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  • Geheimakte Starforce

    Sicherheitsrisiko, Spionage, Abzocke! Der Kopierschutz Starforce polarisiert die Spielergemeinde. Wir klären, was er wirklich macht, was er kann -- und wie Sie ihn loswerden.

    Starforce. Das klingt wie Star Wars, der Kampf mutiger Rebellen gegen das finstere Imperium, also eine prinzipiell gute Sache. Doch nach einem Blick ins Forum von PC PowerPlay oder in eines der vielen Spieler-Blogs im Internet könnten Sie zu einem ganz anderen Schluss kommen. Da ist nämlich die Rede von Sicherheitslücken, nervigen Systemaussetzern, Spionage, kurz: Problemen ohne Ende. Sie stoßen sogar auf Boykottaufrufe gegen Spiele mit Starforce-Kopierschutz. Die allgegenwärtige Befürchtung: Rechtschaffene Kunden werden für ihre Ehrlichkeit bestraft.

    Ist der Starforce-Kopierschutz also in Wahrheit eher ein Kampf finsterer Hersteller gegen die eigenen Kunden? Oder alles nur eine maßlose Übertreibung? Um der Frage nachzugehen, haben wir Sie auf www.pcpowerplay.de gebeten, uns von Ihren Erfahrungen mit Starforce zu berichten. Auch die Herstellerseite haben wir für Sie befragt: Dirk Weber, Entwicklungsleiter beim Publisher CDV, hat ausführlich Stellung genommen. Und das Beste: Unser Artikel ist -- im Gegensatz zu Starforce -- garantiert kompatibel mit sämtlichen Lesegeräten.

    Aufgedeckt: So funktioniert Starforce

    Um Starforce zu verstehen, müssen Sie nicht Informatik studieren. Das Prinzip ist einfach: Der PC steuert jede Komponente mit Treibersoftware. Manche Hardware, etwa Ihre Grafikkarte, benötigt einen externen Hersteller-Treiber. Fürs DVD-Laufwerk stellt Windows die entsprechende Steuersoftware bereit. Bei Installation eines Starforce-Spiels ersetzt der Kopierschutz den vorhandenen DVD-Treiber. Daher müssen Sie im Anschluss den Rechner neu starten -- nur so aktiviert Windows die Starforce-Steuersoftware.

    Beim Spielstart überprüft der neue Treiber nun die im Laufwerk liegende Spiele-DVD oder -CD auf bestimmte Merkmale. Die legt der Hersteller bereits im Presswerk fest; auf handelsüblichen Brennern sind sie nicht reproduzierbar. Sofern der Kopierschutz einen Unterschied zwischen besagter Vorgabe und Datenträger erkennt, vermutet er eine Raubkopie und bricht den Startvorgang ab. Pech gehabt! So einfach ist das.

    Sprechen Sie Starforce?

    Wenn es wirklich so einfach wäre, könnten wir problemlos damit leben und Sie getrost weiterblättern. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus: In regelmäßigen Abständen schreiben Sie uns, dass Sie Probleme beim Starten eines Spiels haben -- wohlgemerkt mit der gekauften Originalversion. Selbst wir Redakteure hatten schon unseren »Spaß« mit Starforce.

    Wir fragen Dirk Weber daher, ob bei CDV viele Beschwerden eintrudeln. »Unsere Hotline hat verschwindend geringe Anfragen, die sich auf Starforce beziehen. Wenn dann Probleme auftauchen, hängt das meist mit exotischen DVD-Laufwerken zusammen, die mit Starforce nicht zurechtkommen. Besonders im Zusammenhang mit Notebooks gibt's manchmal Ärger.«

    Die Hauptfehlerquelle von Starforce liegt in der Tat in der Inkompatibilität zu manchen Laufwerken. Laut Publisher CDV gibt es daher bestimmte Stufen, wie genau Starforce die Disc überprüft. Je schwächer die Einstellung, desto geringer die Ausfallrate. Darunter leidet aber möglicherweise die Wirksamkeit des Kopierschutzes.

    Gegebenenfalls stellen installierte Kopier- oder Mount-Programme wie Daemon Tools oder Clone DVD ein Problem dar. Dirk Weber dazu: »Es ist möglich, dass Starforce deswegen den Start eines Spiels verweigert. Zum Beispiel schützt es ja auch vor Cracker-Tools. Wenn Kunden unseren Support gefragt haben, dann haben wir empfohlen, solche Tools zu deaktivieren/deinstallieren. Das hat schon zu positiven Ergebnissen geführt.«

    Sicherheitsrisiko Starforce?

    Ist Starforce ein Sicherheitsrisiko oder gar Spyware? Die Problematik ist, dass Starforce sehr nah am Systemkern installiert wird und damit quasi eine Brücke zwischen System- und Benutzerebene schlägt. Das macht allerdings auch andere Software, darunter Emulationsprogramme wie Daemon Tools und Alcohol sowie Virenkiller und Firewalls. Der Starforce-Hersteller Protection Technology schließt jegliches Risiko aus und verweist darauf, dass die Treiber nur dann aktiv werden, sobald das entsprechende Spiel startet. Ebenso beteuern die Entwickler, dass keinerlei Daten vom Rechner übermittelt werden. Dennoch: Ein ungutes Gefühl bleibt zurück.

    Bye-bye, Starforce

    CDV sieht sich übrigens derzeit nach einem alternativen Kopierschutz um, der eine größere Kompatibilität bei gleich bleibender Sicherheit verspricht. Glücklich scheint der Publisher mit den Problemen mancher Nutzer wohl nicht zu sein.

    Vielleicht ist auch das Image von Starforce ein Ärgernis. Auf kritische Artikel reagiert die in Russland ansässige Herstellerfirma angeblich gerne mit Drohungen der Marke »juristisches Nachspiel«. Überzeugt von ihrem Produkt ist Protection Technology allemal. Das zeigt die Marketingkampagne für Starforce, die Ende letzten Jahres groteske Ausmaße annahm. Auf www.star-force.com lobte der Hersteller einen Wettbewerb aus: 10.000 US-Dollar für denjenigen, der in den Moskauer Büroräumen einen reproduzierbaren Beweis für Probleme mit Starforce vorgeführt hätte. Nach Firmenangaben gab es keine Bewerbungen für den Wettbewerb.

    Kaputtgeschützt?

    Alles ganz sicher also. Ebenfalls ganz sicher haben Sie und wir uns die Probleme mit Starforce-Spielen nicht ausgedacht. Und da liegt der Hund begraben. Auch wenn Starforce nicht schädlich ist, auch wenn er nur selten Probleme bereitet, auch wenn wir den Wunsch der Hersteller nach einem sicheren Schutz ihres geistigen Eigentums verstehen können: Sobald ehrliche Kunden wegen eines Kopierschutzes nicht mehr spielen dürfen, ist Starforce vor allem eins: ganz großer Käse.

    Simon Fistrich

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Geheimakte Starforce
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http://www.gamesaktuell.de/Branchen-News-Thema-230074/Specials/Geheimakte-Starforce-717342/
01.04.2006
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