Spannend, geistreich, innovativ: Das ist der TV-Knüller 24. Ob die PS2-Adaption da wirklich mithalten kann? Wir prüfen nach!
S ie sind mit dem falschen Bein aufgestanden, es regnet in Strömen und bis zum nächsten Wochenende dauert es noch viel zu lange? Kinderkram im Vergleich zum Alltag von Jack Bauer! 24 Stunden im Leben des TV-Spezialagenten sehen nämlich so aus: Terroristen planen einen abscheulichen Anschlag und entführen wahlweise Jacks Tochter oder seine aktuelle Geliebte -- kein Wunder, dass der Mann Rot sieht! Einen dieser ereignisreichen Tage dürfen PS2-Besitzer nun am eigenen Pad erleben: Mit "24: The Game" veröffentlicht Sony das Spiel zur Fernseh-Sensation.
Story: Der Actionreißer erzählt die Geschehnisse zwischen der zweiten und der dritten Mattscheibenstaffel. Ergo freuen sich "24"-Kenner auf einige Storylückenfüller: So erfahren Sie beispielsweise, wie Kim Bauer zur CTU kam und was Chase Edmonds eigentlich in Los Angeles zu suchen hat. TV-Verweigerer kommen aber ebenfalls zu ihrem Recht, denn die überaus spannende Geschichte kann man auch ohne "24"-Vorkenntnisse locker verstehen.
Spiel: Hinsichtlich des Missionsablaufs hält sich die Sony-Produktion eng an ihre Fernseh-Vorlage. Die insgesamt 58 Levels verteilen sich auf 24 virtuelle Stunden. Meistens ballern Jack Bauer und seine Kollegen dabei auf böse Buben. Aus der Verfolgeransicht durch 3D-Gebäude latschen, Halunken anvisieren und munter drauflosknallen -- Action-Zocker kennen das spielerische Grundgerüst zur Genüge. Einen Hauch von Neuerung versprüht hingegen das Zielsystem: Mit dem rechten Analog-Knüppel visieren Sie nämlich einzelne Körperteile gezielt an -- so kann man anrückende Feinde entwaffnen.
Der Lohn für die ordnungsgemäße Agenten-Arbeit: Am Ende des Einsatzes flimmert eine positive Beurteilung über den Bildschirm -- und nur auf diesem Wege schalten Sie Extras wie beispielsweise Bonusvideos frei. Apropos Belohnung: Wer die teils langatmigen Schützenfeste übersteht, kommt in den Genuss zahlreicher auflockernder Minispiele. Mal knacken Sie mittels Farbenpuzzle ein Computersystem, mal nehmen Sie sich einen Spitzbuben im Verhör vor.
Fazit: Spielerisch keine Offenbarung, begeistert Sonys Action-Thriller vor allem durch seine Atmosphäre: Die Zwischensequenzen kommen der Fernsehvorlage verdammt nah, die packende Story fesselt von Anfang bis Ende. Ausgerechnet jedoch die Missionen können dieses hohe Niveau nicht halten: Kein Element wirkt richtig vergeigt, aber leider auch keines richtig rund. tk
