American Conquest: Divided Nation

Test

American Conquest ist für Massenschlachten bekannt. Der Ableger setzt einen drauf -- und übertreibt maßlos.

American Conquest: Divided Nation Bei Divided Nation handelt es sich weder um ein Addon, noch um einen waschechten Nachfolger zu American Conquest. Denn einerseits läuft es zwar ohne Hauptprogramm, andererseits bauen die frischen Szenarien und Einheiten auf das technische Grundgerüst des Originals. Anders als der Titel vermuten lässt, konzentriert sich Divided Nation nicht allein auf den Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten, sondern geht in seinen neun Einzelszenarien und ebenso vielen Kampagnen (mit jeweils einer Handvoll Einsätze) auch kurz auf den Unabhängigkeitskampf gegen die Engländer und den bewaffneten Aufstand der Texaner gegen die Mexikaner ein.

Unsortiert und fern der Heimat

Egal, an welcher Front gerungen wird, herausragend sind vor allem die schier unglaublichen Truppenmassen. Eine typische Feldschlacht in Divided Nation läuft folgendermaßen ab: Die ersten zehn Minuten marschieren tausende von Soldaten auf: Reiter, Musketenschützen, Grenadiere, alle säuberlich aufgereiht in Formationen zu je zirka 50 bis 100 Mann. Dazu gesellen sich Dutzende Geschütze, kleinere Spähtrupps, Offiziere. Die folgenden zehn bis 20 Minuten verbringen wir damit, das Chaos zu sortieren. Marschgliederung in Angriffsformation ändern, zur Front ausrichten, Nahkämpfer weiter vorne einreihen, Gewehrschützen nach hinten, Kanonen aufbauen, Munitionswagen anfordern.

Chaotische Kämpfe

Gefühlte 200 Mausklicks später setzt sich der ganze Tross endlich in Marsch. Sobald es allerdings zur Feindberührung kommt, macht sich erneut Chaos breit. Manche Truppen brechen in Panik aus und fliehen vor dem Feind, andere stürzen sich mitten ins Getümmel und verheddern sich im unentwirrbaren Kuddelmuddel, wieder andere gehen schon irgendwo auf dem Weg verloren -- genau wie unser Überblick.

Weder die frei regulierbare Spielgeschwindigkeit noch die Pausenfunktion schaffen Abhilfe. Die Pausenfunktion, weil sie keine Routen oder Zielmarkierungen kennt -- welche Abteilungen bereits Befehle erhalten haben und welche nicht, können wir nur erahnen. Und wenn wir die Spielgeschwindigkeit runterdrehen, müssen wir in Kauf nehmen, dass auch die Scrollrate der Karte sinkt.

Glücklicherweise muss man sich nicht auch noch mit Basisbau und Rohstoffsammeln herumschlagen. In den meisten Einsätzen ist das Truppenkontingent fest vorgegeben. Nur in einzelnen Missionen lassen sich Lazarette oder kleinere Lager errichten.

Rüdiger Steidle

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