In den meisten Multiplayer-Shootern sind Flug- und Schwimmzeugs nur eine nette Dreingabe. Das ändert sich, denn im Pazifik dreht sich alles um Jagdbomber und Flugzeugträger.
Welches Schweinderl hätten's denn gern?
Trotz eines kleinen Realismus-Einschlags vor allem bei der Steuerung ist Battlestations Midway ein reinrassiges Actionspiel. In den Flieger setzen, einen Angriff aufs feindliche Torpedoboot fliegen, das den Flugzeugträger beschützt, und sich danach auf Knopfdruck ins U-Boot setzen, um das eigentliche Ziel zu zerstören. Genau das macht die Schlachten so reizvoll: Sie können jederzeit die Einheit wechseln -- je nachdem, wonach Ihnen gerade der Sinn steht, oder was die Situation erfordert. Nicht von Spielern besetzte Truppen übernimmt die zweckmäßige KI.
Damit aber noch nicht genug der Vielfalt. Wenn Sie sich mal eine Auszeit gönnen wollen, wechseln Sie auf eine strategische Übersichtskarte und spielen den Schlachtenlenker. Oder Sie übernehmen die Kontrolle über einen Flugzeugträger und lassen Bomberstaffeln starten.
Alleine in den Krieg
Während in Mehrspieler-Schlachten im Idealfall jeder Spieler eine Rolle übernimmt, werden Sie in der Solo-Kampagne zum Mädchen für Alles. Die gerade einmal elf Missionen dienen eigentlich nur als üppiges Tutorial und machen Sie fit fürs Netz; trotzdem haben sich die Entwickler Mühe gegeben und dem ganzen sogar schicke Renderfilmchen spendiert, die das Kriegsgeschehen nachzeichnen. Eine echte Geschichte gibt es aber nicht, und länger als acht Stunden sind erfahrene Spieler mit der Kampagne rund um den Pazifik-Krieg auch nicht beschäftigt.
Auf dieser Übersichtskarte informieren Sie sich über die Lage und geben den von der KI befehligten Truppen die Marschroute vor.
Dafür sind die Einsätze allesamt sehr schön gestaltet. Da sollen wir beispielsweise japanische unbewaffnete Transportschiffe versenken. Eigentlich ein Kinderspiel, wären da nicht diese lästigen Torpedoboote, die uns ständig die Schlachtschiffe perforieren wollen. Also legen wir erst einmal die örtliche Werft in Schutt und Asche, erregen dabei aber soviel Aufmerksamkeit, dass der Gegner ein paar Kreuzer auf uns ansetzt. Immer wieder müssen wir umdenken, unser Können sowohl beim Ballern auf dem Meer als auch beim Tüfteln auf der Übersichtskarte beweisen. In Sachen Solo-Spaß ist bei Battlestations Midway also deutlich mehr geboten als bei den unspektakulären Bot-Matches der Konkurrenz. Zumal wir uns im Anschluss an die Kampagne noch durch zwölf Szenarien kämpfen können.
Flexible Kriegsführung
Inszeniert wird das Ganze mit zweckmäßiger Technik. Richtig gut sehen in Battlestations Midway eigentlich nur Sonnenuntergänge und das Wasser aus. Die Einheiten sind zwar detailverliebt modelliert -- an Bord der Schiffe herrscht sogar geschäftiges Treiben -- technisch aber sparsam umgesetzt. Der Verzicht auf ein Feuerwerk an Effekten geht aber in Ordnung. Schließlich toben während gut besuchter Schlachten gut und gerne an die 100 Einheiten über die Bildschirme der Spieler.
Schwerer wiegt da die schwankende Qualität der Steuerung. Während die Kombination aus Maus und Tastatur bei Schiffen und U-Booten tadellos funktioniert, wirkt sie in der Luft ein wenig zu schwammig. Vor allem in der Solo-Kampagne fällt es oftmals schwer, den schnellen Ausweichmanövern der KI zu folgen, ohne abzudriften. Mit einem Joystick oder einem Gamepad steuern sich die Flugzeuge deutlich besser. Sofern Sie also alternative Eingabegeräte parat haben, sollten Sie immer wechseln, bevor Sie in die Luft gehen.
