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  • Bounty Bay Online

    Freibeutern mit Hindernissen: Wer im salzwässrigen Online-Rollenspiel Bounty Bay in See stechen will, braucht viel Geduld, wenig Anspruch -- und sehr, sehr gute Ohrenstöpsel.

    Volksauflauf am Marktplatz: Der bislang einzige Server ist gut gefüllt, und die Städte sind mit Verkaufsständen anderer Spieler förmlich gepflastert. Volksauflauf am Marktplatz: Der bislang einzige Server ist gut gefüllt, und die Städte sind mit Verkaufsständen anderer Spieler förmlich gepflastert. Bounty: Das bedeutet übersetzt »Kopfgeld« -- und schon nach drei Minuten wissen wir, auf wen es ausgesetzt ist. Auf den Komponisten der Musik nämlich. Gerade haben wir uns durch eine Charaktererschaffung geklickt, die durch völlige Informations-Abwesenheit glänzt (um welche der vier spielbaren Klassen Entdecker, Krieger, Händlerin oder Seefahrerin es sich bei den Damen und Herren handelt, die wir dort anklicken dürfen, verrät nur ein Blick ins Handbuch), da wartet auch schon die erste Tutorial-Seeschlacht. Fein, denken wir, nix wie ran an den Piraten. Doch schon vor der ersten Kanonensalve werden wir von einem markerschütternden Geschepper angefallen, das klingt, als habe man das Schulorchester der örtlichen Grundschule auf Koks gesetzt.

    Während wir noch panisch nach einer Möglichkeit suchen, diese gefährliche Körperverletzung auszuschalten, macht der Hund des Testers Nägel mit Köpfen und beißt das Stromkabel durch. Braves Tier.

    Tückische Steuerung

    Ich bin Holzfäller und mir geht’s gut ... Holzhacken ist eine der Erntefähigkeiten. Das Holz lässt sich in diversen Handwerksfähigkeiten weiterverarbeiten. Ich bin Holzfäller und mir geht’s gut ... Holzhacken ist eine der Erntefähigkeiten. Das Holz lässt sich in diversen Handwerksfähigkeiten weiterverarbeiten. Nach dem Kabelaustausch fällt auch der erste Landgang ernüchternd aus -- in den Städten herrscht zwar viel Trubel, aber unglücklicherweise auch eine allzu zeitgenössische Optik. Will heißen: Bounty Bay sieht aus, als sei es zu Sir Francis Drakes Zeiten entwickelt worden. Die Steuerung stammt hingegen direkt aus der Hölle: Unseren Freibeuter in Spe müssen wir ausschließlich per Maus steuern, ein Rechtsklick bewegt ihn an die gewünschte Stelle (sofern die hinterhältige Wegfindung nichts dagegen hat, zum Beispiel eine andere Figur zum Dranhängenbleiben), die Kamera würden wir gerne per Tasten steuern, dürfen aber nicht. Wenigstens können wir mit der obsolet gewordenen linken Hand den Hund streicheln.

    Learning by Doing

    Seeschlachten machen Laune, ziehen sich aufgrund der Trägheit und relativ niedrigen Geschwindigkeit der Schiffe aber häufig in die Länge. Seeschlachten machen Laune, ziehen sich aufgrund der Trägheit und relativ niedrigen Geschwindigkeit der Schiffe aber häufig in die Länge. An Land spielt sich Bounty Bay wie ein unspektakuläres Online-Rollenspiel. Diverse NPCs verteilen Aufträge, die streng nach Schema F verlaufen, also bringe dies dorthin und töte zehn davon. Verschiedene Handwerks- und Erntefähigkeiten versprechen Abwechslung vom Seefahrerleben. Erfahrungsstufen gibt es nicht -- sämtliche Fähigkeiten verbessern sich, ähnlich wie in Oblivion, durch Anwendung. Hauen wir oft genug die umherstreunenden Füchse und Krabben, steigt unser Waffenskill. Schippern wir hingegen mit unserem Kahn durch die Weltmeere, erhöhen wir die Navigationskünste.

    Die Landkämpfe laufen dabei onlinerollenspieltypisch automatisch ab; im weiteren Spielverlauf erwerben wir beim Trainer Spezialfähigkeiten und -angriffe, die das Ganze spürbar auflockern, aber nie die Tiefe eines reinrassigen Online-Rollenspiels erreichen.

    Langweiliges Entdecken

    Auf hoher See hingegen spielt sich Bounty Bay wie ein komplexeres -- aber auch deutlich langwierigeres -- Pirates. Das Aufrüsten des eigenen Schiffes motiviert, die Seeschlachten sind spannend, aber dazwischen regiert jede Menge Leerlauf. Besonders Entdecker brauchen viel Geduld -- ihr Job klingt nämlich aufregender, als er tatsächlich ist. Während Krieger aus diversen Angriffsmissionen wählen dürfen, besteht das Entdeckerdasein hauptsächlich aus Hin- und Herfahren. Das macht eine Zeitlang durchaus Laune, wird aber ebenso schnell eintönig wie das Leben als Händlerin.

    Vom Krieger zum Piraten

    Beim Trainer lernen wir neue Fähigkeiten oder verbessern unsere alten. Die diversen Kampfskills machen das Gegnergekloppe deutlich abwechslungsreicher. Beim Trainer lernen wir neue Fähigkeiten oder verbessern unsere alten. Die diversen Kampfskills machen das Gegnergekloppe deutlich abwechslungsreicher. Den meisten Spaß macht uns Bounty Bay als Krieger. Der später auch zu den Piraten überlaufen darf, das nötige Ansehen beim finsteren Gesindel vorausgesetzt. Hier sind die Missionen vergleichsweise abwechslungsreich; mal geht’s zum Gegnervertrimmen an Land, dann zum Schmugglerversenken auf See, anschließend zum Botengang in die Nachbarstadt. Gegen Schwergewichte wie Vanguard oder World of WarCraft kann Bounty Bay zwar zu keiner Zeit konkurrieren, aber dennoch übt das Ganze einen eigentümlichen Reiz aus. Ist man erst einmal hinter die spielerischen Zusammenhänge gestiegen -- das Tutorial ist dabei leider keine große Hilfe -- offenbart sich ein gewisses Suchtpotenzial: Noch ein Schiffsupgrade hier, ein neuer Säbel da, dann noch schnell das Holzfällen verbessern und neue Matrosen anheuern ... ehe man sich versieht, ist man doch glatt in der Spielwelt versunken.

    Schmerzfrei muss man sein

    Die Spielwelt umfasst nicht nur den Mittelmeerraum, sondern auch Nordsee, Afrika und die Neue Welt. Die Spielwelt umfasst nicht nur den Mittelmeerraum, sondern auch Nordsee, Afrika und die Neue Welt. Dieses Versinken setzt allerdings eine hohe Schmerztoleranz voraus. Neben der völlig antiquierten Optik, der qualvollen Musik und der trägen Steuerung stören vor allem die lieblos geschrieben und übersetzten Dialoge. Wo sich andere Online-Spiele wenigstens um den Ansatz einer Hintergrundgeschichte bemühen, gibt’s bei Bounty Bay Online nur ein paar müde dahingeklatschte Satzbrocken -- und die sind teilweise auch noch wunderbar albern übersetzt. Unser bisheriges Testhighlight: »I am a Wächter von this city!«

    Zu diesem unausgegorenen Eindruck passt auch, dass der Link im Installationsmenü, der Sie zur Accounterstellung leiten soll, nicht funktioniert. Google wird’s freuen. Das Spiel selbst ist mit 25 Euro erfreulich günstig, allerdings erscheinen uns die monatlichen Gebühren von knapp 10 Euro (nach dem ersten Gratismonat) als zu teuer -- für geringfügig mehr Geld bekommt man anderswo einfach deutlich mehr Spielspaß geboten.

  • Bounty Bay Online
    Bounty Bay Online
    Publisher
    Frogster Interactive
    Developer
    Frogster Interactive
    Release
    25.06.2008

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Bounty Bay Online
Bounty Bay Online
Freibeutern mit Hindernissen: Wer im salzwässrigen Online-Rollenspiel Bounty Bay in See stechen will, braucht viel Geduld, wenig Anspruch -- und sehr, sehr gute Ohrenstöpsel.
http://www.gamesaktuell.de/Bounty-Bay-Online-Spiel-19296/Tests/Bounty-Bay-Online-725055/
17.05.2007
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2007/04/t_bountybay_01_05_070426133209.jpg
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