Sensationelles Zukunftsszenario trifft atmosphärische Mittelalterdramatik. Aber wie gut ist Assassin's Creed wirklich?
Unser Verbindungsmann verrät, wo wir die benötigten Infos für das nächste Attentat bekommen: „Irgendwo östlich von hier, bei der Moschee“, meint er „und weiter im Süden“. Klar, wir könnten jetzt einfach dorthin laufen und nach den Informanten Ausschau halten. Doch die Sucherei würde dauern, denn das Jerusalem in Assassin‘s Creed ist riesig und besitzt viele enge Seitengassen. Also greift Plan B, der da heißt: klettern. Erreichen wir die Spitze eines Aussichtsturms und synchronisieren wir unsere Erinnerungen, werden die Informanten auf der Karte angezeigt – sofern der Turm in deren Nähe ist. Wie ein Freeclimber hangeln wir uns an der Fassade nach oben, nutzen Fenstersimse als Stufen und ziehen uns an Vorsprüngen hoch. Dies sieht nicht nur ungemein geschmeidig aus, sondern geht nach kurzer Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über. Zum Klettern halten wir zwei Buttons gedrückt und machen den Rest mit dem Analog-Stick. Sind genügend Griffe vorhanden, reicht es, den Stick nach vorne zu drücken. Alles Weitere macht Altair von alleine. Befinden wir uns in einer Sackgasse, bewegen wir den Stick zur Seite, vielleicht gibt es ja nebenan einen Weg nach oben. Absturzgefahr besteht keine, solange wir die Buttons nicht loslassen.
Natürlich sollten wir nach dem Aktualisieren der Karte zügig wieder nach unten, denn es gilt ja einen Mordauftrag auszuführen. Am schnellsten geht die Reise mit dem sogenannten Todessprung, einem spektakulären Hechtsalto, der Sie garantiert in einem „zufällig“ aufgetürmten Strohberg landen lässt.
Da wir jetzt wissen, wo es die benötigten Infos gibt, können wir Altair schnurstracks dorthin steuern. Unauffällig bewegt sich der Assassine durch die belebte Marktstraße. Kommt uns eine Krugträgerin entgegen, lassen wir Altair per Knopfdruck den Arm ausstrecken, um sich an ihr vorbeizuschlängeln. Denn fällt das Tongefäß klirrend zu Boden, kann dies die Wachen aufschrecken. Und das würde unseren Plan fürs Erste durchkreuzen.
Taschendieb
Wir sind beim gesuchten Informanten angelangt. Ein Dokument steckt in seiner Hosentasche. Das wollen wir haben, denn es verrät mehr über die Machenschaften unserer Zielperson. In einer Art Minispiel folgen wir dem Informanten, warten auf den passenden Moment. Im Optimalfall bewegt sich unser Diebstahlopfer gerade und schaut auch nicht nach hinten. Es ist so weit: Blitzschnell greifen wir zu, drehen uns um und tauchen in der Menschenmasse unter. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wo sich unser Ziel aufhält und wann der beste Zeitpunkt ist, es zu eliminieren. Also auf zum nächsten Minispiel: „Befragung“. Ob man den Begriff im Mittelalter dafür verwendete, wenn man jemanden durch Fausthiebe zum Reden brachte? Auf jeden Fall kriegt Altair alle Auskünfte, die er sich erhofft hat. Ein gutmütiger Assassine sagt jetzt brav danke und lässt das Gegenüber gehen. Doch Altair ist böse und rammt ihm sein Messer in den Bauch.
