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Ankh (PC)

Release:
02.01.2007
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
bhv Software GmbH & Co. KG (DE)

Ankh

01.07.2005 00:00 Uhr
|
Neu
|
Ruhestörung mit Folgen: Eine mitternächliche feucht-fröhliche Feier bringt Ägypter Assil nicht nur Trouble mit Daddy ein, sondern auch göttliche Ungnade.

Wäre Assil als Azteke zur Welt gekommen, der Einbruch in die Pyramide hätte ihm vielleicht Montezumas Rache und einige unangenehme Stunden auf dem stillen Örtchen beschert. Doch das Land seiner Väter heißt nun einmal Ägypten, und so hat die Feier in der verbotenen Grabkammer weit schwerwiegendere Folgen: Den Partylöwen ereilt der Fluch der Mumie. Den wieder abzuschütteln wird in diesem Herbst die Aufgabe von Liebhabern klassischer Abenteuerspiele wie Monkey Island sein.

Klassisch in 3D


Lassen Sie uns doch dem Unglücksraben folgen und ihn bei seinen ersten Schritten durchs alte Ägypten begleiten. Das, stellen wir fest, haben die deutschen Macher von Deck 17 dreidimensional nachgebaut. Halt, nicht umblättern! Ankh wird trotz 3D-Mantel ein waschechtes Point&Click-Adventure. Und ein verdammt hübsches noch dazu. Assils Comicfigur tappst durch detailreiche, quietschbunte Kulissen, die mit zahlreichen Animationen und Lichteffekten viel lebendiger wirken als die üblichen statischen Renderbildchen. Statt dauernder Szenenwechsel gibt's butterweiche Kamerafahrten -- nicht nur in Zwischensequenzen.

Tarzan in Ägypten


Die Steuerung kennen und schätzen wir seit seligen LucasArts-Tagen. Mit der Maus dirigieren wir Assil durch sein Kairoer Appartement und gehen auf die Suche nach Verwertbarem für unsere erste Aufgabe: ausbüchsen. Assils Vater, selbst Architekt, ist von der Gruftparty nämlich alles andere als angetan und drückt dem Sohnemann erst mal eine Woche Hausarrest aufs Auge. Wie sollen wir denn so den Fluch loswerden? Auf dem Bett in Assils Zimmer entdecken wir ein schmuddeliges Hemd. Der Cursor verwandelt sich in ein Greifsymbol -- das sacken wir ein! Je nach Situation schlägt der intelligente Mauszeiger andere Aktionen vor: betrachten, reden, gehen, nehmen, benutzen. Letzteres probieren wir gleich mit dem unscheinbaren Pinsel, der eine wackelige Vase auf ihrem Sockel hält. Ein kurzer Ruck -- voilà, das Porzellan kippt gegen den Kleiderschrank, löst einen versteckten Riegel, und die Schranktür schwingt auf. Aus den Klamotten darin und dem Hemd knoten wir uns ein Seil, mit dem wir uns schließlich wie Tarzan in die Freiheit schwingen. Geschafft!

Verliebt in der Unterwelt


Echte Genrekenner wären von solchen Puzzles wohl eher unterfordert. Aber die Vorabversion repräsentiert ja auch nur die ersten Spielminuten, rund 20 Stunden sollen noch folgen. Im Verlauf seines Abenteuers durchstreift Assil die Straßen Kairos, schleicht sich in den Palast des Pharaos, durchquert ein Labyrinthsystem im Innern der Sphinx und steigt schließlich bis in die Unterwelt hinab. Ganz nebenbei lernt der Jungspund auch noch seine Traumfrau kennen. Die schöne Thara spielt nicht nur eine Nebenrolle. Vielmehr sollen Ankh-Spieler des Öfteren die Figuren tauschen, um besonders knifflige Kopfnüsse zu knacken.

Denksportler werden allerdings nicht nur von Kombinationsrätseln gefordert, sondern müssen sich auch durch zahlreiche Multiple-Choice-Gesprächen hangeln. Wie nur überzeugt man die dicke Palastwache, ein Auge zuzudrücken und Assil durch den VIP-Eingang zu schleusen? Und wie wird man den schüchternen Meuchelmörder los? Die Antworten finden sich in Hunderten Dialogzeilen, intoniert von Profisprechern wie Oliver Rohrbeck (Ben Stiller).

Und noch etwas findet sich in den Unterhaltungen: eine ganze Menge Humor. Ankh nimmt sich selbst nicht ernst und zieht Spielekollegen ebenso durch den Kakao wie Film-Oldies. Dass Slapstick-Einlagen ebensowenig fehlen dürfen, ist Ehrensache.

Rüdiger Steidle

Gast

01.07.2005 00:00 Uhr
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