Klaus Teuber, der Erfinder der Siedler von Catan, schickt das meistverkaufte deutsche PC-Spiel auf die Bretter. Das Ergebnis fällt recht unspektakulär aus.
Rohstoff-Würfelei
Aber der Reihe nach: Anno 1503 besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: einer »Insel« für jeden Spieler in Form eines kleinen Spielbretts. Und einem größeren, zentralen Plan, der ein Meer darstellt. Auf dem ziehen alle gemeinsam ihre Schiffe umher. Jede Insel beherbergt verschiedene Produktionsstätten für Holz, Ziegel, Tuch und Werkzeuge. Am Anfang einer Runde ermitteln wir per Würfelwurf, welches Produkt tatsächlich abfällt. Zwei weitere Rohstoffe, Gewürze und Tabak, lassen sich nicht erwürfeln, sondern nur mit Gold kaufen.
Die erwirtschafteten Güter stellen nun die Ausgangsbasis für alles weitere Aktionen dar. Sie können sie zum Beispiel für Gold kaufen und verkaufen. Oder Sie locken neue Einwohner auf die Insel beziehungsweise werten die vorhandenen Bürger in bis zu vier Stufen auf. Oder Sie bauen bis zu zwei Schiffe und schippern damit auf dem zentralen Spielplan umher. Dort sind hinter verdeckten Inselplättchen Schätze (in Form von Goldstücken), Handelsverträge und Kontore versteckt.
Drei aus Fünf
Zum Anno-Sieger wird derjenige Spieler gekürt, der als erster drei Siegpunkte erringt. Je einen Punkt gibt es für mindestens 30 Gold, drei Handwerker (höchste Siedler-Stufe), vier Kontore, drei Handelsverträge oder vier öffentliche Gebäude. Nur die 30 Gold und die drei Handwerker sind dabei für alle gleichzeitig erreichbar.
Viele der Spielelemente beeinflussen sich untereinander und peppen so das relativ simple Anno-Prinzip auf. So lassen sich öffentliche Gebäude zum Beispiel erst ab dem vierten Siedler errichten. Doch den fünften Einwohner wiederum können Sie erst dann auf Ihre Insel locken, wenn Sie zuvor genügend andere Bürger ordentlich aufgewertet haben. Oder Handelsverträge und Kontore: Die sind nicht nur potenzielle Siegpunkt-Bringer, sondern erleichtern auch die Beschaffung von Gold und Rohstoffen. Bis wir dazu kommen, ist aber wiederum der Bau einiger, sehr teurer Schiffe nötig.
Grundsätzlich kostet fast jede Aktion Ressourcen oder zumindest Gold. Da beides permanent knapp bemessen ist, können wir immer nur einen Bruchteil der gewünschten Aktionen durchführen. Darin liegt der Reiz von Anno 1503: Die spärlichen Mittel richtig einzusetzen und sich für die richtigen Siegpunkt-Pfade zu entscheiden.
