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Alpha Protocol (Xbox 360)

Release:
28.05.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Sega

Alpha Protocol im Lesertest von Remy92: "Neue Maßstäbe im Storytelling"

14.10.2010 10:30 Uhr
|
Neu
|
Nach etlichen Verschiebungen ist es dieses Jahr nun soweit gewesen: Alpha Protocol, das Agenten-Rollenspiel, ist erschienen. Doch kann das ungewöhnliche Rollenspiel auch im Test überzeugen? Cynamite-User Remy92 klärt auf.

Der Dritte Weltkrieg steht fast bevor: Ein amerikanisches Passagierflugzeug ist von einer Rakete abgeschossen worden, und die ganze Welt spielt verrückt. Der Mann, der sich als Verursacher hinter diesem Anschlag herausstellt, ist niemand geringeres als der Saudi-arabische Scheich Ali Shaheed. Logisch, dass die Amerikaner eine geheime Agentenorganisation beauftragen, die sich um diese Mission kümmern soll. Hier kommt dann auch der Protagonist, Michael Thorton, ins Spiel, welcher sich der aufkeimenden Bedrohung annehmen soll. Doch sein Auftrag erweist sich nicht als so einfach wie gedacht, denn scheinbar ist die Bedrohung tiefergehender, als Michael es sich je hat erträumen lassen ...

Jede Entscheidung in den Dialogen beeinflusst den Spielverlauf. Jede Entscheidung in den Dialogen beeinflusst den Spielverlauf. Missionen und Atmosphäre

Bei Alpha Protocol handelt es sich um ein reinrassiges Rollenspiel, das mit einem unverbrauchten Szenario aufwartet. Alpha Protocol ähnelt dabei in vielerlei Hinsicht seinem Genrekollegen Mass Effect. Kein Wunder, schließlich handelt es sich beim Entwickler um Obsidian, die schon an Bioware-Titeln wie Knights of the old Republic 2 oder Neverwinter Nights beteiligt waren. Ähnlich wie die Herren James Bond und Jason Bourne, kommt Michael Thorton während seiner Mission weit in der Welt herum. So verschlägt es den Agentenaspiranten nicht nur nach Saudi-Arabien, sondern auch nach Rom, Moskau und Taipeh. Und wo wir auch schon bei James Bond und Jason Bourne sind: Es bleibt dem Spieler selbst überlassen, wie er an die Missionen herangeht. So kann er wie im Stile eines James Bond seine Missionen durch geschickt gewählte, charmante Antwortmöglichkeiten beenden, oder wie ein Jason Bourne die Gegner im Nahkampf vermöbeln. Die Dialoge laufen dabei in einem ähnlichen Muster ab, wie in Mass Effect. Demnach hat man die Wahl zwischen aggressiven oder pragmatischen Antwortmöglichkeiten. Und in den Dialogen steckt auch ein großer Pluspunkt von Alpha Protocol drin: Jede Entscheidung, die ihr getroffen habt, wirkt sich spürbar auf den Spielverlauf aus. Das bedeutet, dass man man die Story auch im dritten oder viertem Durchgang anders erlebt. In diesem Punkt ist Obsidian eine Glanztat gelungen. Die Missionen bieten nichts wirklich innovatives, denn mal muss man eine Basis infiltrieren, und ein anderes Mal müsst ihr einfach nur Verhöre durchführen. Die vielen unterschiedlichen Herangehensweisen dagegen machen die Missionen wieder abwechslungsreicher. Außerdem dient als Ausgangspunkt in jeder Stadt ein Safehouse, in dem man sich frei bewegen kann, und mit neuen Wummen eindecken kann. Darüber hinaus lassen sich auch Informationen für die einzelnen Missionen erwerben. Wenn ihr euch also mit bestimmten Schlüsselcharakteren gut angestellt habt, könnt ihr auf deren Unterstützung in den jeweiligen Missionen hoffen.

Die Atmosphäre kann sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn sie kein Agentenklischee auslässt, und mit vielen abgedrehten Charakteren aufwartet. So bekommt ihr es im Verlauf eurer Mission z. B. mit einer Ex-Stasi-Angehörigen zu tun, die nur zu gerne mit ihren dicken Wummen herumfuchtelt.

Sound und Steuerung

Soundtechnisch lässt sich ebenfalls wenig bemängeln, außer dass die Explosions- und Schussgeräusche doch etwas realistischer hätten ausfallen können. Auch hätte der Soundtrack etwas größer ausfallen können, doch passen die wenigen Musikstücke dafür zum jeweiligen Spielgeschehen.

Viel Anlass zur Kritik aber gibt die Steuerung. So wirken die Animationen Thortons und auch seiner Widersacher sehr hölzern, und auch die Schießereien laufen in ihren Bewegungsabläufen etwas statisch ab. Die schlechte Gegner-KI tut dabei ebenfalls ihr übriges, da die Gegner oft in ihr Verderben laufen, und die Deckung immer mal vernachlässigen.

Grafik

Die Grafik in Alpha Protocol enttäuscht ebenfalls auf ganzer Linie, da die ganzen Die Action-Einlagen sind vergleichbar mit Titeln wie Mass Effect. Die Action-Einlagen sind vergleichbar mit Titeln wie Mass Effect. Verschiebungen nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sind. So wirken sowohl die Innen- als auch die Außenbereiche sehr steril und warten nur selten mit Details auf. Die Gesichter der einzelnen Charktere dagegen können sich sehen lassen, da man zu jedem Zeitpunkt jeweils den Gefühlszustand herauslesen kann. Trotzdem zeigen aber auch in diesem Punkt Genretitel wie Mass Effect, wie detailreich man die Charaktere darstellen kann. Hier hätten dem Titel ein paar Monate mehr Entwicklungszeit doch gut getan.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass Alpha Protocol ein durchaus solides Rollenspiel mit einem unverbrauchten Szenario ist. Trotzdem kann es seine Macken, die vor allem in der Grafik und der Gegnerintelligenz Einzug gehalten haben, nicht verstecken. Das ist insofern schade, da die Entwickler das Risiko eingegangen sind, ein Szenario zu wählen, das sich von den anderen 08/15 Fantasy Szenarien abhebt. Zudem kann Alpha Protocol gerade im Storytelling einige Maßstäbe setzen. Wer also über die ganzen Macken hinwegsehen kann, und sich auf Tugenden wie Story und Atmosphäre beschränkt, die ein Rollenspiel überhaupt ausmachen, wird viel Spaß mit AP haben.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Remy92

83%
GamesAktuell.de
Spielspaß-Wertung
8/10
Spielspaß Multiplayer
0%
Grafik
7/10
Steuerung
7/10
Sound
8/10
Atmosphäre
9/10
Mitglied

14.10.2010 10:30 Uhr
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Dein Kommentar
Mitglied
Bewertung: 0
14.10.2010 13:56 Uhr
Zitat: (Original von TrakLL)
Der Test ist sehr gut geschrieben, obgleich das Spiel in meiner persönlichen Wertung gar eine 85 % bekam. Mich hat die Grafik nicht gestört, da das Leveldesign lebendiger wirkte, als das von Dragon Age oder von Mass Effect 1. Sicherlich stimmen deine angesprochenen…
Mitglied
Bewertung: 0
14.10.2010 13:52 Uhr
Ich finde mich im Test auch wieder .Am Anfang dachte ich hmm, soll ich wieder aufhörn.
aber mit der Zeit war ich doch überrascht das ich gar nicht aufhörn wollte ! Denke werde es auf jeden Fall noch mal durchspieln , da mich Mina mit - 10 gehasst hatte .
Das muss beim nächsten mal anderes werden .
Mass…
Mitglied
Bewertung: 0
14.10.2010 13:35 Uhr
wirklich gut geschrieben, macht mirglatt lust auf das game, auch wenn ich rollenspiele hasse.^^

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