Assassin's Creed 2
Hier seid ihr nun, erst ein paar Sekunden auf der Welt, liegend in den Armen eures Vaters. Ganz friedlich. Ihr konntet noch nicht wissen, dass ihr euch 17 Jahre später mit der verfeindeten Familie Viri de´ Pazzi auf den Straßen von Florenz prügelt. Ihr packt einen von den Typen am Kragen und werft ihn über die Brüstung in die Tiefe, wo er ins Meer klatscht. Aber ihr seid nicht allein, euer Bruder kommt zu Hilfe und schlägt einen der de´ Pazzis zu Boden. Aber geht so etwa ein Assassine vor?
All diejenigen, die Assassins Creed 2 noch nicht gespielt haben und nun denken, dass der einstige Traum jedes angehenden Assassinen zu einem lieblosen Prügelspiel im frühen Italien mutiert ist, kann ich beruhigen: Dieser erste Abschnitt, der sich völlig vom Rest des Spiels abhebt und einem erstmals Szenen außerhalb der langen Mörderkutte bietet, dient nur als kleine Einführung in die Geschichte.
Der Weg des jungen Assassinen beginnt
Ja, richtig gelesen! Es gibt nun eine richtige Handlung, die sogar sehr gut geworden ist und den nötigen Tiefgang bietet. Wurde die Geschichte des ersten Teils noch in Form von lieblos aneinandergereihten und meist ähnlichen Aufträgen erzählt, bekommt man nun ein Missionsdesign geboten, welches um einiges durchdachter und dynamischer wirkt. Ähnlich wie zum Beispiel in Grand Theft Auto wird man von Auftrag zu Auftrag gelenkt, welche aber stets einen Faden durch die Geschichte bieten. Bemerkenswert hierbei ist, dass man nie das Gefühl einer Wiederholung hat, weil das Missionsdesign sehr abwechslungsreich und spannend ist. Mal befindet man sich in einer hitzigen Verfolgungsjagd über den Dächern von Venedig, dann wiederum zersprengt man wieder einen ganzen Söldnerstützpunkt und danach geht man gemütlich an der Seite von Leonardo Da Vinci durch die Straßen und unterhält sich darüber, wie man am geschicktesten in die am besten bewachte Festung der Stadt gelangt.
Ciao, Leonardo!
Der italienische Maler und Erfinder ist eine der Hauptpersonen und wichtigster Kontakt, wenn es um neue Aufträge geht. Er versorgt den Spieler mit Informationen, die die Handlung vorantreiben und mit allerhand nützlicher Utensilien, wie der zweiten versteckten Klinge am anderen Handgelenk oder der Flugmaschine.
Aber auch die anderen Charaktere, wie Ezios Bruder Federico oder Vater Giovanni bringen ihre Persönlichkeit sehr gut zur Geltung, auch wenn ab und an die deutsche Sprachausgabe nicht ganz zu den auf englische Sprachausgabe ausgelegten Lippenbewegungen passt. Außerdem fehlt es bei den Stimmen der anderen Personen oft an Abwechslung, da sich viele gleichen. Bei Betrachtung der immensen Menschenmengen ist dies aber sicherlich zu verschmerzen.
Ein Assassine kann auch anders
Auch wenn Ezio ein leidenschaftlicher Assassine ist, hangelt und schleicht er natürlich nicht nur, sondern scheut auch den offenen Kampf nicht. Dabei wurde dem Kampfsystem ein paar neue Features spendiert. So kann Ezio seine Feinde greifen und sie dann mit Schlägen oder Tritten weiter beharken oder deren Leben gleich mithilfe der Klinge beenden. Zwar wurde eine deutliche Umstrukturierung des Kampfsystems angekündigt, man kann allerdings nach wie vor jeden zweiten Kampf innerhalb kürzester Zeit beenden, wenn man sich geschickt der Konterattacke bedient. Dies war ein Punkt, der schon beim ersten Teil sehr negativ bewertet und bei der Entwicklung des zweiten Teils scheinbar einfach außer Acht gelassen wurde. Hinzu kommt, dass man schwer gepanzerte Gegner gar nicht mehr ohne Weiteres ausschalten kann. Normale Angriffe prallen einfach ab und ein Greifen ist unmöglich. So ziehen sich Kämpfe gegen jene Gegner unnötig in die Länge und frustrieren einfach. Kämpft man dann noch zusammen mit anderen Verbündeten gegen mehrere Gegner, ist die Übersicht fast nicht mehr existent. Teilweise erkennt man nicht mal mehr, wo sich Ezio befindet.
Die neuen Ansätze des Kampfsystems sind zwar vielversprechend, wollen aber irgendwie nicht so richtig zünden. Insbesondere wenn es darum geht, gegen mehrere Feinde anzutreten, hat das Spiel eine deutliche Verschlechterung im Gegenzusatz zum ersten Teil erfahren. Sehr schade.
Probier mal die stark gepanzerten Wachen mit dem Stilett im Nahkampf zu bearbeiten. Damit hat man sie ruckzuck abgemurkst! :hoch: