Agony in der Gamescom-Vorschau: ​Körpertausch in der Hölle

Special Christian Dörre
Agony: Screenshots und Artworks zur Gamescom-Präsentation (4)
Quelle: Deep Silver

Auf der Gamescom 2017 in Köln statteten wir auch den Entwicklern von PlayWay einen Besuch ab, um uns dort ihr Survival-Horror-Spiel Agony präsentieren zu lassen. Ob uns der Abstieg in die Tiefen der Hölle gefallen hat, lest ihr in dieser Vorschau.

Dass Agony nichts für Kinder ist, machte das bisher gezeigte Material nur allzu deutlich. In bislang präsentierten Gameplay-Videos sahen wir widerlich gestaltete Dämonen, viel Blut und sogar, wie Babykörper zerschlagen werden. Das ist brutal und ekelhaft, kreiert für ein Spiel, das in der Hölle angesiedelt ist, aber auch direkt eine ganz dichte Atmosphäre, die vermittelt, dass jeder Schritt der letzte sein könnte. Obwohl es in der Hölle ziemlich viel Feuer gibt, ist das schließlich kein Platz für ein gemütliches Grillfest. Auf der Gamescom hatten wir netterweise auch die Chance, uns eine neue Demo von den Entwicklern vorführen zu lassen, um zu sehen, ob Agony nur mit seinem kranken Design oder auch spielerisch glänzen kann.

Fürsten der Finsternis

Der anwesende Entwickler erklärt uns, dass man bisher nur relativ lineare Abschnitte des Spiels zeigte, nun aber einen der etwas offeneren Abschnitte vorführen möchte. Unser Spielcharakter, dessen Hintergründe wir erst im Verlaufe des Spiels erfahren sollen, ist eine in der Hölle gefangene Seele, die dem Totenreich natürlich wieder entkommen möchte. Ohne einen Körper kann die Seele allerdings nicht überleben, deshalb schlüpft sie in die verirrten Körper in der Hölle, in der kein echtes Leben mehr, sondern nur noch Verwirrung und Leid stecken.

Bildergalerie

Die Körper der in der Hölle herumirrenden "Menschen" sind deshalb auch so eine Art Checkpoint. Stirbt euer Charakter, fliegt ihr in Seelenform in einen neuen Körper. Allerdings muss dies eben schnell geschehen und der Körper darf nicht allzu weit weg von eurem Leichnam sein, denn die Seele ist noch mit dem toten Körper verbunden. Wird dieses Band durchschnitten, stirbt man wirklich. Dasselbe gilt, wenn man sich zu viel Zeit lässt, einen neuen Wirt zu finden. Doch keine Sorge, es gibt auch richtige Checkpoints. Wer den virtuellen Löffel abgibt, muss nicht komplett von vorne anfangen.

Da ihr als Seele aber nicht nur den Körper verlassen dürft, wenn ihr sterbt, wird diese Fähigkeit auch für die zahlreichen Umgebungsrätsel im Spiel genutzt. Der uns präsentierte Abschnitt spielt in einem dunklen Gebiet, wo überall Dornenbüschen, Felsen und kochende Gewässer den Weg versperren und auch seltsame Riesenschlangen sowie furchterregende Dämonen durch die Gegend streifen. So müssen wir Körper wechseln, um ein Tor zu öffnen oder auch einfach die Schlangen zu umgehen. An einer Stelle sind jedoch viel zu viele der geschuppten Mistviecher, also dringt die Seele in einen Dämon ein.

Agony: Screenshots und Artworks zur Gamescom-Präsentation (8) Quelle: Madmind Studio Agony: Screenshots und Artworks zur Gamescom-Präsentation (8)

Mit dem Dämon können wir zwar die Schlangen töten, allerdings versucht uns der Fiesling auch aus seinem Körper zu vertreiben. Um dies zu unterbinden, müssen wir seinen Trieben nachgeben und Blut vergießen. Welch ein Glück, dass hier auch ein paar Menschen herumirren. Tötet man diese, erhält man mehr Zeit im Körper des Dämons, allerdings zerstört man so auch seine Checkpoints. Hier soll man abwägen, wie man vorgeht. Der Entwickler erklärt uns, dass es in den weitläufigeren Gebieten immer mehrere Möglichkeiten geben soll, ans Ziel zu kommen. Auch hier hätte man einen anderen Weg nehmen können, indem wir mit einer Fackel einen Busch verbrannt hätten.

Dies soll übrigens auch in das New Game Plus hineinspielen. Habt ihr im ersten Durchgang ein Tor geöffnet oder eben einen Busch verbrannt, sind diese Wege auch beim New Game Plus frei. Verschließt ihr jedoch eine Tür, müsst ihr beim nächsten Durchgang einen anderen Weg finden. Den Weg zu finden ist allerdings eh schon problematisch. Es gibt keine Mini-Map, keine Zielanzeige und das Gebiet ist so verschlungen, dass man sich teilweise vollkommen orientierungslos vorkommt.

Dies ist laut den Entwicklern jedoch vollkommen beabsichtigt. Man soll die Gegend erkunden, um seinen eigenen Weg zu finden, man soll sich verloren vorkommen. Allerdings habe man überall kleine Orientierungshilfen in der Umgebung eingebaut, die einen zum Ziel leiten, wenn man die Augen offen hält. Je nach eingeschlagenem Weg, ändert sich sogar die Geschichte. Es soll viele verschiedene Enden geben, die an unterschiedlichen Punkten in der Spielwelt ausgelöst werden. Man soll die Hölle also mehrmals erkunden.

Ein Action-Spiel sollte man sich von Agony aber nicht erwarten. Das Spieltempo ist relativ gemächlich, man soll vorsichtig sein und viel schleichen, da jede Entdeckung durch einen Dämon das Ende sein könnte. Lediglich kleinere Gegner darf man mit rudimentären Waffen bekämpfen. Bosskämpfe soll es dennoch geben. Hier soll es aber nicht auf eure Kampffertigkeiten ankommen, sondern darauf, dass ihr intelligent mit eurer Seele verschiedene Körper übernehmt und deren Fähigkeit geschickt einsetzt.

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