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  • Winterschlacht in den Ardennen

    Der Nachfolger von Afrika Korps vs. Desert Rats und D-Day führt die Schwächen der Vorgänger fort -- aber zum Glück auch fast alle Stärken. Echtzeit-Taktiker begleiten Amerikaner und Deutsche durch die Ardennen-Offensive.

    Beinahe alles, was CDVs Taktikspektakel Panzers zum Hit machte, hatte Afrika Korps vs. Desert Rats schon ein halbes Jahr früher zu bieten: effektreiche 3D-Grafik, fordernde Missionen mit Story-Unterbau und ein motivierendes Kampagnensystem mit aufrüstbaren Kerneinheiten. Der Nachfolger D-Day verfeinerte die Optik und Leveldesign noch weiter, warf aber Story und Kerntruppen zugunsten größerer historischer Nähe über Bord. Die bleiben auch im dritten Teil leider draußen, dafür glänzen die alten Tugenden wie eh und je: 1944 -- Die Winterschlacht in den Ardennen fesselt Schreibtischgeneräle mit aufregenden Einsätzen, coolen Einheiten, schicker Grafik und variantenreichen Feuergefechten an die Maus.

    Vom Hürtgenwald bis Remagen

    Die Winterschlacht konzentriert sich nicht ausschließlich auf die berüchtigte Wehrmachts-Offensive in den Ardennen, auch die Vorgeplänkel im Hürtgenwald und die Nachwehen bis hin zur Brücke von Remagen (bekannt aus dem gleichnamigen Film) haben die Entwickler nachgebaut. Insgesamt 20 Missionen bilden die letzte große Angriffsoperation der Deutschen im Zweiten Weltkrieg nach. Dabei übernehmen Hobbytaktiker abwechselnd beide Seiten, Alliierte und Achsenmächte. Verteidigen etwa erst mit amerikanischen GIs das Dörfchen Bütgenbach und brechen dann mit deutschen Sturmgeschützen und Panzergrenadieren durch amerikanische Minenfelder am Losheimergraben. Damit folgt 1944 grob den tatsächlichen Ereignissen, gibt aber nie Pseudo-Realismus den Vorzug vor Spielspaß.

    Auf den Inhalt kommt's an

    Wie die Vorgänger konzentriert sich Winterschlacht in den Ardennen voll und ganz aufs Kampfgeschehen. Von Basisbau, Erzschürfen und Panzer-Schweißen bleiben Sie also verschont. Was aber auch bedeutet, dass Sie mangels Truppenproduktion keine Verluste ausgleichen können. Nur gelegentlich bedenkt Sie das Oberkommando mit Verstärkungen, etwa wenn Sie Schlüsselstellungen erobert haben oder sich auf einen Gegenangriff vorbereiten müssen. Selbst in den größten Schlachten kommandieren Sie selten mehr als ein, zwei Dutzend Panzerfahrzeuge und noch einmal die doppelte Anzahl an Fußsoldaten und Geschützen. Wobei die Besatzungen und Bedienmannschaften ähnlich wie bei Panzers ebenfalls als eigene Einheiten zählen -- sie können also aussteigen und etwa in ein kampfstärkeres Vehikel überwechseln oder ihr Glück auf Schusters Rappen versuchen. Anders als bei Codename Panzers macht es allerdings einen großen Unterschied, welche Einheiten Sie zu Fahrzeugführern befördern. Wenn etwa ein Kundschafter in einen Tiger-Tank klettert, kann der weiter gucken. Nimmt ein Scharfschütze Platz, erhöht sich die Feuerreichweite. Und ein ausgebildeter MP-Schütze steigert die Feuer- rate des Bord-MGs.

    Combined Arms

    Auch in der Infanterie bewähren sich die Spezialisten. Ein Pionier entdeckt etwa verbuddelte Minen (funktioniert auch als Passagier), kann Panzersperren in die Luft jagen oder Sprengfallen legen. Sanitäter heilen verwundete Kameraden, Soldaten mit Flammenwerfer räuchern in Gebäuden verschanzte Gegner aus, Bazookaschützen knacken Panzer. Wichtig ist vor allem die Zusammenarbeit. Ein Artilleriegeschütz etwa kann wesentlich weiter schießen als schauen. Es braucht sozusagen ein zusätzliches Augenpaar, um seine Feuerkraft sinnvoll einsetzen zu können. Das liefert zum Beispiel ein Kundschafter, der nicht nur über einen besonders großen Sichtradius verfügt, sondern sich gut getarnt auch unmittelbar bis an den Feind heranwagen kann. Und selbst das stärkste Stahlmonster ist in engen Häuserschluchten verloren, wenn es nicht ein paar Stoppelhopser begleiten und vor eventuellen Hinterhalten warnen.

    Realistisch -- aber in Maßen

    Wer einen der Vorgänger gespielt hat, kennt diese Taktiken ebenso wie die meisten Einheiten. Etwa das Allroundtalent Panzer IV G auf Seiten der Achsenmächte oder sein US-Gegenstück M4 Sherman. Neu ist unter anderem die Calliope-Variante dieses Ami-Tanks, die neben dem eher schwachbrüstigen Hauptgeschütz einen Stalinorgel-Raketenwerfer mit extra großer Reichweite Huckepack trägt. Oder der Jagdtiger, der für die Alliierten nicht nur höllisch schwer zu knacken ist, sondern mit seiner gewaltigen 12,8-Zentimeter-Kanone auch so ziemlich alles mit einem Treffer außer Gefecht setzt, was sich in seine Nähe wagt. Auch hier haben es die Designer mit dem Realismus nicht übertrieben, sondern die Balance gewahrt. Wenn es sein muss, können ein paar Cromwells das deutsche Ungetüm auch frontal ausschalten; in der Realität hatten sie damit ihre liebe Not. Die Grundlagen stimmen aber; etwa dass Fahrzeuge vorne meist wesentlich besser geschützt sind als an den Seiten oder hinten. Ein paar der schönsten Exemplare stellen wir Ihnen im Kasten auf der vorhergehenden Seite gesondert vor.

    Öfter mal ?ne Pause

    Auf den ersten Blick wirken die Aufträge recht eintönig. »Nehmen Sie die Stadt ein«, heißt es da, oder »halten Sie die Brücken gegen den feindlichen Ansturm«. In der Tat drehen sich die meisten Auseinandersetzungen um Schlüsselpunkte wie Hügel, Siedlungen oder Übergänge. Mal geht man in die Offensive, mal übernimmt man die Rolle der Verteidiger. Die Entwickler verstehen es aber sehr gut, die Einsätze mit gekonnt platzierten Gegnern oder automatisch ablaufenden Ereignissen spannend zu halten. Da wird die frisch eroberte Straßenkreuzung plötzlich von drei Seiten gleichzeitig unter Beschuss genommen, oder im Wäldchen voraus kündigen rasselnde Panzerketten und umknickende Bäume das Herannahen einer Großoffensive an.

    Am meisten Spaß macht 1944 auf Seiten der Angreifer, wenn man eingegrabene Abwehrstellungen ausheben muss. Dann wird Winterschlacht fast zum Puzzlespiel: Wie entschärfe ich die Minen, ohne dass meine Pioniere von der Artillerie zerlegt werden? Kann ich die Flak da hinten einfach im Sturmangriff überrennen, oder lauern in dem Bauernhof daneben Scharfschützen? Soll ich einen Luftschlag anfordern oder mir die Unterstützung für später aufheben? Glücklicherweise lässt sich das Geschehen jederzeit per Leertaste unterbrechen, um in aller Ruhe das Schlachtfeld unter die Lupe zu nehmen oder neue Order auszugeben. Verglichen mit Tempowundern wie Act of War spielt sich 1944 recht gemächlich.

    Wo du wolle!?

    Stellenweise ist die Pausenfunktion bitter nötig, denn sich selbst überlassen, stellen sich die Einheiten dämlich an. Zwar können Sie einstellen, ob die Jungs etwa Gegner verfolgen, sich verteidigen oder das Feuer zurückhalten sollen. Beim Testen erwies sich aber nur »Stellung halten!« als tauglich. Vor allem die Wegfindung macht Zicken: Lastwagenfahrer sind bereits mit kleinen Hindernissen wie Sandsackbarrikaden überfordert. In Häuserschluchten muss man sich Pixel für Pixel vorantasten, damit die Computerdödel keine Umwege nehmen. Die Routenplanung war schon in Afrika Korps vs. Desert Rats nicht das Gelbe vom Ei. Das fiel in den szenariobedingten Wüsten und Steppen aber kaum ins Gewicht. Anders in 1944, wo der Großteil der Karten dicht bewaldet oder bebaut ist.

    Ärger mit der Kamera

    Technisch ist Winterschlacht in den Ardennen auf demselben Niveau wie Vorgänger D-Day. Will heißen: nicht ganz auf dem neuesten Stand, sieht aber immer noch gut aus und hört sich gut an. Allerdings wirken die Einheitenmodelle und die polygonarmen Soldaten mittlerweile angegraut. Dafür machen die Explosionen und Brände (Flammenwerfer!) nach wie vor was her. Schwerer wiegt, dass die Entwickler die Beweglichkeit der Kamera immer noch einschränken. Die lässt Drehungen, Schwenks, Kippen und Vergrößerungen zu -- aber nur in engen Grenzen. Die Readme-Datei verrät, dass sich die Beschränkungen mit der Tastenkombi STRG + K aufheben lassen, dann produziert die Engine allerdings mehr oder weniger unschöne Grafikfehler.

    Rüdiger Steidle

  • 1944: Winterschlacht in den Ardennen
    1944: Winterschlacht in den Ardennen
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Intex Publishing GmbH (DE)
    Release
    28.04.2005

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http://www.gamesaktuell.de/1944-Winterschlacht-in-den-Ardennen-Spiel-17210/Tests/Winterschlacht-in-den-Ardennen-715614/
01.06.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_1944_01_06eps.jpg
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