Pullern, Prollen, Pimpern: So sieht er also aus, der Alltag eines echten Mannes. Zumindest, wenn wir der belanglosen Machosimulation 7 Sins glauben dürfen.
Hätte Siegmund Freud 7 Sins gekannt, er hätte sich eine Menge Arbeit ersparen können. Tiefenpsychologische Betrachtungen der männlichen Seele werden hier nämlich auf drei Instinkte reduziert: Geilheit, Stress und Hass. Von diesen drei Trieben regiert, flirtet, schleimt und fummelt sich die namenlose Hauptfigur auf der Hatz nach Reichtum und Ruhm nach oben. In der Praxis bedeutet dies, dass wir mit unserem Möchtegern-Casanova beispielsweise in der Luxusboutique Weiber anquatschen, ihnen erzählen, was sie hören wollen, um sie schließlich in der Umkleidekabine zu penetrieren und ihnen teuren Tand anzudrehen.
Das Vorspiel
Bevor es jedoch ans Eingemachte geht, müssen wir die Damen in Stimmung quatschen. Hierfür sprechen wir die Auserwählte an und führen sie (etwa in der Boutique-Mission) vor ein Regal mit Klamotten oder Schmuck. Sodann nutzen wir vorgegebene Sätze wie »Bei jeder anderen Frau würde das vulgär wirken« oder »Ein Prozent unserer Gewinne gehen an vegetarische Waisen«, um herauszufinden, welche Vorlieben die Dame hat. Während einige Damen über Promis quatschen oder Komplimente hören wollen, können wir bei anderen mit platten Sprüchen und New-Age-Gefasel landen. Sind die richtigen Worte gefunden, verbessert sich unsere Beziehung, und die Tussi folgt unseren amourösen und pekuniären Begierden offener als zuvor.
Klingt einfach? Stimmt! Außer wir lassen bei unseren Annäherungsversuchen die drei Instinkt-Balken aus den Augen. Fast jede Antwort der Damen macht den Helden nämlich geil, stresst ihn oder bringt ihn in Rage. Wird einer der Balken zu voll, müssen wir uns in einem Minispielchen abreagieren. So können wir etwa Kundinnen beim Schuhverkauf unter den Rock linsen, um uns sexuell zu beruhigen. Wer sich zu sehr ärgert, kann Passanten anpöbeln oder in eine Topfpflanze pinkeln.
Saints and Sinners
Die sieben Sünden aus dem Titel tauchen ebenfalls auf: Aktionen wie Sex in der Umkleide, Fressorgien oder dem Chef in den Kaffeebecher pinkeln werden als Sünde gewertet, und können erst wiederholt werden, wenn wir gesühnt haben. Vergebung erlangt unser Held durch Aufräumen, Abspülen -- oder wenn er sich die langweiligen Geschichten der Damen anhört.
Sascha Gliss
