Anno 1701: Leser-Test von Bergel
also ich habe mir diese anspruchsvolle Wirtschaftssimulation sofort gekauft, schon allein weil die Vorgänger sehr gelungen waren.
Wir immer bei Anno fängt man klein an mit einer Holzfällerhütte, Fischerei und einer Lehmgrube. Am gut bewährtem Aufbau hat sich nicht viel geändert. Wer die Vorgänger gespielt hat wird sich sofort heimisch fühlen. Der strategische Aufbau der Siedlung alleine ist schon so komplex, das man dazu mehrere Seiten schreiben könnte. Dahingehend ist 1701 wohl die absolute Referenz. Die Vielfalt an Rohstoffen und weiter verarbeitenden Industrien ist gut durchdacht und durchweg logisch. Der Verkauf von Überschüssigen Waren ist Problemlos möglich, da der freie Händler immer wieder die jeweiligen Kontore anfährt. Die Bedienung der Verkaufsoptionen sowie das Einrichten von Handelsrouten ist ein wenig einfacher geworden. Im Großen und ganzen wird in diesem Bereich das Rad nicht neu erfunden. Hier und da sind einige Optionen übersichtlicher gestaltet aber sonst alles wie gehabt und das ist gut so!
Die Siedler verlangen immer mehr Güter, die verschiedene Rohstoffe voraussetzen. Um die Entwicklung der Bevölkerung zu fördern ist eine weitläufige Expansion unabdingbar. In dieser Hinsicht kann man sich so richtig austoben. Bis man die Sicherung verschiedener Rohstoffe erreicht ist viel Handelsgeschick von Nöten und jede menge neue Arbeitskolonien müssen errichtet werden. Der Güter Verschiebebahnhof ist relativ übersichtlich gestaltet. Das ist ziemlich wichtig da wir später mit mehreren Handelsrouten arbeiten müssen.
Sehr Interessant finde ich das Diplomatiesystem!!! Hier kann man mit den anderen Parteien Handelsverträge, Friedensverträge und Bündnisse vereinbaren oder auch den Krieg erklären. Im Vorfeld lebt man mit allen Inselstrategen im Friedensverhältnis, bis auf die Piraten. Es gibt noch Neutrale "Stämme" (Chinesen, Azteken, Indianer und Inder) die wir später zum Handeln benötigen, mit denen sollten wir es uns also besser nicht verscherzen. Es wird sonst nicht möglich sein die höchste Ausbaustufe zu erreichen es sei denn wir zahlen für die Kolonialwaren beim Fahrenden Händler eine dicke Summe, die wir Langfristig nicht aufbringen können.
Die Grafik ist toll! Es macht Spaß einfach mal das treiben in den Städtchen zu beobachten. Der Wuselfaktor ist gut gelungen. Ich finde es gut das man die Einwirkung von den Logenaktivitäten auch tatsächlich verfolgen kann. Also wenn z.B. der Revoluzer stunk macht bei der Konkurrenz, die Bevölkerung anschließend mit Schildern demonstriert und sogar als tobender Mob durch die Straßen zieht und Gebäude im Brand steckt, ist das doch sehr nett anzusehen.
Die kriegerischen Elemente sind vorerst nicht so wichtig, man kann ganz entspannt seine Siedlung aufbauen ohne gleich von jeden angegriffen zu werden. Es steht ganz klar das Wirtschaften im Vordergrund. Allerdings haben die Entwickler auch hier dazu gelernt. Wenn erst einmal der Krieg erklärt wurde geht es auch richtig zur Sache. Kriege benötigt eine gute Flotte, eine ausgebaute Festung, gesicherte Zubringerkontore und volle Aufmerksamkeit.
Wer also Krieg will, bekommt den auch!!!!
Fazit: Anno 1701 ist Klassenprimus!!!! Der Aufbau ist wieder so gut wie bei 1602. Die Entwickler haben aus ihren "Fehlern" bei 1501 gelernt und die Sache nicht überkompliziert.
Die Langzeitmotivation ist enorm. Tolle Grafik, schöner Wuselfaktor und sehr komplexe Wirtschaftssimulation.