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  • Assassin's Creed 3 - Eine Verschlimmbesserung? - Leser-Test von Ragnarok

    Der offizielle dritte Teil der Assassinen-Saga führt die Geschichte und das Schicksal Desmonds zu Ende. Nebenbei reist man in Assassin's Creed 3 per Animus in das 18. Jahrhundert und mischt in der amerikanischen Revolution mit. Was für ein Spaß! Doch stimmt das auch wirklich? Als Serienveteran habe ich es getestet. Hier nun mein ausführlicher Bericht.

    ACHTUNG – Diese Review kann eventuelle Spoiler enthalten. Wer das Spiel und die Vorgänger noch nicht gespielt hat, sollte sich darüber im Klaren sein.

    ERKLÄRUNG – Vorweg möchte ich eine Rechtfertigung schreiben, um Euch Lesern meine Gedankenwelt und meinen Eindruck näher zu bringen. Assassin's Creed ist neben Mass Effect meine Lieblingsspieleserie. Wie bei allem was einem lieb und teuer ist, sieht man Dinge kritischer, je mehr man sie ins Herz schließt. Oder man sieht sie durch eine rosarote Brille. So oder so, ich habe meine Erfahrungen mit dem offiziellen dritten Teil von Assassin's Creed gemacht. Einige von Euch werden meine Kritik vielleicht für überzogen halten. Andere vielleicht zu lasch. Seid daher bitte so verständnisvoll und zerfetzt diese Review deswegen nicht. Außerdem bezieht sich diese Review allein auf den SINGLEPLAYER!

    Die Story beginnt da, wo Revelations aufhört. Desmond, sein Vater William, Shaun und Rebecca finden den Eingang zur versteckten Kammer der Ersten Zivilisation in der Nähe von New York, wo die Lösung zur Rettung der Welt liegen soll. Der Stichtag ist angelehnt, an den Maya-Mythos, wonach die Welt am 21.12.2012 untergehen soll. In dieser Zeit ist die Story mit Desmond auch angesiedelt, beginnend im November 2012, passend zum Release. Die Geschichte von Assassin's Creed bewegt sich dahingehend, dass eine gewaltige Sonneneruption für den Untergang der Menschheit verantwortlich sein soll. Ubisoft hatte von langer Hand geplant, den Mythos im Spiel unterzubringen. Deshalb wurde die Auflösung der Geschichte rund um Desmond und sein Schicksal mit diesem Ereignis verknüpft. Als Spieler wird man mit in die Geschichte gezogen, als wäre die Bedrohung durch die Sonne aktueller und realer als je zuvor. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (6) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (6) Quelle: Computec Media AG

    In der Kammer in New York soll Desmond nun sein Schicksal erfüllen und die Welt retten. Wie so oft steht er aber vor einem Rätsel – Wie öffnet er das Tor, das die herbeigesehnte Lösung bewacht? Desmond muss zuerst einen Schlüssel finden, um zur Lösung aller Probleme zu gelangen. Doch wie soll er das anstellen? Hier kommt wieder der Animus ins Spiel, jene fiktive Maschine, die die gespeicherten Erinnerungen der Vorfahren eines jeden Menschen in den Genen hervorrufen kann.

    Desmond verfolgt nun Erinnerungen aus den Jahren 1753 bis 1783 - Vor und während der amerikanischen Revolution. Altair und Ezio sind Geschichte. Jetzt tritt Ratohnhaké:ton auf den Plan. Nein, das war kein Schreibfehler. Ratohnhaké:ton ist amerikanischer Ureinwohner. Er ist vom Stamm der Mohawk. Sein Name bedeutet so viel wie "Leben voller Schrammen". Ratohnhaké:ton ist Sohn eines Briten und einer Indianerin und lebt damit zwischen den Welten. Er wächst nicht so unbehütet und frei auf, wie beispielsweise Ezio. Die Templer greifen nach der Kontrolle in den amerikanischen Kolonien. Dabei fällt Ratohnhaké:tons Dorf einem Angriff der Briten zum Opfer. Es wird abgebrannt. Seine Mutter stirbt bei dem Feuer. Einige Jahre später ist Ratohnhaké:ton ein selbstständiger junger Mann. Die Stammesführerein seines Dorfes erklärt ihm, dass er zu Höherem berufen sei und händigt ihm eine Sphäre aus, die Serienveteranen bekannt sein dürfte. Diese enthüllt ihm, dass er den Schlüssel für die vorher besagte Kammer finden und verstecken und gegen die Templer vorgehen müsse, ansonsten sei sein Volk verloren. Wie bereits Altair und Ezio, macht auch Ratohnhaké:ton sich auf um die Templer zu bekämpfen und ein Artefakt der Ersten Zivilisation zu finden.

    Doch Ratohnhaké:ton ist kein Assassine, wie soll er also die Templer bekämpfen? Unterschlupf findet er bei einem alten Mann namens Achilles Davenport. Es stellt sich heraus, dass dieser ein ehemaliger Assassine ist. Der Einfachheit halber und zur Tarnung seiner Herkunft, nennt sich Ratohnhaké:ton im Laufe des Spiels Connor. Dieser Name wird ihm von Achilles gegeben. Er bildet Connor in den Künsten der Assassinen aus und Connor stürzt sich in den Kampf. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (7) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (7) Quelle: Computec Media AG

    Anders als Altair oder Ezio macht sich Connor nichts aus Kategorisierungen. Er ist nicht arrogant, er ist nicht überheblich. Er ist weder "gut" noch "böse", weder "frei" noch "versklavt". Er steht über den Dingen. Connor ist reinen Herzens. Er ist stur, ehrlich und verfolgt unnachgiebig sein Ziel. Er will anderen Menschen helfen, die seine Hilfe brauchen und steht denen feindlich gegenüber, die die Menschen für ihre Zwecke missbrauchen und kontrollieren wollen.

    Die Schauplätze von Assassin's Creed 3 belaufen sich auf Boston, New York und ein weites bewaldetes Areal mit Dörfern und Festen, welches einfach "Grenzland" genannt wird. Die Entwickler wollten auch Philadelphia in das Spiel integrieren, jedoch erschien ihnen die Spielwelt zu groß, sodass Philadelphia nur in einigen wenigen, dafür wichtigen Szenen eine Rolle spielt. Insgesamt ist die Spielwelt 1,5 mal größer, als Rom aus Brotherhood. Und in dieser Welt gibt es viel zu entdecken.

    Eine der Neuerungen sind Tiere. Sie verleihen der Spielwelt eine extreme Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Nicht nur im Grenzland sind viele unterschiedliche Tiere unterwegs, die man jagen, häuten und deren Pelze man verkaufen kann, nein, in den Städten finden sich Hunde, Katzen, Mäuse, Schweine, Hühner, Schafe, Kühe und Ziegen. Mit allen kann man interagieren. Hunde kann man beispielsweise streicheln und Schweinen zu Essen geben. Mehr als eine kleine Spielerei ist das aber nicht.

    Der Wald stellt ebenfalls eine Neuerung dar. Connor ist der erste Charakter, der auf Bäume und Felsen klettern und zwischen den Baumwipfeln hin und her springen kann. Das bringt eine neue Dynamik mit sich, als immer nur zwischen und über Häuser zu hüpfen. Manchmal funktioniert die Steuerung allerdings nicht so gut, wie noch in den Vorgängern. Sie wurde noch vereinfacht und erfordert jetzt eigentlich nur noch den R1-Button zum Laufen, Klettern und Springen. Klingt einfach und ist manchmal auch echt entspannend. Doch mit der Vereinfachung wurde teilweise auch die Genauigkeit genommen. Sitzt Connor auf einem Ast und soll sich um den Baum herumschlingen, zu einem Ast auf der anderen Seite, läuft er manchmal einfach stur den Baum hoch oder springt auf einen ganz anderen Ast, auf den man als Spieler gar nicht wollte. In den Städten springt er manchmal auf Gegenstände drauf, auf die man beim Rennen eigentlich gar nicht springen wollte. Es sind nur Kleinigkeiten, die aber manchmal, gerade bei Verfolgungsjagden, auch nerven können. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (2) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (2) Quelle: pcgames.de

    Weiterhin sind Schusswaffen nun in der Welt angekommen. Vorbei ist die Zeit der versteckten Pistole, als man noch eine Kugel aus dem Handgelenk abfeuern konnte. Jetzt gibt es Steinschlosspistolen und Musketen. Auch die Gegner sind damit ausgerüstet. Mitunter kann das auch zum Problem werden, wenn man einer gegnerischen Formation gegenüber steht und alle auf Connor anlegen. Nach Möglichkeit muss man sich ein menschliches Schutzschild nehmen. Eine weitere Neuerung, die aber konsequent und logisch umgesetzt ist. Die Besonderheit der Schusswaffen ist, dass jede Waffe nach jedem Schuss nachgeladen werden muss. Das kann mitunter auch 3-4 Sekunden dauern. In einem aktiven Kampf eher ein Nachteil. Allerdings benutzt man in Nahkämpfen eh besser Hieb- oder Stichwaffen.

    Apropos - Die Waffenauswahl ist noch immer so reich wie vorher. Bei Händlern bekommt man allerlei Standardwaffen wie Pistolen, Schwerter, Beile und Dolche. Dazu kommen noch Munition und Karten. Heilmittel gibt es nicht mehr. Das bedeutet, dass man in Kämpfen besser aufpassen muss. Das Kampfsystem ist allerdings unverändert geblieben. Konter fallen noch immer so leicht, wie zuvor. Jedoch können einige Gegner die Konter abwehren, was eine leichte Taktik in den Kampf bringt. Auch die Umgebung kann als Waffe benutzt werden. Steht ein Gegner nahe genug an einer Hauswand oder ähnlichem, kann ihn Connor dagegen schubsen, werfen oder treten, was einen sofortigen Knockout zur Folge hat.

    Neue Waffen gibt es natürlich auch. Beispielsweise ureinwohnertypische Tomahawks, Pfeil und Bogen oder Wurfpfeile. Letztere verhaken sich in den Körpern von Gegnern, wodurch man sie zu sich ziehen kann. Sitzt man auf einem Baum und benutzt einen solchen Wurfpfeil, kann man seine Gegner mit Connors eigener Kraft hängen oder sich rücklings vom Baum fallen lassen. Der Gegner wird durch die Fliehkraft hochgezogen und damit schneller beseitigt. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (1) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (1) Quelle: pcgameshardware.de

    Das Wirtschaftssystem hat sich verabschiedet von Renovierungen verfallener Gebäude hin zu richtigem Handel. Es gibt keine Banken mehr, keine Maler, Schneider oder Ärzte. Nur noch Händler, die alles Nötige im Sortiment haben. Bei jedem Händler kann man selbst mit seinen Verbrauchsgegenständen handeln, etwa mit Pelzen von Tieren. Man kann aber auch Pferdekutschen bestücken und zu den Händlern schicken. Je nach Region oder Bedarf bringt ein Handelsgut auch einen unterschiedlichen Preis. Neuerdings kann man auch selbst Handelsgüter und Ausrüstungsgegenstände selber herstellen. Dazu muss die eigene Siedlung (Gegenstück zu Monteriggioni) mit Siedlern gefüllt werden. Diese Siedler können dann die Utensilien herstellen und die nötigen Zutaten bereitstellen (Holz, Nahrung, Erze, Pelze, Pflanzen, etc.). Außerdem muss man die Pläne für die Herstellung finden. Nach und nach baut sich somit ein kleines Wirtschaftssystem auf. Jedoch geht dabei schnell die Übersicht flöten denn es gibt viele Kategorien, aus denen man bei der Herstellung wählen kann, und es gibt noch mehr Gegenstände in den jeweiligen Kategorien. So bleibt ein nerviges Trial-&-Error-Prinzip, um die wertvollsten und gewinnbringendsten Gegenstände herauszufinden. Bei den Ausrüstungsgegenständen kann man neue, bessere Waffen, Munitionsbeutel und andere hilfreiche Dinge herstellen. Doch auch hierbei muss man Pläne und Zutaten parat haben.

    Positiv fällt das neue Wettersystem auf. Je nach Jahreszeit liegt Schnee, strahlt die Sonne oder es plätschert aus allen Wolken. Dazu kommen Nebel und Gewitterstürme. Alles sehr atmosphärisch. Im tiefen Schnee bewegen sich sowohl Connor als auch seine Gegner überaus realistisch. Alles geht langsamer und Connor muss die Beine richtig anheben, um voran zu kommen, sofern er nicht auf den normalen Wegen oder über Bäume läuft.

    Assassin's Creed 3 im Leser-Test (3) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (3) Quelle: Computec Media AG Ansonsten gibt es die gewohnten Bürgerwehrmissionen, welche euch Rekruten für eure neue Bruderschaft einbringen. Das Neue daran ist, dass jeder Rekrut eine neue Fähigkeit mit sich bringt. Beispielsweise das entfernte Ausschalten von Gegnern mittels Gewehr oder eine "Leibwache", wobei alle verfügbaren Assassinen gerufen werden und selbstständig Connor beschützen. Ebenfalls neu ist, dass es nur sechs gescriptete Assassinen gibt. Vorbei sind die Zeiten, in denen eure Schützlinge zufällige und namenlose Bürger waren. Der Vorteil daran ist, dass eure Rekruten dieses Mal nicht sterben können. Dennoch könnt ihr sie wieder auf Befreiungsmissionen in alle Kolonien schicken.

    Die wohl größte Neuerung sind aber die gewaltigen Seeschlachten. Im Rahmen einer Mission wird ein altes Schlachtschiff restauriert und wieder seetüchtig gemacht. Fortan ist man Kapitän seines eigenen Schiffes, kann es mit verschiedenen Waffen und Verstärkungen aufrüsten und maritime Missionen absolvieren. Dabei spielt das geniale Wettersystem auch wieder eine Rolle, denn die See kann bei einem Sturm schnell unruhig werden. Dementsprechend schwierig gestalten sich auch einige Kämpfe. Dennoch bringen die Missionen einen enormen Spaß- und Motivationsfaktor. Es ist schon beeindruckend, wenn man neben einem gegnerischen Schlachtschiff segelt und ihm eine volle Breitseite verpasst. Korrekterweise fallen bei kritischen Treffern einige Matrosen oder Soldaten ins Meer. Neben normalen Rundkugeln gibt es Feuer- und Hagelgeschosse sowie Kettenkugeln, welche die Maste der Schiffe einreißen und sie somit bewegungsunfähig machen. Leider machen die maritimen Missionen nur einen kleinen Teil der Handlung aus. Nachdem sie abgeschlossen sind, ist das Schiff nur noch für die Schnellreise zu gebrauchen. Andererseits bleiben sie so etwas besonderes. Ubisoft soll angeblich auch darüber nachdenken, ein eigenständiges Spiel auf Grundlage dieser Missionen zu entwickeln.
    Typisch für das Piratenzeitalter – Von einem verrückten alten Mann könnt ihr Schatzkarten bekommen und per Schiff selber auf Schatzsuche gehen. Dies ist das Gegenstück zum Erkunden von Kirchen und Tempeln zur Zeit Ezios, um an ein Bonuskostüm zu gelangen. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (6) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (6) Quelle: Computec Media AG

    Apropos Schnellreise – Da in den Städten nichts mehr renoviert werden kann, fielen auch die vorherigen Schnellreisetunnel der Schere zum Opfer. Für die jetzige Schnellreise muss man selber in die Tunnel unter der Stadt steigen und die Ausgänge finden. Die Tunnel sind dabei wie ein Labyrinth aufgebaut. Teilweise muss Connor einige akrobatische Einlagen hinlegen oder Rätsel lösen, um weiterzukommen. Von der Spielzeit her kann man damit schon 3-4 Stunden verbringen, um die ganzen Katakomben zu erkunden. Meiner Meinung nach eine unnötige Streckung der Spielzeit. Hierbei gibt es auch Bugs, denn wieder an der Oberfläche werden nicht alle freigeschalteten Tunnel angezeigt, was nervig ist, denn wofür macht man sich die ganze Arbeit? Dafür kann man auf der Karte, egal wo man ist, einfach auf einen freigeschalteten Tunnel klicken und sich sofort zu ihm "teleportieren". Das macht die Reise durch die Städte und das Grenzland ein wenig angenehmer.

    Wo wir gerade bei der Spielzeit sind – Die von Ubisoft angegebenen 40 Stunden Spielzeit inklusive Nebenmissionen stimmen absolut mit meiner Spieldauer überein. Und dabei habe ich die Schnellreise viel und oft benutzt. Lediglich die PS3-exklusiven Benedict-Arnold-Missionen sind mit 60 Minuten zu übertrieben angegeben. Für die habe ich gerade mal 30 Minuten gebraucht.

    Jetzt ist aber auch mal ein wenig Zeit zu meckern. Wer die Vorgänger gespielt hat, kennt sicherlich die optionalen Missionsziele, die man erreichen muss, um eine Erinnerung zu 100% abzuschließen. Beispielsweise ein Ziel auf eine ganz bestimmte Art und Weise töten oder nicht entdeckt werden. Wie der Name sagt, sind diese Ziele optional. Dennoch waren die Ziele in den Vorgängern recht einfach zu erreichen. Das hat Ubisoft offenbar dazu veranlasst, diese Ziele schwerer zu gestalten. Einige Missionen werden dadurch regelrecht, Verzeihung, zum Kotzen schwer und benötigen endlose Anläufe. Dies nimmt auch den Spaß aus den besagten Missionen. Was sich Ubisoft dabei gedacht, muss man mir noch erklären. Ich verfluche bis heute den Entwickler, der diese Missionen gestaltet hat.

    Kommen wir zur Grafik. Diese war noch nie die größte Stärke der Assassin's-Creed-Reihe, aber dennoch passabel und nett anzusehen. Sie unterstrich immer die Atmosphäre und man konnte nie etwas an ihr aussetzen. Es gab schon immer viele Details in den Städten und so ist es auch dieses Mal. Ubisoft hat die Grafikengine stilvoll weiterentwickelt, um sie auch der lebendigen Natur und dem Wald anzupassen. Die Bewegungen der Charaktere sind besonders im Kampf geschmeidiger und butterweicher als je zuvor. Doch es gibt auch Momente, wo die Charaktere hölzern und die Tiere plastisch und leblos wirken. Außerdem ist die Weitsicht nicht besonders groß. Egal wo man steht, am Horizont sieht man immer einen grobkörnigen und unschönen Pixelbrei. Viele Details poppen oftmals auf. Texturen sind manchmal extrem verwaschen. Selten sind mir Slowdowns und Tearing untergekommen, aber sie sind vorhanden. Alles in Allem kann ich über die Grafik aber nicht meckern. Zumal mir persönlich die Grafik nicht das Wichtigste ist. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (10) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (10) Quelle: Computec Media AG

    Wie bereits erwähnt wirken Charaktere manchmal hölzern. Das schlägt sich auch in der Mimik der Figuren wieder. Lediglich den Hauptfiguren ist die Mimik anzuerkennen, besonders Connor und den Antagonisten. Die Gesichtsanimationen haben sich sogar gegenüber den letzten Spielen noch verbessert. In den Gesichtern lassen sich viele Emotionen ablesen.

    Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls wieder allererste Sahne. Connor wird synchronisiert von Dennis Schmidt-Foß, vielen sicher bekannt als Stimme von Ryan Reynolds. Ich finde ihn absolut passend. Des weiteren sind Bodo Wolf, bekannt als Tony Shalhoubs "Monk", und Dietmar Wunder, bekannt durch Daniel Craigs James Bond, mit an Bord. Also eine erstklassige Besetzung, wenn man mich fragt. Ich finde die Synchro sogar gelungener als die originalen Sprecher. Der geniale Soundtrack kommt übrigens wieder von Komponist Jesper Kyd. Ihm ist es abermals gelungen die Atmosphäre des Spiels musikalisch perfekt zu unterstreichen.

    MEGAFETTER SPOILER!
    Das Ende – Ubisoft wollte mit Teil 3 die Geschichte um Desmond, sein Schicksal und die Suche um den halben Erdkugel nach verschollenen Artefakten der Ersten Zivilisation zu einem würdigen Ende bringen. Gelungen ist ihnen das nicht. Die Geschichte, die über Jahre hinweg aufgebaut wurde, die Bedrohung durch die Templer und die größere Bedrohung durch die Sonne, die vielen Schlachten, die geschlagen wurden. Im Ganzen gesehen erscheint es, als würden die Puzzlestücke nicht so recht passen. Alles endet überaus unbefriedigend. Die Dramatik der letzten Tage und Stunden wird nicht so ganz ausgespielt. Die Erde wird zwar vor der Sonneneruption geschützt. Doch Desmond opfert sich um die Welt zu retten. Bewusst befreit er damit Juno, eine Frau der Zivilisation, welche die Menschheit erschaffen hat. Sie strebt eine eigene Herrschaft über die Menschen an, nun da sie frei ist. Anstatt eines klaren Schlusspunktes entsteht erneut ein großer Cliffhanger. Assassin's Creed 3 im Leser-Test (9) Assassin's Creed 3 im Leser-Test (9) Quelle: Computec Media AG
    SPOILER ENDE

    Fazit und eigene Meinung – Assassin's Creed 3 hat für sich genommen als eigenständiges Spiel eine große Klasse. Connor ist der, für mich, beste Hauptcharakter, den ein Assassin's Creed je gesehen hat. Er wird perfekt aufgebaut und inszeniert. Man kann im Spiel seine Emotionen und seine Haltung absolut nachvollziehen. Die Emotionen werden geschickt gestreut. Trauer, Hass, Stolz, Befriedigung. Connor durchlebt so viel und wir sind dabei.
    Persönlich finde ich das Spiel auch klasse, da es die Motive von Templern und Assassinen hinterfragt. Die Grenzen zwischen den beiden Parteien verschwimmen und man weiß nicht mehr genau, wer nun eigentlich das Beste für die Menschen will, welcher Weg der Beste wäre. Genauso verhält es sich mit dem Ende.
    Das Spiel fesselt definitiv stundenlang vor den Bildschirm und das zurecht! Die Atmosphäre, die Geschichte des Bürgerkriegs und das Leben von Connor sind super umgesetzt. Es gibt viele reale Schauplätze, Personen und Schlachten. Leider wirkt das Spiel auf mich einen kleinen Tick unfertig. Manchmal fehlen Beschreibungen zu Missionen, was man genau zu tun hat. Teilweise hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen zu Connors Ausbildung gewünscht. Und die optionalen Missionsziele frustrieren zeitweise. Doch die investierte Zeit ist es mehr als Wert.
    Als Abschluss für Desmonds Geschichte muss ich Kritik äußern. Seine Geschichte geht sehr unbefriedigend zu Ende und wirft wieder mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Ich hätte mir einen klaren Schlussstrich gewünscht. Aber mit dem Ende und der Machtübernahme Junos, soll wohl das Fundament für den nächsten großen Teil der Serie gelegt werden.
    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es ein Wiedersehen mit Connor gäbe. Vielleicht bei der französischen Revolution? In der richtigen Zeit lebt Connor ja immerhin. Nur, wer sollte seine Erinnerungen durchleben? Und ist Desmond wirklich tot?
    Wir werden sehen.

    Ich spreche eine klare Kaufempfehlung aus, gerade für Serienliebhaber. Ich bin begeistert vom Spiel. Es hat meine Erwartungen mehr als erfüllt und rangiert in meinen persönlichen Spielecharts auf der Eins. Vermutlich für eine lange Zeit.

    01:30
    Assassin's Creed 3: Bessere Grafik der PC-Version im Video
    Spielecover zu Assassin's Creed 3
    Assassin's Creed 3
  • Assassin's Creed 3
    Assassin's Creed 3
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ubisoft
    Release
    31.10.2012
    Es gibt 10 Kommentare zum Artikel
    Von Gamemaster1883
    Sehr gut das ganze gemacht.Toller Test Bericht.
    Von xPr0metheus
    http://www.youtube.com/watch?v=qf3NPmW939k&feature=youtu.be Zweiter Versuch, Youtube hat den ersten geputtet^^.
    Von Ragnarok
    Zugegeben, der Test ist nicht perfekt. Ich wollte ihn einfach mal dazu nutzen, um mich auszukotzen und über das Spiel…
    • Es gibt 10 Kommentare zum Artikel

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Assassin's Creed 3
Assassin's Creed 3 - Eine Verschlimmbesserung? - Leser-Test von Ragnarok
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http://www.gamesaktuell.de/Assassins-Creed-3-Spiel-6620/Lesertests/Assassins-Creed-3-Eine-Verschlimmbesserung-Leser-Test-von-Ragnarok-1038745/
05.12.2012
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2012/12/Assassins_Creed_3_Screenshots_E3__1_.jpg
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