die seit Anbeginn ihrer Existenz unter dem Schatten größerer Rivalen leben. Final Fantasy und Dragon Quest sind eben die Lieblinge der Masse, nicht zu Unrecht, wohlgemerkt. Doch wer denkt, er würde abseits Square Enix' Blockbuster nicht auf Qualität im JRPG-Genre stoßen, der irrt sich.

    Hinweis der Redaktion: Auf Cynamite.de findet ihr nicht nur die spannendsten Meldungen zu allen kommenden Top-Titeln, sondern könnt auch selbst zum Redakteur werden! Das folgende Special zu Breath of Fire wurde von unserem User A[noob]iz verfasst - wenn ihr selbst mal eure Schreibkünste auf einem der größten deutschen Gaming- und Entertainment-Portale zum Besten geben wollt, dann meldet euch an und schreibt eure eigenen Artikel - Alle Infos findet ihr hier!

    Breath of Fire: Dragon Quarter - Das unrühmliche Ende der Serie?

    Breath of Fire: Dragon Quarter - Das unrühmliche Ende der Serie? - Leser-Special von A[noob]iz Quelle: vaihtopelit.net Capcoms Rollenspielserie feierte ihr Debüt 1994 auf dem Super Nintendo Entertainment System, und machte ihren weg über die Playstation, bis sie schließlich 2003 mit dem fünften Teil - "Breath of Fire: Dragon Quarter" - auf der PS2 ihr derzeitiges Ende fand.

    Vielleicht ist das Schattendasein der Spielereihe der Grund dafür, dass Fans nun schon seit sieben Jahren auf einen Nachfolger warten. Vielleicht ist es aber auch den zahlreichen Umbrüchen zuzurechnen, die mit dem fünften Teil einhergingen. So spielt der Titel beispielsweise nicht mehr in einer typisch bunten Fantasywelt, sondern in einer düsteren unterirdischen Umgebung, die schon beinahe postapokalyptisch wirkt. Desweiteren erzählt "Dragon Quarter" auch eine völlig neue Geschichte, die mit den Prequels nur noch wenig gemein hat. Doch so oder so bleibt zu klären, ob die Serie nun einen Nachfolger verdient, oder ob man sie lieber totschweigen und begraben sollte.

    Eine dreckige Atmosphäre

    Wie sähe die Welt aus, wenn es keinen Himmel mehr gäbe? Wie sähe die Welt aus, wenn die Luft, die ihr atmet, nicht besser wäre als der Staub in dem eure Mitbürger krepieren?

    Anspruchsvolles Leveldesign sucht man hier leider vergebens. Anspruchsvolles Leveldesign sucht man hier leider vergebens. Quelle: s.uvlist.net In "Dragon Quarter" findet ihr die Antwort. Ihr startet das Spiel als Ryu - ein niedrigrangiger Ranger, der für Recht und Ordnung in den Slums hunderten von Metern unter der Erdoberfläche sorgen soll. Als ihr eines Tages jedoch auf die vermeintlichen Überreste des einst mächtigen Drachen Odjn stoßt, werdet ihr für Höheres bestimmt. Mit Kriminellen und Minderwertigen bildet ihr ein Team, das nur ein Ziel hat - den Himmel, und aus Freunden werden Feinde, die alles daran setzen euch aufzuhalten. Was simpel anfängt, wird schon bald zu einem komplexen Storygebilde aus Verat und Illusion, das existentielle Fragen aufgreift wie etwa die nach der Definition des Menschen.

    Das Setting scheint zunächst sehr eintönig zu sein; ein tristes Industriegebiet reiht sich an das nächste. Der comicorientierte Cel-Shading-Look ist hier das einzige, das ein wenig Freude ausstrahlt. Doch lässt man sich erst darauf ein, bilden Leveldesign und Handlung eine Atmosphäre, wie sie es in ihrer Art nur selten gibt. Man fühlt sich wirklich in eine andere Welt versetzt, in der die Menschheit hoffnungslos auf ihr Ende wartet.

    Unterstützt wird das Ganze von einem hervorragendem Soundtrack aus der Feder von niemand geringerem als Final Fantasy 12-Komponist Hitoshi Sakimoto. Schade nur, dass das Spiel keine richtige Sprachausgabe besitzt, um den Akustik-Genuss abzurunden.

    Über die Charaktere kann man geteilter Meinung sein. Die drei Hauptcharaktere sind leider nichts besonderes, vor allem Nina wirkt in etwa so tiefgründig wie ein Stück Brot. Viel interessanter sind da einige der Bösewichte, deren Motivationen ein Rätsel sind und die Story interessanter gestalten. Zudem schaltet ihr mit jedem Beenden des Spiels automatisch neue Zwischensequenzen frei, in denen bestimmte Figuren nochmal in anderes Licht gerückt werden oder ihr weitere Einblicke in ihre Vergangenheit bekommt.

    Nicht nur aller Anfang ist schwer

    Eines der ersten Dinge, die einem beim Spielen von "Dragon Quarter" neben der Linearität auffallen ist der hohe Schwierigkeitsgrad des Titels. Heilmittel sind selten zu finden oder nur teuer in Shops zu erstehen, und zum Speichern an rar gesäten Speicherpunkten benötigt ihr bestimmte Marken, die ebenfalls nicht günstig sind.

    Die Drachengestalt ist ein zweischneidiges Schwert. Die Drachengestalt ist ein zweischneidiges Schwert. Quelle: img.jeuxvideo.fr Nach den ersten Spielstunden sieht es zunächst so aus, als würde das Spiel Gnade walten lassen, indem es euch die Fähigkeit verleiht, euch in ein mächtiges drachenähnliches Wesen zu verwandeln, gegen das selbst die meisten Bosse alt aussehen. Doch alles kommt mit seinem Preis, so auch diese Fertigkeit, und zwar in Form einer Prozentanzeige am oberen rechten Bildschirmrand, die stetig ansteigt, und umso schneller, wenn ihr besagte Spezialform verwendet. Erreicht diese Anzeige 100% - und glaubt mir das wird sie mindestens ein mal - heißt es "Game Over" für eure Gruppe. Euch bleibt dann nichts anderes übrig als einen früheren Spielstand zu laden, oder komplett von vorne zu beginnen. Naja, zumindest fast komplett von vorne, denn eure Ausrüstung, eure Fertigkeiten und ein Teil eurer Erfahrungspunkte dürft ihr behalten, was jeden weiteren Spieldurchlauf zumindest etwas einfacher gestaltet.

    Nochmal, bitte!

    Dieses Spielsystem nennt sich Scenario Overlay - kurz SOL. Das komplette Prinzip dahinter besteht darin, mehrmals von vorne zu beginnen und während jeden Anlaufs etwas weiter zu kommen als während des vorherigen. Ihr werdet also früher oder später dazu gezwungen werden eure Drachform zu verwenden, da sonst einige Bosse einfach zu schwierig sind. Dadurch füllt sich die Prozentanzeige eures D-Zählers langsam aber sicher, weshalb euch schon bald der Game Over-Bildschirm begrüßt und euch das Spiel mit leicht stärkeren Charakteren von vorne beginnen lässt. Das ganze wiederholt sich so lange, bis ihr letztlich stark genug seit, um nicht ständig vom "ZOMFGROFL-Mode" abhängig zu sein, und der letzte Boss in die Knie geht, bevor es zu spät ist. Vor dem dritten Anlauf sollte man allerdings nicht erwarten, das mitzuerleben.

    Die eigentlich recht kurze Spielzeit von 10 bis 12 Stunden, die bei anderen Rollenspielen ein rießiger Minuspunkt wäre, ist hier und unter solchen Umständen schon fast ein Segen, denn mehrmals nach über 30 Stunden plötzlich von vorne beginnen zu müssen, würde mit Sicherheit so ziemlich jeden abschrecken. Den Spieler unter eine Art Zeitdruck zu setzen, tat schon Majora's Mask drei Jahre zuvor nicht gut, und auch hier stellt der D-Zähler eine gewisse "D-Motivation" dar.

    Glücklicherweise bietet "Dragon Quarter" mit jedem Neubeginn ein zumindest etwas anderes Spielerlebnis, zum einen aufgrund der neuen Zwischensequenzen, und zum anderen wegen Türen die zuerst verschlossen sind und später Zugang zu neuen Räumen gewähren. Auch die Spawnpunkte der Monster können jedes mal unterschiedlich gesetzt sein. Ob diese Features aber nun ausreichen um das ständige Neustarten zu rechtfertigen, muss jeder für sich entscheiden. Die einzige Möglichkeit, euch all den Ärger - aber auch all die zusätzlichen Sequenzen - zu ersparen, ist ein kleiner aber feiner Exploit, auf den ich hier nicht näher eingehen will.

    Viel lieber möchte ich auf das Herzstück des Spiels eingehen - das Kampfsystem. Zufallskämpfe gibt es keine; jeden eurer Gegner seht ihr vor euch. Diesen könnt ihr vor Kampfbeginn mit Gegenständen wie Bomben schwächen oder mit Fleichstücken ablenken um ungesehen an ihm vorbeizulaufen oder hinterrücks zu attackieren. Wer immer den ersten Schlag landet, beginnt den Kampf mit einer Bonusrunde. Ihr werdet also vom Spiel dafür belohnt, nicht nur gedankenlos durch die Gänge zu huschen.

    Die Mischung macht's

    Echtzeit und rundenbasierte Elemente geben sich in Dragon Quarter die Hand. Echtzeit und rundenbasierte Elemente geben sich in Dragon Quarter die Hand. Quelle: gamasutra.com Das Kampfsystem ist eine Mischung aus Echtzeit- und rundenbasierten Elementen. Grundlage des Ganzen sind die sogenannten Aktionspunkte, mit denen ihr euch entweder in einem bestimmten Radius bewegen, oder Attacken starten könnt. Diese Attacken kosten unterschiedlich viel AP, je nach dem wie stark sie sind, und können zu mächtigen Kombinationen vereint werden, wodurch ihr für jeden Angriff einen wachsenden Schadensbonus erhaltet.

    Das Prinzip des Kampfsystems hat viel Potenzial, doch leider wurden bei der Umsetzung zu wenig Fähigkeiten in das Spiel eingebaut, so dass die Kämpfe nicht ansatzweiße so strategisch sind, wie sie hätten sein können. Auch bei eurer Ausrüstung habt ihr nicht viel Auswahlmöglichkeiten. Trotzdem gilt es, die wenigen möglichen Entscheidungen mit Sorgfalt zu treffen, denn Waffen unterscheiden sich zum Teil in der Anzahl der Fähigkeiten die ihr mit ihnen nutzen könnt, und einige Skills sind nur mit bestimmten Waffen ausführbar.

    Endlich etwas Ruhe

    Wenn ihr euch von all den intensiven Kämpfen erholen wollt, oder falls ihr nur noch ein Pad habt, weil die zertrümmerten Überreste der anderen an der Wand kleben, so könnt ihr euch abseits der Handlung die Zeit mit dem Managen einer Ameisenkolonie vertreiben. Hier gilt es, die Rieseninsekten zu trainieren und Gänge graben zu lassen, in denen ihr neue Shops oder Banken errichten und neue Fähigkeiten finden könnt. Sogar einen geheimen Dungeon könnt ihr hier durch fleißiges Buddeln freischalten. Sämtlicher Fortschritt den ihr mit eurer Kolonie erreicht bleibt euch zum Glück nach jedem Neustart des Spiels erhalten. Andere Nebenbeschäftigungen sucht man jedoch vergebens.

    Fazit:

    Breath of Fire: Dragon Quarter ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele, weshalb es mir schwer fällt, objektiv zu bleiben. Doch Fakt ist, dass das Spiel einfach nicht für jeden gemacht ist. Mit SOL-System und Leveldesign kommt eben nicht jeder zurecht. Aber so eigenenartig es für Genremuffel auch sein mag, so einzigartig ist es doch für -veteranen, und allein deshalb hat das Spiel schon einen Nachfolger verdient.

    Technisch: 4/5
    Künstlerisch: 4/5
    Spielerisch: 7/10

    Gesamt: 7,5

    Video-Review zu Dragon Quarter: Breath of Fire


    Mehr findet ihr übrigens in Videoform in meinem Youtube-Kanal. ;)
    http://www.youtube.com/user/ZGoten

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Breath of Fire: Dragon Quarter
Breath of Fire: Dragon Quarter - Das unrühmliche Ende der Serie? - Leser-Special von A[noob]iz
Breath of Fire ist eine dieser Spieleserien, die seit Anbeginn ihrer Existenz unter dem Schatten größerer Rivalen leben. Final Fantasy und Dragon Quest sind eben die Lieblinge der Masse, nicht zu Unrecht, wohlgemerkt. Doch wer denkt, er würde abseits Square Enix' Blockbuster nicht auf Qualität im JRPG-Genre stoßen, der irrt sich.
http://www.gamesaktuell.de/Breath-of-Fire-Dragon-Quarter-Spiel-19355/Specials/Breath-of-Fire-Dragon-Quarter-Das-unruehmliche-Ende-der-Serie-Leser-Special-von-Anoobiz-750155/
21.09.2010
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