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  • Beyond: Two Souls - Spiel oder Film? Leser-Test von GenX3601966

    Ist es nun ein interaktiver Film oder ist es ein Spiel? Wer noch unentschlossen ist, ob er sich das Spiel bzw. den interaktiven Film kaufen sollte oder lieber nicht, der sollte meinen neuesten Test lesen und ist vielleicht danach etwas schlauer - oder auch nicht!

    Worum geht es bei Beyond: Two Souls eigentlich?

    Beyond: Two Souls erzählt die Geschichte eines Mädchens mit einer außerordentlichen Begabung, die Fluch und Segen gleichzeitig darstellt. Es geht zunächst um das kleine Mädchen namens Jodie, das übersinnliche Kräfte besitzt, welches in einer Pflegefamilie aufwächst und ein unscheinbares Dasein fristet. Schon bald stellt sich aber heraus, dass die kleine Jodie kein ganz gewöhnliches Mädchen ist, obwohl sie so alltägliche Dinge mag, wie Schneeballschlachten oder mit ihren Puppen zu spielen. Jodie kann nämlich nicht nur Monster aus einer fremden Dimension sehen und spüren, sondern besitzt auch ihren ganz persönlichen eigenen Geist namens Aiden, der untrennbar mit ihr verbunden ist, dem sie Befehle erteilen kann, aber der sich auch wie ein Löwe im Käfig verhalten kann.

    Das Spiel baut sich zu Anfang nicht chronologisch auf, sondern wirft den Spieler anfangs in eine bunte Mischung von verschiedenen Abschnitten aus Jodies jungem Leben. So beginnt das Spiel scheinbar harmlos mit einem psychologischen Test als Fünfjährige, als sie bereits von ihren Pflegeeltern in eine besondere Einrichtung der Regierung eingewiesen wurde. Diese hatte längst erkannt, dass das kleine Mädchen eine besondere Begabung besitzt, an dem Militär und CIA großes Interesse haben. So wächst Jodie isoliert in ihrem künstlichen, stets von Kameras überwachten Räumen auf, ohne jemals richtigen Kontakt zu Gleichgesinnten zu haben.

    Dementsprechend endet auch ihre erste Party als Jugendliche in einem Fiasko. Sie wird als Nerd abgestempelt und dank ihrer übersinnlichen Kräfte schnell als Hexe in der kleinbürgerlichen Vorstadtgesellschaft gebrandmarkt. Doch Jodie entwickelt im Laufe ihrer Jugend immer mehr Macht durch ihre Fähigkeiten und wird von der CIA entgegen ihrem Willen instrumentalisiert. Ihre übersinnlichen Fähigkeiten sollen als mächtige Waffe für die amerikanische Regierung dienen. Für deren Umsetzung beruft sich die CIA schmutziger Tricks und versucht Jodie mit allen Mitteln für sich zu gewinnen. Obwohl sie sich immer wieder dagegen wehrt, scheint es kein Entkommen aus den Fängen des Geheimdienstes zu geben. Alles scheint darauf hinauszulaufen, dass sich eine Kluft auftut, durch die die Toten zu den Lebenden gelangen könnten...

    Wie spielt es sich überhaupt?

    Beyond: Two Souls ist ein Spiel und ein Film zu gleicher Zeit. Es weicht ab von allen bekannten spielerischen Gewohnheiten. Der Spieler muss sich Zeit lassen, er muss die Geschichte einwirken lassen. Wer hier glaubt, dass nach einer dreißig Sekunden langen Zwischensequenz endlich geballert werden kann, der hat definitiv das falsche Spiel gekauft. Spielerische Elemente wechseln sich ständig ab mit filmischen Stilmitteln wie Kameraführung, Kameraperspektive und schnellen Schnitten, während die gewohnte Spieldynamik durch unaufdringliche Quick Time Events und aus Adventures bekannten Entscheidungsmöglichkeiten auf einen entsprechenden kurz eingeblendeten Knopfdruck erfolgt. Hat man diesen Moment verpasst, versäumt man möglicherweise einen dramatischen oder romantischen Augenblick. Hier schöpft das Spiel aus der Neugier des Spielers, der unbedingt wissen will, was dann passiert wäre, wenn er eine andere Entscheidung getroffen hätte.

    Direkte Kämpfe erfolgen in einer kurzen Zeitlupe, vergleichbar aus Max Payne, als eine Art Bullet-Time, in der der Spieler stets genügend Zeit hat zu reagieren. Verpasst der Spieler im Kampf einmal die richtige Richtung, in der der rechte Stick bewegt werden muss, so erleidet Jodie im Kampf höchstens ein paar blaue Flecken mehr. Gerät sie womöglich durch zu viele verpasste Chancen in Lebensgefahr, ist ihr Geist Aiden stets zur Stelle, um den vorgegebenen Spielverlauf in die rechte Bahn zu lenken. Jodie kann zwar niemals sterben, ähnlich dem Prinzip von Prince of Persia (2008), aber bei einem scheitern bleiben ihr eventuell andere alternative Möglichkeiten im späteren Spielverlauf verschlossen.

    Hier kann dem Spiel vorgeworfen werden, es nähme den Spieler zu sehr an die Hand. Aber das ist das Konzept. Der Spieler soll sich einen Film ansehen, in den er gelegentlich aktiv eingreifen muss. Ohne sein Eingreifen kann das Spiel aber am Ende einige dramatische negative Einschnitte erfahren. Reagiert er konsequent und richtig, dann belohnt der Verlauf der Story den Spieler. Das wird zwar nur anhand von Details und Kleinigkeiten wahrgenommen, aber das macht das Spiel so besonders und einzigartig. Denn beim erneuten durchspielen wird man aus reiner Neugier andere Entscheidungen treffen, nur um zu sehen, was sich ändert, ob man etwas übersehen hat oder ob es womöglich völlig neue Filmsequenzen oder Dialoge zu sehen gibt, die man beim ersten durchspielen womöglich versäumt hatte. Die Motivation für einen Wiederspielwert ist in diesem Punkt tatsächlich und gerechter Weise sehr hoch.

    Was ist anders als bei Heavy Rain?

    Ein Spiel von einem großartigen Entwickler muss sich immer mit seinem Vorgänger vergleichen lassen, wenn es erfolgreich war. Heavy Rain war verhältnismäßig erfolgreich und von daher muss es sich jetzt mit Beyond: Two Souls messen lassen.

    Wo Heavy Rain damals noch mit einer spannenden Kriminalstory aufwarten konnte, wagt Beyond nun wieder wie Fahrenheit einen Schritt in Richtung Übersinnliches. Heavy Rain lebte von den Orten, den Personen und der aufgebauten Spannung, die durch den sehr authentisch wirkenden und mysteriösen Origami-Killer erzeugt wurde. Es gab keine Geister und wenig Übersinnliches, einmal abgesehen von Jaydens Cyber-Schreibtisch. Bei Beyond braucht es kein Triptokain – das ganze Spiel ist wie eine Droge, aber trotzdem kein drogenverseuchter Alptraum, denn das Übersinnliche scheint stets real zu existieren.

    In Heavy Rain verlor man sich gerne lange in kleinen Details. Eine Architekturskizze perfektionieren, ein Baby wickeln oder Fingerabdrücke suchen usw. Diese ausschweifenden und eher zeitintensiven Elemente hat man bei Beyond einfach weggelassen. Nur in einem Abschnitt muss man noch akribisch ein Date für Ryan planen und sich zwischen Asia-Pfanne und Pizza-Service entscheiden – den Blick stets auf zwei in der Wohnung unübersehbaren Uhren gerichtet.

    Ansonsten besitzt Beyond den perfekten Flow! Die Spielzeit zwischen Film- und Action-Sequenzen ist exzellent ausbalanciert. Man hat niemals den Eindruck, dass man einen Film guckt und dabei zwanghaft etwas tun muss. Der Zuschauer wird aber ständig daran erinnert, dass er keinen Film sieht, sondern etwas tun sollte. Im Zweifelsfall hält das Spiel automatisch an, wenn eine relevante Handlung zum aktuellen Geschehen nicht ausgeführt wird. Das Spiel macht es dem Zuschauer hier schön bequem. Man steht jedenfalls nicht ständig unter Hochspannung, wenn man es nicht ausdrücklich wünscht. Trotzdem entsteht ständig ein Sog, der den Zuschauer, ergo den Spieler, in eine gewisse Dynamik zwingt, die sehr angenehm sein kann, wenn man sich darauf einlässt. Es kann aber auch nerven, wenn man unbedingt sofort etwas spielen möchte. Man sollte also eher Zeit und Geduld mitbringen, aber nicht ganz so viel wie bei Heavy Rain, denn bei Beyond explodiert öfters mal irgendwas.

    Atmosphäre, Sound, Grafik und Design

    Von der Story darf man natürlich nichts verraten, denn es gibt am Ende so einige dramatische Wendungen und Überraschungen, auch wenn sie vielleicht für Serienjunkies und Experten des Genres nichts neues mehr darstellen dürften. Die Atmosphäre ist in allen Belangen einzigartig. Die musikalische Vertonung von Hans Zimmer ist über jeden Zweifel erhaben und einer der besten Soundtracks für Videospiele überhaupt. Soundeffekte, Originalsprecher und die deutsche Synchronisation bewegen sich auf Top Niveau. Reiner Schöne wurde als Originalsynchronsprecher von Willem Dafoe engagiert und lieferte eine absolut meisterhafte Arbeit ab, so dass sich dieses Spiel auch in der deutschen Fassung mit der englischen Originalfassung auf gleichem Niveau bewegt. Bisher war so etwas noch eine Seltenheit bei Videogames.

    Zur dichten Atmosphäre des Spiels tragen auch die sich ständig ändernden Wetterverhältnisse bei, je nach Spielabschnitt. In der Wüste Arizonas taucht ein verheerender Sandsturm am Horizont auf, der nichts Gutes verheißt, in der Obdachlosenunterkunft einer Großstadt spürt man förmlich die Kälte am eigenen Leibe und wenn Jodie gar keinen vermeidlichen Ausweg mehr kennt, regnet es in Strömen wie schon zuvor schon in Heavy Rain. Diese Stimmung können allgemein nur wenige Videogames so authentisch vermitteln, wie die Werke von Quantic Dream.

    Die PS3 stößt bei Beyond wie schon zuvor bei The Last of Us an die Grenzen des Machbaren. Beyond sieht hervorragend aus, auch wenn man in einigen Abschnitten mit Popups und dem üblichen Kantenflimmern rechnen muss. Allerdings ist auch hier die Weitsicht hervorragend und jeder Blick aus einem Fenster zeigt detaillierte Kulissen und glaubhafte Umgebungen. Die Animationen der Schauspieler und der Gesichter im Allgemeinen suchen seinesgleichen in allen Belangen! Das ist wohl mit das beste, was es derzeit auf den Current-Gen Konsolen zu sehen gibt.

    Mein Fazit

    Beyond: Two Souls ist eines der wenigen Spiele, die man nie vergisst. Wenn man es einmal gespielt hat, wird man sich ein Leben lang an die Geschichte von Jodie und Aiden erinnern. Kein Assassin's Creed und kein Call of Duty hat jemals so emotionale Eindrücke hinterlassen, auch wenn es die Entwickler immer wieder beteuern möchten. Ein Spiel von David Cage ist etwas einzigartiges, es ist eine Gratwanderung zwischen Film, Spiel und Kunstobjekt. Von daher überlasse ich die Diskussion auch gerne anderen, ob sie Beyond eher als Film oder Spiel sehen möchten.
    Wer eine PS3 besitzt, sollte diesen außergewöhnlichen Exklusivtitel unbedingt in seiner Sammlung haben!

    01:08
    Beyond: Two Souls - Europäischer TV-Spot
    Spielecover zu Beyond: Two Souls
    Beyond: Two Souls

    Beyond: Two Souls

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: GenX66
    86 %
    Multiplayer
    58%
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    9/10
    Atmosphäre
    10/10
    Gamesaktuell
    Spielspaß-Wertung
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Beyond: Two Souls
    Beyond: Two Souls
    Publisher
    Sony
    Developer
    Quantic Dream
    Release
    09.10.2013
    Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
    Von xStangx
    Eigentlich ist es ja ein spiel, da es ja als spiel verkauft wird, aber wenn man gefühlte 90% nur zuguckt, hat es eher…
    Von [zen]
    Guter Test der Herr. Ich fand Beyond voll langweilig. Schade, denn Heavy Rain hat mir damals richtig gut gefallen. Die…
    Von LordVessex
    sehr schöner Test, nur leider scheinen echt viele Leute mit den Zeitsprüngen nicht klar zu kommen, warum weiß ich auch…

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    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von xStangx
        Zitat von '[zen
        ;1609441']Guter Test der Herr.
        Ich fand Beyond voll langweilig. Schade, denn Heavy Rain hat mir damals richtig gut gefallen. Die Abschnitte mit Aiden waren furchtbar öde. Darauf hätte ich am liebsten ganz verzichtet. Für mich ist Beyond ein Spiel. Einen Bezug zur Kunstform Film kann ich nicht erkennen.
      • Von [zen]
        Guter Test der Herr.
        Ich fand Beyond voll langweilig. Schade, denn Heavy Rain hat mir damals richtig gut gefallen. Die Abschnitte mit Aiden waren furchtbar öde. Darauf hätte ich am liebsten ganz verzichtet. Für mich ist Beyond ein Spiel. Einen Bezug zur Kunstform Film kann ich nicht erkennen.
      • Von LordVessex
        sehr schöner Test, nur leider scheinen echt viele Leute mit den Zeitsprüngen nicht klar zu kommen, warum weiß ich auch nicht, ich bin da ganz deiner Meinung, dieses Spiel wird mir im gedächtnis bleiben
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Beyond: Two Souls
Beyond: Two Souls - Spiel oder Film? Leser-Test von GenX3601966
Ist es nun ein interaktiver Film oder ist es ein Spiel? Wer noch unentschlossen ist, ob er sich das Spiel bzw. den interaktiven Film kaufen sollte oder lieber nicht, der sollte meinen neuesten Test lesen und ist vielleicht danach etwas schlauer - oder auch nicht!
http://www.gamesaktuell.de/Beyond-Two-Souls-Spiel-4305/Lesertests/Beyond-Two-Souls-Spiel-oder-Film-Leser-Test-von-GenX3601966-1092168/
14.10.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/10/beyond_two_souls_app_0003-pc-games.png
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