Blacksite Area 51
Wer hätte das gedacht: Für die PS3-Fortsetzung des PS2-Shooters "Area 51" hat Midway ein neues Entwicklerteam zusammengetrommelt. Einige der Videospiel-Veteranen haben bereits an Titeln wie "Deus Ex", "Splinter Cell" und sogar "System Shock 2" (PC) gearbeitet. Zu erwähnen wäre hier beispielsweise Kreativdirektor Harvey Smith (siehe Interview), der zuletzt für Ion Storm an der Xbox-Schleicherei "Thief: Deadly Shadows" werkelte. Die Story-Autorin Susan O’Conner ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt (siehe Kasten). Ihrer Feder entsprang unter anderem die Handlung des Xbox360-
Shooters "Gears of War". Bei so viel versammelter Branchenprominenz ließen wir uns natürlich nicht zwei Mal bitten und flogen ins ferne Texas. Dort durften wir beim Entwickler einen exklusiven Blick auf den Ego-Shooter "BlackSite: Area 51" werfen.
Aber was soll "BlackSite" eigentlich bedeuten? Wir fragen bei Harvey Smith nach. Er als kreativer Kopf des Teams muss das ja schließlich wissen! "Eine Blacksite ist ein geheimes Gefängnis des U.S.-Militärs außerhalb der USA", erklärt uns Smith. Hier erschließt sich auch der Zusammenhang mit der Area 51. Schließlich werden in Midways Ego-Shooter Flüchtlinge, Einwanderer und Kinder in die geheime Militärbasis verschleppt. In diese wenig verlockende Einrichtung verschlägt es den Spieler auch im zweiten Teil des Ego-Abenteuers. Doch es soll sich einiges ändern im Vergleich zum Vorgänger: "Das erste 'Area 51' war uns letztlich doch etwas zu abgedreht. Wir wollen den Nachfolger lieber in einem glaubhafteren Szenario ansiedeln", erläutert uns Smith, während wir durch das Studio laufen.
Aliens in der Wüstenstadt!
Wir betreten den Präsentationsraum, in dem bereits das Titelmenü von "BlackSite: Area 51" auf einer großen Leinwand zu sehen ist. Es versammeln sich noch einige Mitglieder des Entwicklerteams, dann wird das Licht gedimmt. Das Spiel startet, und wir sind tatsächlich sofort angetan vom neuen Look. Wir finden uns nicht in irgendeinem sterilen, futuristischen Hightech-Labor wieder, sondern in dem dreckigen, maroden Örtchen Rachel. Über uns kreist noch der Hubschrauber, der uns gerade abgesetzt hat, und wirbelt dabei jede Menge feinen Staub auf. Exakt so würde solch ein Wüstenkaff wohl aussehen, nachdem eine Horde Aliens darüber hergefallen ist.
Auch unser Einsatzteam kommt nicht mehr ganz so futuristisch gestylt daher. Die glänzenden Kampfrüstungen aus dem PS2-Vorgänger mussten einem zeitgemäßeren Outfit weichen: Über einem grauen Overall mit unzähligen Protektoren tragen die Teammitglieder nun einen Gurt mit zahlreichen Magazintaschen. Darunter lugen die Halteriemen einer Kevlar-Panzerweste hervor. Manche haben Helme oder Sturmhauben auf, manche verzichten gänzlich auf einen Kopfschutz.
Doch bei der wirklichkeitsnahen Optik der Soldaten ist für die Entwickler noch lange nicht Schluss. Die Helden ihres Spiels sollen etwas haben, das den Kämpfern vieler Konkurrenzspiele fehlt: Persönlichkeit! Doch wie kriegt man das hin? Auf diese Frage antwortet Smith: "Wir haben für 'BlackSite: Area 51' ein völlig neues Moralsystem entwickelt. Gibt der Spieler seinen Kameraden beispielsweise keine Deckung, agieren diese bereits nach kurzer Zeit eingeschüchtert und blicken ängstlich um sich. Geht man hingegen vorbildlich vor und kümmert sich um sein Team, verhalten sich die Kameraden fast schon übermütig und schießen wie Rambo aus der Hüfte."
Am Arbeitsplatz eines Charakteranimateurs demonstriert man uns später auf dem Monitor die unterschiedlichen Phasen dieses Moralsystems. Alleine die Geschwindigkeit des Ein- und Ausatmens lässt sich in fünf Stufen regulieren. Zur Veranschaulichung sprengt der Animateur das Auto eines Soldaten in die Luft. Dieser blickt dann sofort entsetzt und traurig drein. Uns erscheint dieser Aufwand für so ein verhältnismäßig unauffälliges Feature zwar etwas übertrieben, aber wir lassen uns durch das fertige Spiel gerne vom Gegenteil überzeugen.
- Download: BlackSite Area 51 [2,6 MB]