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  • Preview: Bioshock

    Erstmals können wir die PC-Fassung von Bioshock anspielen und vier Rapture-Levels pixelnah miterleben. Lesen Sie unseren letzten ausführlichen Erfahrungsbericht vor dem Release im August.

    Bioshock setzt auf Grusel, nicht auf Schock. In unerwarteten Momenten springt uns trotzdem mal ein Gegner an. Gut dosiert passt das zur Atmosphäre. Bioshock setzt auf Grusel, nicht auf Schock. In unerwarteten Momenten springt uns trotzdem mal ein Gegner an. Gut dosiert passt das zur Atmosphäre. Nur wenige Spiele werden mit so vielen Vorschusslorbeeren bedacht wie Bioshock – in der Regel echte Ausnahmespiele, die zu Legenden ihres Genres werden. Wer die nicht auf der Festplatte hat, muss sich von Freunden später Dinge sagen lassen wie »Darf ja nicht wahr sein, ich bring’s dir morgen mit, das muss man einfach gespielt haben«. Manche dieser Ausnahmespiele wiederum sind zu einem Leben als Geheimtipp verdammt – wer sie kennt, der liebt sie ... nur kennt sie eben kaum jemand. Und ab und zu sind all die schönen Vorschusslorbeeren für die Katz, und das Spiel entpuppt sich als herbe Enttäuschung.

    Wie wird es also Bioshock ergehen, diesem Action-Rollenspiel-Horror-Sci-Fi-Shooter-Mix? Die Entwickler versprechen viel, Sie gehören vermutlich zu denen, die viel erwarten ... und wir sagen Ihnen, wie es sich wirklich spielt.

    Falsche Erwartungen

    Würden Sie von diesem Herrn eine Schönheitsoperation kaufen? Die Gegner sind schaurig und haben Angriffsmuster, denen wir uns anpassen müssen. Würden Sie von diesem Herrn eine Schönheitsoperation kaufen? Die Gegner sind schaurig und haben Angriffsmuster, denen wir uns anpassen müssen. Lebensenergie oben links – check. Munition unten links – check. Waffe in der Hand – check. Bioshock sieht aus wie ein Ego-Shooter. Wir starten das Spiel zwar mit einer wuchtigen Rohrzange, aber Gordon Freeman geht in Half-Life schließlich auch nicht bloß mit Schusswaffen auf seine Gegner los. Bestens gewappnet durchstreifen wir also den in edlem Marmor gehaltenen Aufenthaltsraum einer ehemaligen Arztpraxis. Die Bewegungen unseres Charakters sind schnell, fast ein wenig überzogen, und erinnern eher an einen flotten Multiplayer-Shooter denn ein klassisches Solo-Abenteuer. Das bringt uns aber ebenso wenig aus der Ruhe wie die groteske Gestalt, die da in einer Ecke kauert und nur kurz für Sekundenbruchteile im flackernden Licht einer ramponierten Neonröhre zu sehen ist.

    Siegessicher nähern wir uns dem Burschen. Wir wissen ja, was zu tun ist. Während der Zeigefinger über der linken Maustaste kreist, stürmen wir auf den Mann mit dem blutüberströmten Gesicht zu ... doch der hechtet in letzter Sekunde beiseite, faucht uns an und geht direkt zum Angriff über. Unsere Selbstsicherheit ist dahin, verdattert hämmern wir auf die Maustaste ein, unser virtueller Arm kommt mit den Hieben kaum hinterher. Das Gefuchtel verfehlt aber nicht seine Wirkung, wir landen einen Treffer. Unser Gegner taumelt nicht, er schlägt auch nicht zurück – er läuft davon. Er flucht, lässt seine Rohrzange kurz aggressiv über den Marmor schleifen und verschwindet durch die nächstbeste Tür.

    Da stehen wir also – leicht verdutzt, aber glücklich. Begleitet von Grinsen und Gänsehaut gestehen wir uns ein: Bioshock ist mehr als ein Ego-Shooter, und wir haben viel zu lernen.

    Mustergültig

    Befreien oder töten? Die Erschafferin der Little Sisters verspricht eine Belohnung für edle Taten. Befreien oder töten? Die Erschafferin der Little Sisters verspricht eine Belohnung für edle Taten. Bioshock zu lernen, das ist nicht weiter schwer. Gerade dem ersten Level ist sofort anzumerken, dass ganze Horden von Beta-Testern und Teilnehmern aus Fokus-Gruppen ihn schon über zwei Dutzend Mal gespielt haben. Behutsam führt er uns in Geschichte und Steuerung ein. Erklärt uns das Handling der Plasmide, kleinen Verbesserungen für unseren Charakter, die es uns beispielsweise erlauben, Blitze zu schleudern. Immer wieder haben wir kleine Erfolgserlebnisse, und bevor wir es merken, schalten wir mit nur einer Taste zwischen Schusswaffen und Plasmid-Magie um, als hätten wir jahrelang nichts anderes getan. Wir merken, dass Gegner nach dem Blitzbeschuss gelähmt sind. Dem nächsten Häscher jagen wir also etwas Elektrizität entgegen. Klick. Noch eins mit der Rohrzange hinterher, und der Bursche geht zu Boden. Nach wenigen Minuten machen wir uns die Gesetze von Rapture zunutze ...

    ... um ihnen wenig später zu erliegen. Kaum haben wir den Flammenzauber erlernt, mimen wir einen Pyromanen. Das macht Spaß, bis wir uns selbst in Brand stecken, weil wir eine Öllache auf dem Boden erst übersehen und dann in Flammen aufgehen lassen. Was in anderen Spielen ein Dasein als schnöde Bodentextur fristet, kann in Bioshock tödlich werden. Sterben in Rapture, das ist aber halb so wild. Anstatt den letzten Spielstand erneut laden zu müssen, wachen wir in überall verteilten Kammern wieder auf und machen sofort weiter.

    Köpfchen statt Kopfnuss

    Was auf dem Bild belanglos wirkt, ist im Spiel ein emotionaler Moment. Mopsen wir tatsächlich den Verbandskasten? Siegt Anstand oder Überlebenswille? Was auf dem Bild belanglos wirkt, ist im Spiel ein emotionaler Moment. Mopsen wir tatsächlich den Verbandskasten? Siegt Anstand oder Überlebenswille? Getreu dem Motto »leicht zu erlernen, schwer zu meistern« hilft uns die reine Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten von Rapture nicht weiter. Als wir in einen Raum mit zwei Selbstschussanlagen, zwei Gewehrschützen und einem Granaten schleudernden Irren stolpern, verfallen wir wieder in alte Spielmuster: Hinter einer Säule verstecken, hervorlugen, schießen, verstecken. Klingt nach einer spitzenmäßigen Idee, geht in Bioshock aber gnadenlos in die Hose. Die Gegner sind extrem treffsicher und ausdauernd, Stellungsgefechte aussichtslos.

    Stattdessen müssen wir uns Umgebung und Plasmide geschickt zunutze machen. Wir können unsere Feinde gegeneinander aufhetzen, Roboter hacken (siehe Extrakasten »Hack’ dich reich«), Gegner einfrieren oder in die Luft schleudern, Dinge mit Telekinese durch die Luft schleudern ... Möglichkeiten gibt es genug – schwierig wird’s, in hektischen Kampfsituationen den Überblick zu behalten. Umso mehr lohnt es sich, in bester System Shock-Manier die Lage erst einmal gut versteckt auszukundschaften und sich einen Plan zurechtzulegen. Wie wir den durchgeknallten Feinden dann den Garaus machen, ist Geschmackssache.

    Kleinstadt

    Missionsziele, Verkaufsautomaten und andere Orte sind so auf den Level-Karten markiert. Missionsziele, Verkaufsautomaten und andere Orte sind so auf den Level-Karten markiert. Die genetischen Verbesserungen für unseren Helden sind nicht nur nützlich, sie stellen auch die taktische Komponente von Bioshock. Pro Kategorie (aktive und passive) können wir zu Beginn nämlich nur zwei Erweiterungen ausrüsten – im späteren Spielverlauf wächst das Maximum auf sechs. Austauschen dürfen wir die Helferlein nur an hier und da aufgebauten Automaten. Wir sollten uns also auf eine bestimmte Spielweise festlegen, ansonsten heißt’s ständig umherlaufen.

    Die Levels von Bioshock sind übrigens etwas kleiner, als wir uns erhofft hatten. Rollenspielflair versprüht Rapture in den von uns gespielten Abschnitten nicht, das Leveldesign ist linear, ein kleiner Pfeil am oberen Bildschirmrand verrät uns ganz nonchalant, wie wir zum nächsten Missionsziel gelangen. Die unglaublich dichte Atmosphäre sorgt dafür, dass wir trotzdem völlig in der Spielwelt aufgehen. Unter Wasser gesetzte Räume, durch die Gänge hallendes manisches Gelächter, flackernde Lichter, gruselige Leichenschauhäuser – Bioshock lebt von subtilem Grusel und der Tatsache, dass, obwohl so absurd, vieles in Rapture schlicht unglaublich real wirkt. Als wir auf dem Boden die Leiche einer Krankenschwester finden, die ein Medikit umklammert, stellen wir uns tatsächlich kurz die Frage, ob wir ihr das Kästchen aus den leblosen Armen reißen dürfen. Wir tun es, schließlich sind wir der Gejagte, es geht ums Überleben – aber wir tun es mit Gewissensbissen. Kaum ein Spiel erreicht so eine emotionale Dichte.

    Schockschwerenot!

    Diese Zeitgenossen werfen mit Molotowcocktails. Diese Zeitgenossen werfen mit Molotowcocktails. Auch die KI der Gegner trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Nicht weil sie revolutionär schlau wäre – ganz im Gegenteil, Bioshocks KI bewegt sich nach allem, was wir gesehen haben, auf dem Niveau besserer Taktik-Shooter und ist absolut bodenständig. Die Freaks in Bioshock leben davon, dass sie völlig durchgeknallt sind, sich unberechenbar verhalten, sich oftmals unmenschlich schnell bewegen. Das macht Angst, das macht uns trotz all der mächtigen Plasmid-Magie ganz klein.

    Wir sind die Gejagten, und Bioshock ist ein verdammt spannender Kampf ums nackte Überleben. Ebenso realistisch wie beängstigend – im besten Sinne.

  • Bioshock
    Bioshock
    Publisher
    2K Games
    Developer
    Irrational Games (US)
    Release
    24.08.2007
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Bioshock
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http://www.gamesaktuell.de/BioShock-Spiel-18980/News/Preview-Bioshock-727853/
27.08.2007
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